Der wahrscheinlich zur russischen Schattenflotte gehörende Öltanker "Kira K" fährt am 30.6.26 vor der deutschen Küste bei Fehmarn (Symbolbild).
Der wahrscheinlich zur russischen Schattenflotte gehörende Öltanker "Kira K" fährt am 30.6.26 vor der deutschen Küste bei Fehmarn (Symbolbild).
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Der wahrscheinlich zur russischen Schattenflotte gehörende Öltanker "Kira K" fährt am 30.6.26 vor der deutschen Küste bei Fehmarn (Symbolbild).
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Der wahrscheinlich zur russischen Schattenflotte gehörende Öltanker "Kira K" fährt am 30.6.26 vor der deutschen Küste bei Fehmarn (Symbolbild).

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Neue Sanktionen: Was steckt hinter Russlands "Schattenflotte"?

Neue Sanktionen: Was steckt hinter Russlands "Schattenflotte"?

Teils marode Tanker, die Erdöl aus Russland über die Weltmeere transportieren: Das ist die sogenannte Schattenflotte. Die wichtigsten Hintergründe zu einem wesentlichen Pfeiler der russischen Kriegsfinanzen, gegen den die EU härter vorgehen will.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Deutschland und die EU wollen neue Sanktionen gegen Russlands 'Schattenflotte' beschließen – als Reaktion auf den mutmaßlich von Russland beauftragten und misslungenen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig. Was genau ist die sogenannte Schattenflotte? Und welche Rolle spielt sie bei Russlands Erdöl-Handel, der trotz vieler Sanktionspakete weitergeht? Alle wichtigen Infos im Überblick.

Was ist die russische Schattenflotte?

Gemeint sind überwiegend alte, schlecht gewartete und unzureichend versicherte Öltanker. Betrieben werden sie unter wechselnden Namen und Flaggen, zum Beispiel Panama oder Liberia. Häufig sind undurchsichtige Offshore-Firmen beteiligt. Viele dieser Schiffe gelten als technisch überholt und fahren immer wieder mit ausgeschalteten Ortungssystemen. Recherchen mehrerer Medien legen nahe, dass sich auf einigen Schiffen bewaffnete Kräfte privater russischer Militärfirmen befinden.

Laut einer ukrainischen Auswertung verkauften Reeder in Europa und Amerika zwischen 2022 und 2024 insgesamt 230 Tanker, die später in Russlands Schattenflotte auftauchten. Mehr als die Hälfte wurde demnach in Griechenland verkauft. Eine Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung Anfang des Jahres ergab: Fast jedes dritte Schiff der Schattenflotte verfügte damals über keine korrekte Nationalflagge – insgesamt mehr als 500 Tanker (externer Link).

Was macht die russische Schattenflotte?

Laut mehreren Analysen trägt die Schattenflotte inzwischen einen Großteil der russischen Rohöl-Exporte, teils ist von bis zu zwei Dritteln die Rede. Die Tanker nehmen russisches Erdöl an Bord und transportieren es in Drittstaaten wie die Türkei, Indien oder China. Also in Staaten, die selbst keine Wirtschaftssanktionen gegen Russland infolge des Ukraine-Kriegs verhängt haben. Aus diesen Staaten gelangen raffinierte Erdöl-Produkte auch zurück in die EU – formal verstößt das nicht gegen Sanktionen, auch nicht gegen den G7-Preisdeckel für russisches Rohöl.

Beim Transport kommt es laut verschiedenen Medienberichten regelmäßig zu sogenannten Ship-to-Ship-Transfers: Dabei wird Erdöl auf hoher See von einem Schiff auf ein anderes Schiff verladen. Sicherheitsbehörden bringen Teile der Schattenflotte zudem mit Spionage und möglichen Sabotageakten gegen Unterseekabel in Verbindung.

Warum ist das für Russland wichtig?

Russland finanziert einen großen Teil der Kriegskosten über den Verkauf von Erdöl und Erdgas. Es geht dabei um Milliarden-Einnahmen, die für die russische Kriegswirtschaft extrem wichtig sind.

Ist das auch eine Gefahr für die Umwelt?

Dass viele Tanker überaltert sind und sich nicht an internationale Regeln der Schifffahrt halten, erhöht laut Fachleuten die Gefahr von Unfällen und Umweltkatastrophen. Anfang 2025 trieb beispielsweise der Tanker "Eventin" nach einem Totalausfall manövrierunfähig vor der Insel Rügen – mit rund 100.000 Tonnen Rohöl an Bord. Zuletzt havarierte vor der Küste Omans ein anderer Tanker, der zur Schattenflotte gehören soll. Laut omanischen Behörden und Greenpeace tritt seitdem großflächig Erdöl aus, das bereits Strände erreicht hat und Schutzgebiete bedroht.

Welche Sanktionen gibt es bisher?

Mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, haben inzwischen einzelne Schiffe beschlagnahmt. Seit 2022 hat die EU wegen des Kriegs gegen die Ukraine bislang fast zwei Dutzend Sanktionspakete gegen Russland verhängt. Sie sanktioniert rund 3.000 Personen und Einrichtungen – darunter Hunderte Schiffe der Schattenflotte. Bislang gelingt das nur punktuell und nicht flächendeckend – weil das Seerecht kompliziert ist und Kontrollen in internationalen Gewässern schwierig sind.

Ende Juli haben die EU-Staaten weitere Verschärfungen beschlossen. Jetzt können auch Schiffe sanktioniert werden, die die Schattenflotte unterstützen, zum Beispiel Schlepper. 41 weitere Schiffe der Schattenflotte landeten auf der Sanktionsliste, für sie gelten unter anderem Hafenverbote. Im Gespräch ist, für die Ostsee-Passage strengere Umweltauflagen festzulegen – und maroden Schiffen damit die Durchfahrt zu erschweren.

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