03.01.2026, Berlin: Passanten gehen durch den Bahnhof Wannsee nach einem Stromausfall.
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Stromausfall in Berlin: Wie ist Bayern geschützt?

Stromausfall in Berlin: Wie ist Bayern geschützt?

Kein Strom, keine Heizung, Dunkelheit: Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung vom Samstag hat auch heute noch spürbare Konsequenzen. Wie gut ist Bayerns Infrastruktur geschützt? BR24 hat dazu exklusiv Bayerns Innenminister Herrmann interviewt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Zehntausende Menschen mitten im Winter ohne Strom, Heizung und warmes Essen, Dunkelheit und ein Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften: Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung vom Samstag hat für die Hauptstadt dramatische Folgen, die noch tagelang zu spüren sein werden. Es wurde die sogenannte Großschadenslage ausgerufen, um so leichter etwa Hilfe der Bundeswehr in Anspruch nehmen zu können.

Nach Einschätzung der Bundesregierung ist noch nicht sicher, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag auf das Berliner Stromnetz steckt. Eine linksextremistische Motivation sei "naheliegend", aber die Ermittlungen liefen noch, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin.

Wie verletzlich ist die Infrastruktur in Deutschland? Und wie kann man sich auf so einen Extremfall vorbereiten? Darüber haben wir mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Robert Schmitt, dem Präsidenten des Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland (externer Link) gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Bekennerschreiben der "Vulkangruppe"? Ermittlungen laufen

Eine linksextremistische Gruppierung namens Vulkangruppe will sich zu dem Brandanschlag bekannt haben. "Die Authentizität des Bekennerschreibens ist bislang aus unserer Sicht nicht abschließend geklärt", erklärte die Ministeriumssprecherin. Darum kümmere sich das Bundesamt für Verfassungsschutz. 

Das lange Schreiben der sogenannten "Vulkangruppe" trägt die Überschrift "Den Herrschenden den Saft abdrehen". In der Gier nach Energie werde "die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört", heißt es dort. Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei "erfolgreich sabotiert" worden. Stromausfälle seien aber "nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft", so die Gruppe in dem Schreiben.

Berlins Bürgermeister kündigt "gerechte Strafe" an

"Wir werden massiv und ganz engagiert ermitteln, wer diese Täter sind, die verdienen eine wirklich gerechte Strafe", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zu dem Schreiben. Erst im September 2025 hatte ein ähnlicher Anschlag einen großen Blackout im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick zur Folge.

Notstromaggregate sollen vorübergehend Abhilfe schaffen

Von den ursprünglich 40.000 betroffenen Haushalten sind Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) zufolge am heutigen Montag etwa 14.500 wieder am Netz. 9.000 von etwa 12.000 Fernwärmekunden könnten wieder versorgt werden. Auch die Wasser- und Abwasserversorgung sei über Notstromaggregate gesichert. "Heute wird es darum gehen, dass wir weiter an den Baustellen arbeiten. Da sind wir im Zeitplan", betonte Giffey. Zusätzliche Notstromaggregate sollen dafür sorgen, dass insbesondere Senioreneinrichtungen und Supermärkte wieder ans Netz kommen – "und zwar deutlich vor Donnerstag".

Mit Informationen von dpa und AFP

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