Wolodymyr Seleskyj auf der Münchner Sicherheitskonferenz
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Selenskyj: "Schauen Sie sich das Leid der Ukrainer an"

Selenskyj: "Schauen Sie sich das Leid der Ukrainer an"

Der ukrainische Präsident Selenskyj richtet in München den Blick auf das Leid der Ukrainer: Die Politik solle sich ein Beispiel an ihrem Mut und ihrer Tatkraft nehmen. Die Luftverteidigung müsse dringend besser werden - der Nachschub sei schleppend.

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

Es geht Wolodymyr Selenskyj zu langsam mit den Waffenlieferungen der westlichen Verbündeten der Ukraine. "Manchmal gelingt es uns, neue Raketen für unsere Patriots oder Nasams erst kurz vor einem Angriff und manchmal sogar nur im allerletzten Moment bereitzustellen", sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz. In den Mittelpunkt seiner Rede rückte er das Leid der Menschen in seinem Land. Auf einer Leinwand hinter ihm waren russische Drohnenangriffe und ihre Abwehr zu sehen.

"Stellen Sie sich das in Ihrer Heimat vor"

In einem Monat müssten sich die Ukrainer gegen 6.000 Kampfdrohnen, 150 Raketen und mehr als 5.000 Gleitbomben aus Russland verteidigen. "Stellen Sie sich das mal in Ihren eigenen Heimatländern vor", appellierte Selenskyj. Es gebe in seinem Land kein einziges Kraftwerk, das noch nicht beschädigt sei. "Aber wir erzeugen immer noch Strom, dank unserer Menschen." Die Ukrainer seien bereit, sofort zu handeln. Die westlichen Politiker müssten von dieser Schnelligkeit lernen.

Lob und Kritik für Trump

Am Dienstag und Mittwoch gehen in Genf die trilateralen Ukraine-Verhandlungen weiter. Selenskyj blickt mit einer Mischung aus Zuversicht und Skepsis dorthin. "Ehrlich gesagt fühlt es sich manchmal so an, als würden alle über völlig verschiedene Dinge sprechen." Für die USA hielt er Kritik und Lob bereit. Selenskyj warf der Trump-Administration vor, nur von der Ukraine Konzessionen zu verlangen, nicht aber von Russland. Er bedankte sich aber ausdrücklich für die amerikanische Unterstützung

Selenskyj erwähnte den ukrainischen Skeleton-Fahrer, der bei den Olympischen Winterspielen disqualifiziert wurde, weil er auf seinem Helm Fotos getöteter ukrainischer Sportler zeigen wollte. Der Athlet sei schon wegen der Absicht sanktioniert worden. "Aber was ist mit den russischen Absichten?", fragte Selenskyj rhetorisch. Russland führe Verhandlungen nur, "um den Krieg hinauszuzögern und sich Zeit zu erkaufen." Putin könne allein mit Stärke zu echten Verhandlungen gezwungen werden.

Selenskyj grundsätzlich bereit zu Wahlen

Selenykyj erklärte sich bereit, Wahlen vorzubereiten, "wenn Trump darauf besteht". Allerdings seien Wahlen während eines Krieges schwer zu organisieren. "Bei uns werden die Menschen mit Raketen beschossen." Und einen sarkastischen Seitenhieb hielt Selenskyj für den russischen Präsidenten Putin bereit: "Wir können den Russen auch einen Waffenstillstand anbieten, damit sie Wahlen abhalten können."

"Putin ist Sklave des Kriegs"

Putin lebe nicht "wie ein normaler Mensch. Er kann sich ein Leben ohne Macht nicht vorstellen", sagte Selenskyj. Putin werde auch andere Nationen nicht loslassen. Er sei ein Sklave des Krieges. Deshalb müsse es nach einem Waffenstillstand echte, starke Sicherheitsgarantien für die Ukraine geben. Nur das werde den Ukrainern das Vertrauen in eine Friedensregelung geben.

"Wir können uns in den Verhandlungen bewegen, wenn wir unser Gesicht nicht verlieren", sagte Selenskyj. Die Ukraine sei schon viele Kompromisse eingegangen, während man von Russland keine Kompromissbereitschaft vernehme. Eine Aufgabe der derzeit von Russland besetzten ostukrainischen Gebiete lehnte Selenskyj allerdings ab. "Es ist unser Gebiet, und es muss unser Gebiet bleiben."

Im Video: Selenskyj - "Putin ist ein Sklave des Kriegs"

Wolodymyr Selenskyj fordert erneut Sicherheitsgarantien für die Ukraine und für ganz Europa.
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Wolodymyr Selenskyj fordert erneut Sicherheitsgarantien für die Ukraine und für ganz Europa.

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