Tanken wird immer teurer: Übers Wochenende ist der Preis für Superbenzin der Sorte E10 auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter 2,273 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 1,7 Cent mehr als am Freitag. Diesel legte sogar um 3,5 Cent zu. Ein Liter kostete am Sonntag im Tagesschnitt 2,404 Euro und war damit nur noch 4,3 Cent von seinem Rekord aus dem April entfernt.
In den vergangenen beiden Wochen haben die Spritpreise kräftig angezogen. Noch am 30. August war E10 um gut 12 Cent billiger als am Sonntag. Diesel um gut 20 Cent. Nach neuen Nachrichten über die angespannte Lage im Nahen Osten haben die Ölpreise zum Wochenstart zugelegt.
Angriff auf saudische Ölpipeline
Der Schiffsverkehr in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus ist seit Monaten praktisch zum Erliegen gekommen. Zudem rückte die Huthi-Miliz weiter nach Süden vor, in Richtung der wichtigen Meerenge Bab al‑Mandab. Laut Huthi-Kreisen und Quellen in der jemenitischen Regierung nahm die Miliz dabei auch die strategisch gelegene Insel Majun (auch bekannt als Perim) ein. Zudem schaltete der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien am Wochenende nach Drohnenangriffen eine wichtige Pipeline ab.
Entwicklung im Nahen Osten treibt den Ölpreis
Ein für diesen Montag geplantes Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman findet nicht statt. Berichten zufolge war eigentlich geplant, dass bei dem Treffen der Iran und der Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus vorstellen wollten.
Der Preis für Rohöl ist typischerweise der wichtigste Treiber für Änderungen beim Spritpreis. Regional und je nach Uhrzeit können die Preise aber stark abweichen. Aktuell ist Sprit in Süddeutschland – insbesondere in Bayern – ein gutes Stück günstiger, im Norden und besonders in Ostdeutschland teurer, wie aus Daten des Spritpreisportals Tankerkönig hervorgeht.
Zudem schwankt der Preis im Tagesverlauf stark – nach dem Preissprung am Mittag sind die Kraftstoffe meist mehr als 20 Cent teurer als unmittelbar davor. Am Nachmittag fallen sie dann meist rasch wieder, bis sie am späten Vormittag üblicherweise ihr Tagestief erreichen.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte am Sonntagabend zum Auftakt der CSU-Vorstandsklausur, dass es auch angesichts der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten wichtig sei, noch einmal alles zu überprüfen. "Das könnte nochmal bedeuten, dass wir uns noch mal zwingend beschäftigen müssen mit dem Thema Energiepreise in Deutschland, weil dauerhaft können die auf dem hohen Niveau nicht bleiben", so Söder.
Mit Informationen von dpa
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