Unmittelbar vor einem als entscheidend geltenden Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump für ein Friedensabkommen hat Russland die Ukraine erneut mit schweren Luftangriffen überzogen. In Kiew waren in der Nacht zum Samstag Explosionen zu hören, während die ukrainische Luftabwehr im Einsatz war.
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Weite Teile von Kiew nach Angriffen ohne Strom und Heizung
Bei den Angriffen auf die Hauptstadtregion starben nach jüngsten Behördenangaben zwei Menschen, etwa 30 wurden verletzt. Mehrere Wohnhäuser gerieten in Brand. Außerdem seien durch den Beschuss mehr als eine Million Haushalte im Großraum Kiew von der Stromversorgung abgeschnitten worden, erklärte der Energieversorger DTEK. Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko fiel in 2.600 Wohngebäuden sowie hunderten Kindergärten, Schulen und anderen sozialen Einrichtungen die Heizung aus.
Präsident Selenskyj erklärte im Onlinedienst X, die russischen Angriffe mit fast 500 Drohnen und 40 Raketen zeigten, dass die Russen "den Krieg nicht beenden" wollten, sondern lieber "jede Gelegenheit nutzen, um der Ukraine noch größeres Leid zuzufügen und ihren Druck auf andere in aller Welt zu erhöhen".
Die russische Armee erklärte, Hyperschallraketen und Drohnen eingesetzt zu haben, um Infrastruktur und Energieanlagen, "die im Interesse der ukrainischen Streitkräfte genutzt werden", sowie militärische Standorte zu treffen.
Selenskyj zuversichtlich vor Treffen mit Trump
Die Angriffe erfolgten einen Tag vor dem geplanten Treffen von Selenskyj mit US-Präsident Trump in Florida. Auf Trumps privaten Anwesen Mar-a-Lago wollen die beiden den US-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs besprechen.
Im Mittelpunkt steht Selenskyj zufolge die Frage, welche Gebiete die Ukraine der Kontrolle Russlands überlassen muss. Dies gilt als größte Hürde für ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland. Mit Blick auf die Gespräche über den Friedensplan erklärte Selenskyj, die Ukraine habe ihre "roten Linien". Er sei aber sicher, dass ein Kompromiss gefunden werden könne. Der russische Präsident Wladimir Putin fordert unter anderem den gesamten Donbass im Osten der Ukraine für sein Land.
Kommandeur "Whitrex" stirbt in der Ukraine
Bei einem Drohnenangriff starb unterdessen in dem von Kiew kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Saporischschja der gegen Moskaus Truppen kämpfende Kommandeur des russischen Freiwilligenkorps RDK, Denis Kapustin. Das teilte das RDK, das an der Seite der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg kämpft, bei Telegram mit.
Die aus russischen Kämpfern bestehende Einheit kündigte Vergeltung an, für den Tod von "Whitrex", wie Kapustin mit Kampfnamen hieß. Das RDK war in der Vergangenheit in dem Krieg auch mit Kämpfern und schwerer Militärtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort zeitweilig Ortschaften kontrolliert.
Im Video: Selenskyj trifft Trump zu Gesprächen über Friedensplan
Auch während der Weihnachtsfeiertage hat Russland die Ukraine massiv angegriffen.
Mit Informationen von AFP, dpa und Reuters
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