Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kletterte selbst auf das zerstörte Dach der Kathedrale um sich von den Schäden ein Bild zu machen.
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kletterte selbst auf das zerstörte Dach der Kathedrale um sich von den Schäden ein Bild zu machen.
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kletterte selbst auf das zerstörte Dach der Kathedrale um sich von den Schäden ein Bild zu machen.

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Höhlenkloster brennt: Russische Angriffe treffen Kiews Welterbe

Höhlenkloster brennt: Russische Angriffe treffen Kiews Welterbe

Bei den jüngsten russischen Luftangriffen auf die Ukraine wurde auch die Hauptkirche des historischen Höhlenklosters in Kiew beschädigt. Es gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Ministerpräsidentin Swyrydenko sprach von einem "Angriff auf unser Erbe".

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Während einer neuen Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten. Laut dem zuständigen Militärgouverneur gibt es "ernsthafte Schäden". Er beschuldigte Russland, bewusst "das Herz eines der größten christlichen Heiligtümer" angegriffen zu haben.

Selenskyj besichtigt beschädigtes Kathedralen-Dach

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kletterte am Montag selbst auf das Dach der massiv beschädigten Mariä-Entschlafens-Kathedrale, um sich mit Geistlichen und Regierungsvertretern ein Bild von den Schäden zu machen, wie auf einem von ihm veröffentlichten Video zu sehen war. Der Vorsteher des Klosters teilte mit, dass die Ikonen und anderen Heiligtümer des Klosters in Sicherheit gebracht werden konnten.

Russland habe den Stadtteil mit dem Kloster absichtlich mit zwei Drohnen angegriffen. Selenskyj äußerte sich aber bei Telegram nicht dazu, ob – wie von Russland behauptet – eine Rakete der ukrainischen Flugabwehr in das Heiligtum krachte. Selenskyj drohte Moskau mit einer "gerechten Antwort" Kiews. Nach Regierungsangaben wird die Kirche wieder instand gesetzt.

Angriff auf Kultur als Angriff auf Identität

Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko nannte die Attacke auf der Plattform X einen "brutalen Angriff auf unsere Bevölkerung und unser Erbe. Dies sei "das wahre Gesicht der orthodoxen Werte Russlands". Kulturministerin Tetjana Bereschna, die auch stellvertretende Regierungschefin ist, schrieb bei Facebook, Russland greife weiterhin gezielt nicht nur die zivile Infrastruktur und die Zivilbevölkerung an, sondern auch kulturelle Einrichtungen, die die ukrainische Identität, das Gedächtnis und die Geschichte bewahren".

Bundesregierung verurteilt russische Angriffe

Auch die Bundesregierung hat den Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster scharf verurteilt. Es gehe nicht nur um ein wichtiges Kulturgut; es sei auch "offensichtlich zu einer erheblichen Anzahl an Toten gekommen", sagte ein Vize-Regierungssprecher am Montag in Berlin.

Der Fall zeige einmal mehr, wer bereit sei, über einen Frieden zu sprechen; das sei die Ukraine. Und wer anders agiere, das sei Russland. Es zeige, wie wenig die russische Seite an einer Beruhigung und einer Befriedung interessiert sei. Das Thema stehe auch auf der Agenda des G7-Gipfels, so der Sprecher.

Frankreichs Außenminister: "Wie ein Bombardement von Notre-Dame"

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot verglich den Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster mit einem Bombardement der Pariser Kathedrale Notre-Dame. "Dies ist ein Unesco-Weltkulturerbe, was für uns in Frankreich so wäre, als ob Notre-Dame oder Saint-Denis bombardiert worden wären, was völlig inakzeptabel ist", sagte Barrot bei seiner Ankunft zu einem Treffen der EU-Außenminister.

Weltkulturerbe mit jahrhundertelanger Geschichte

Die Klosteranlage auf den Hügeln am Fluss Dnipro steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco und gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe. Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Herzstück ist die 1941 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaute Kathedrale.

Im unteren Teil des Klostergeländes mit mehreren Museen befindet sich das im Mittelalter angelegte Höhlensystem mit mumifizierten Überresten von Geistlichen. Dieser Teil wird weiterhin von der ukrainisch-orthodoxen Kirche genutzt, die sich bis zum russischen Einmarsch 2022 als Teil des Moskauer Patriarchats sah, danach jedoch von Moskau lossagte.

Mit Informationen von DPA, AP und Reuters

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