15.10.2025, Österreich, Innsbruck: Der Angeklagte Rene Benko kommt mit Akten zu Beginn des zweiten Verhandlungstags in das Landgericht.
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Prozess gegen René Benko: Wertgegenstände beiseitegeschafft?
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Prozess gegen René Benko: Wertgegenstände beiseitegeschafft?

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Prozess gegen René Benko: Wertgegenstände beiseite geschafft?

Prozess gegen René Benko: Wertgegenstände beiseite geschafft?

Zum zweiten Mal muss René Benko in Österreich vor Gericht. Nach der ersten Verurteilung im Oktober geht es nun darum, ob er im Rahmen der Insolvenz Wertgegenstände beiseitegeschafft hat. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wieder ist es das Landesgericht Innsbruck, wieder lautet die Anklage gegen René Benko auf betrügerischen Bankrott: Der in die Pleite gerutschte Unternehmer soll versucht haben, Vermögensgegenstände im Rahmen seiner Insolvenz verheimlicht zu haben: 120.000 Euro in bar, sowie zwölf Luxusuhren, teure Manschettenknöpfe und Uhren-Armbänder. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) spricht von 370.000 Euro Gesamtwert. Sie schreibt in der Anklage, dass Benko die Vermögensgegenstände in einem unter Weinkartons versteckten Tresor bei Verwandten gelagert haben soll.

Ehefrau Nathalie soll Tresor besorgt haben

René Benko streitet alle Vorwürfe ab. Für ihn gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung – genau wie für die Zweit-Angeklagte, Nathalie Benko, seine Ehefrau. Sie soll den Tresor besorgt haben und ist ebenfalls wegen betrügerischen Bankrotts angeklagt. René Benko soll die Vermögenswerte seit März 2024 im Tresor versteckt haben; dort blieben sie auch, bis sie in diesem Januar bei einer Hausdurchsuchung entdeckt wurden. Zu dieser Zeit war sowohl die Signa-Pleite als auch die Insolvenz von Einzelunternehmer Benko schon bekannt. Um letztere geht es nun vor Gericht.

"Das sind Sachverhaltskomplexe, die relativ einfach zu ermitteln sind", sagt Prof. Robert Kert vom Institut für Wirtschaftsstrafrecht an der Wirtschaftsuni Wien. Es lasse sich recht simpel feststellen, ob Wertgegenstände im Rahmen der Insolvenz oder kurz davor beiseitegeschafft wurden. Angesichts der Dimensionen der Signa-Pleite gilt dieser Vorwurf als überschaubar. Beobachter halten es deshalb für möglich, dass es noch am Mittwoch ein Urteil gibt – und nicht erst am zweiten und letzten Prozesstag kommenden Dienstag. Rene Benko und seiner Frau drohen Haftstrafen zwischen einem und zehn Jahren.

Erste Verurteilung im Oktober

Bereits im Oktober wurde der Signa-Gründer, nicht rechtskräftig, zu zwei Jahren Haft verurteilt. Auch da ging es um seine Insolvenz als Einzelunternehmer. Diesen Prozess hat auch Klaus Schaller verfolgt. Er ist vom Kreditschutzverband in Tirol, vertritt Benko-Gläubiger und hat damals in Bezug auf Benkos private Forderungen Klartext gesprochen.

"Wir haben heute gehört, dass 2,7 Milliarden Euro an Passiva angemeldet sind, festgestellte Forderungen unter 50 Millionen", so Schaller. "Wir haben unter eine Million auf dem Massekonto. Also, die Erwartungen für die Gläubiger sind überschaubar im Moment." Heißt: Für die Gläubiger von René Benko dürfte kaum etwas zu holen sein.

Weitere Prozesse kommen noch

Wann es vor Gericht um die "großen Signa-Forderungen" geht, ist noch nicht klar. Robert Kert von der Wirtschaftsuni Wien sagt, es sei nicht so, dass die beiden ersten Benko-Prozesse den Kern des Signa-Konglomerats schon erfassten. Ein Dutzend Ermittlungs- und Verfahrensstränge laufen deswegen gegen René Benko und andere Verantwortliche der Signa-Gruppe. Es geht unter anderem um den Verdacht auf Betrug, Untreue, Bankrott und verdeckte Vermögensverlagerungen.

Für René Benko dürfte der Termin vor Gericht in Innsbruck also nur der zweite Prozess von noch vielen weiteren sein. Der Signa-Komplex gilt das komplizierteste Verfahren in der Geschichte des Landes. Auf die Justiz in Österreich wartet noch viel Arbeit.

Im Video: BR-Korrespondent Andreas Bachmann vom ersten Benko-Prozess (14.10.2025)

BR-Korrespondent Andreas Bachmann vom ersten Benko-Prozess (14.10.2025)
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BR-Korrespondent Andreas Bachmann vom ersten Benko-Prozess (14.10.2025)

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