Ein ICE ist am Samstag auf der Strecke Berlin–München liegen geblieben. Nach Angaben der Bahn riss am Mittag eine Oberleitung bei Zahna in Sachsen-Anhalt und fiel auf den Zug. Der Zug auf dem Weg von Berlin nach Halle sei außerhalb eines Bahnhofs zum Stehen gekommen. Nach Angaben einer Bahn-Sprecherin saßen Hunderte Reisende in dem ICE fest.
Oberleitung gerissen
An einer Stelle seien durch den Vorfall Fenster des Zuges beschädigt worden, zwei Fahrgäste wurden in der Folge leicht verletzt, berichtete eine Bahnsprecherin. Ein Sprecher des Landkreises Wittenberg teilte mit, ihm vorliegenden Informationen zufolge seien zwei Menschen an Bord wegen "Panik und Kreislauf" kollabiert. Eine vorsorglich aufgebaute Rettungsbasis im Bahnhof Lutherstadt-Wittenberg sei aber letztlich nicht zur Versorgung von Verletzten benötigt worden. Laut dem MDR Sachsen-Anhalt war in dem Zug die Klimaanlage ausgefallen. Die Türen wurden demnach geöffnet, um frische Luft in den Zug zu lassen.
ICE kam mittlerweile in Wittenberg an
Erst am frühen Abend kam der ICE im Bahnhof Wittenberg an. Einem dpa-Reporter vor Ort zufolge konnte der Zug am Abend eigenständig dorthin fahren und die Fahrgäste konnten umsteigen.
Zunächst hatte es von der Bahn geheißen, ein Ersatzzug könne wegen abgeschalteten Stroms nicht eingesetzt werden und die Reisenden müssten in Bussen weiterfahren. Dann war laut Landkreis und Feuerwehr das Abschleppen des Fernzugs mit den Passagieren an Bord geplant worden. Ein Schleppzug der Deutschen Bahn war bereits vor Ort und habe den Zug mit Druckluft aufgepumpt.
Verspätungen und Umleitungen
Der Unfall führte zu Einschränkungen auf der Strecke zwischen Berlin, Halle und Leipzig. Die Züge würden über Dessau und Wiesenburg umgeleitet, wodurch sich eine Verzögerung von rund 40 Minuten ergebe. Der Halt Lutherstadt Wittenberg entfiel demnach, als Ersatzhalt wurde Dessau angeboten. Wie lange die Reparatur der gerissenen Oberleitung den Bahnverkehr beeinträchtigen wird, war zunächst nicht bekannt.
Mit Informationen von dpa und AFP
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