Deutscher Bundestag: Florian Hahn, CSU
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Staatsminister Hahn will USA in "transatlantischem Boot" halten

Staatsminister Hahn will USA in "transatlantischem Boot" halten

Trotz der Differenzen um Grönland und dem Angriff der USA auf Venezuela hält sich die Bundesregierung mit Kritik an Donald Trump zurück. In der Münchner Runde erklärte Florian Hahn (CSU), warum er am Transatlantik-Bündnis festhalten wolle.

Über dieses Thema berichtet: Münchner Runde am .

Florian Hahn (CSU) will trotz der Bestrebungen von US-Präsident Donald Trump um Grönland am transatlantischen Bündnis festhalten. Das bekräftigte der Staatsminister im Auswärtigen Amt am Mittwochabend in der Münchner Runde im BR Fernsehen. "Es geht ja nicht darum, Amerika fernzuhalten, sondern ganz im Gegenteil", sagte Hahn auf die Frage, ob Deutschland Grönland militärisch absichern sollte.

Das Verteidigungsministerium schickt 13 Bundeswehrangehörige mit einem Transportflugzeug nach Nuuk in Grönland, als Teil eines internationalen Erkundungsteams. Hahn äußerte Verständnis für die Position von US-Präsident Donald Trump. "Die Amerikaner fühlen sich sehr bedroht durch die Interessensausweitung, die die russische Föderation weltweit betreibt, die die chinesische Volksrepublik weltweit betreibt", so der CSU-Politiker in der Sendung.

Hahn äußerte Verständnis für amerikanische Sicherheitsinteressen

Hahns Wunsch: "Amerika in einem transatlantischen Boot behalten, darum geht es." Donald Trump hätte mit seinen Drohungen schon öfter übertrieben, sagte Hahn später in der Sendung. Seine Aussagen hätten dann aber häufig zu Verhandlungen geführt – mit positiven Ergebnissen wie in Gaza oder beim Thema Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die die Amerikaner zugesichert hätten.

Trittin forderte hartes Vorgehen gegen Trump

Grünen-Politiker Jürgen Trittin hingegen betonte in der Münchner Runde, dass Europa die von Trump geäußerten Gebietsansprüche auf keinen Fall akzeptieren dürfe. "Das ist das Gleiche, wie Putin gesagt hat: 'Die Krim gehört mir!'", so der ehemalige Bundesminister. Man könne ökonomische Instrumente ansetzen, um Trump zu sanktionieren. Die Erfahrungen mit dem Imperialismus Putins hätten laut Trittin jedoch gezeigt, dass Abschreckung ohne militärische Komponenten nicht funktioniere – und die brauche es. "Es geht den Amerikanern und Trump um die Rohstoffe dort, das sagt er auch ganz offen", so der Grünen-Politiker. Die Kernfrage sei nun also, wem diese Rohstoffe gehören: Den Grönländern oder den USA.

Republikaner mahnte "Verteufelung" Trumps an

Der Vorsitzende der "Republicans Overseas Germany", George Weinberg, warnte dagegen vor zu viel Pessimismus in Bezug auf die US-Regierung. "Ich kann diese Angst und diese Verteufelung der Situation überhaupt nicht nachvollziehen", so Weinberg in der Münchner Runde. Geopolitische Krisen habe es auch in der Vergangenheit schon gegeben, zum Beispiel den Prager Frühling oder den Kalten Krieg. Die Amerikaner stehen laut dem Vertreter der Republikaner nach wie vor fest an der Seite Europas. "Ich sehe nicht diesen Horror, der hier verbreitet wird", so Weinberg weiter. Grönland sei laut Weinberg allerdings wichtig für die USA. Donald Trumps Angebot, die Insel zu kaufen, habe historische Vorbilder. Auch Alaska und Florida hätten die USA auf ähnliche Weise erworben.

Transatlantik-Experte Bierling: Westliche Allianz aufgekündigt

Der Politologe Stephan Bierling von der Universität Regensburg verwies dagegen darauf, dass der amerikanische Blick auf die Welt ein ganz anderer sei als der europäische. "Wir sitzen mittendrin, es brennt an allen Ecken und Enden", so Bierling. Hinzu komme, dass Europa sich auf die USA nicht mehr so sicher verlassen könne – anders als früher. In Bezug auf Trump sagte Bierling: "Womit wir nicht gerechnet haben, ist, dass er in vielen Fragen ins Lager des Feindes überwechselt." Beim Ukraine-Krieg etwa sei Trump mittlerweile näher an Putin als an der Seite der Europäer.

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