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Spritpreise steigen: Iran und Huthis erhöhen Druck auf Trump

Spritpreise steigen: Iran und Huthis erhöhen Druck auf Trump

Erst die Straße von Hormus, jetzt die Meeresenge Bab al-Mandab: Der Iran und die Huthis sind dabei, die beiden wichtigsten Schiffsrouten in der Region zu sperren. Weltweit steigen die Spritpreise. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Der Vormarsch kam überraschend, die Folgen sind dramatisch: "Das ist ein bedeutender, fast beispielloser strategischer Erfolg für den Iran und die Huthis," wie der israelische Sicherheitsexperte Dennis Citrinowicz die Geschehnisse der vergangenen Tage in der "Washington Post" zutreffend analysiert.

Kommen nun Entlastungen für Autofahrer in Deutschland? Darüber sprach BR24 mit den BR-Journalisten Clemens Verenkotte aus der Redaktion Politik und Hintergrund und Jakob Mayr, BR-Hauptstadtkorrespondent. Das Video finden Sie oberhalb des Artikels.

Binnen einer knappen Woche gelang es den Huthi-Milizen, das gesamte Küstengebiet des Jemen bis an die Grenze zu Saudi-Arabien einzunehmen. Das Ziel der Militäroffensive: der Erdöl-Großmacht Saudi-Arabien den letzten Zugang für den Export ihrer Rohstoffe zu versperren, die Energiepreise weltweit in die Höhe zu treiben und damit zugleich den Druck auf US-Präsident Donald Trump zu erhöhen.

Saudische Exportrouten blockiert

Saudi-Arabien hatte seit Beginn des Iran-Kriegs versucht, die faktisch gesperrte Straße von Hormus zu umgehen. Es leitete das Erdöl über eine Ost-West-Pipeline zum saudischen Hafen Yanbu am Roten Meer. Diese Pipeline haben irakische Milizen, die mit dem Iran verbündet sind, mit Drohnenbeschuss in der vergangenen Woche zerstört. Seitdem sind die Erdöl-Preise deutlich angestiegen, auf über 108 Dollar pro Barrel (159 Liter, Stand 16.09.26).

Der Iran und seine Ableger im Jemen und Irak sind dabei, die beiden wichtigsten Schifffahrtsrouten der Weltwirtschaft unter ihre vollständige Kontrolle zu bringen: Erst die Straße von Hormus und jetzt die Meeresenge Bab al-Mandab die Schiffspassage zwischen dem Indischen Ozean und dem Roten Meer. Es sei damit zu rechnen, dass es zu einem monatelangen Rückgang der Ölreserven und einer Erschöpfung der weltweiten Vorräte kommen werde, wie das "Wall Street Journal" die Prognose des Vorstandsvorsitzenden des US-Konzerns Chevron, Mike Wirth, wiedergibt.

Trump in einer strategischen Zwickmühle

Für US-Präsident Trump ist die Perspektive sechs Wochen vor den Zwischenwahlen zum Kongress alles andere als günstig, mit der Sperrung der beiden zentralen Schifffahrtsrouten vom iranischen Hardliner-Regime in Teheran und dessen Ableger vorgeführt zu werden. Trump möge zwar den Krieg im Nahen Osten vor den Wahlen "vielleicht vergessen wollen, doch der Krieg hat ihn nicht vergessen", analysiert das "Wall Street Journal“ in seinem Leitartikel.

Die jüngsten Vorstöße der Huthi-Milizen ließen die US-Einsätze im Krieg gegen den Iran über die Straße von Hormus hinaus eskalieren. "Wird sie jemand aufhalten?", fragt die einflussreiche US-Zeitung. Präsident Trump jedenfalls hat signalisiert, dass er nicht gewillt ist, militärisch einzugreifen. "Die wollen nicht mit uns kämpfen," sagte Trump am Samstag, einen Tag, nachdem die saudische Ost-West-Pipeline durch Drohnenangriffe außer Betrieb gesetzt worden war. Die Huthis würden "die meisten Schiffe durchlassen." Die Huthis hätten nur mit einem Land ein Problem, "und das werden wir klären." Damit spielte Trump auf Saudi-Arabien an, das jahrzehntelang auf den Schutz durch die USA gesetzt hatte.

Ein weiteres Indiz für die mangelnde Bereitschaft Trumps, dem Königreich zur Seite zu stehen: Trump habe die Bitte des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salam vor wenigen Tagen abgelehnt, die Huthi-Milizen anzugreifen, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Ein Wiederaufflammen des Kriegs gegen den Iran und seine Ableger will Trump vermeiden. Doch an den Zapfsäulen in den USA und dem Unmut der Verbraucher kann das Weiße Haus ablesen, dass Abwarten und Zuschauen keine Dauerlösung seien wird.

Erdölpreis dürfte weiter steigen

Je länger Saudi-Arabien nicht mehr in der Lage ist, sein Erdöl zu den internationalen Märkten gesichert liefern zu können, desto höher werden die Erdöl-Preise steigen. "Das ist beispiellos," stellt die Energieexpertin Amena Bakr von der Schifffahrts-Analyse-Firma Kpler fest. "Wir haben zwei wichtige Wasserstraßen, die blockiert sind.

Es gibt aktive Angriffe, der Iran eskaliert seine Angriffe, Stellvertreter sind aktiv, und es gibt keine Anzeichen für diplomatische Gespräche," sagte die Energieexpertin Bakr der "New York Times." Aus Sicht der Energiesicherheit "ist das eine katastrophale Situation." Die US-Bank Goldman Sachs warnt, dass die Erdölpreise bis auf 120 Dollar pro Barrel steigen könnten, falls es bei den Angriffen im Persischen Golf und im Roten Meer bleiben sollte.

Im Audio: Straße von Hormus und Meeresenge Bab al-Mandab gesperrt

Anhänger der jemenitischen Huthi-Rebellen versammeln sich im von den Huthis kontrollierten Sanaa im Jemen bei einer Kundgebung, die zur Feier der Eroberung der Insel Mayun in der strategisch wichtigen Meerenge von Bab el-Mandeb durch die Gruppe organisiert wurde.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Osamah Abdulrahman
Audiobeitrag

Anhänger der jemenitischen Huthis bei einer Feier der Eroberung der Insel Mayun in der strategisch wichtigen Meerenge von Bab el-Mandeb.

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