"Wir dürfen die Menschen im Sudan nicht vergessen." Mit diesen Worten bringt Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) die Dramatik eines Konflikts auf den Punkt, der seit drei Jahren zu den brutalsten weltweit zählt – und dennoch aus dem Fokus der internationalen Öffentlichkeit verschwindet. Die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart hat sich dort entwickelt, Millionen Menschen leiden Hunger.
Zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns sollte genau das verhindert werden: das Vergessen. "Der Krieg geht die Welt an", so Außenminister Johann Wadephul (CDU). In Berlin kamen für die Sudan-Konferenz Vertreter aus mehr als 60 Ländern zusammen, ebenso aus der Europäischen Union, der Afrikanischen Union und internationalen Organisationen. Ziel der Konferenz: Aufmerksamkeit schaffen – und konkrete Hilfe mobilisieren. "Um das grundsätzliche Ziel überhaupt: um Menschlichkeit", so Wadephul.
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Krieg im Sudan tobt
1,3 Milliarden Euro Hilfe für den Sudan
Der CDU-Politiker formulierte im Vorfeld ein klares Ziel: Mehr als eine Milliarde Euro sollten an Hilfe zusammenkommen. Insgesamt wurden 1,3 Milliarden Euro zugesagt. Deutschland selbst will die humanitäre Hilfe für den Sudan um 212 Millionen Euro für schnelle Unterstützung aufstocken. In die bisherige Entwicklungshilfe fließen zusätzlich rund 20 Millionen Euro, etwa für langfristige Projekte.
Die Summen sind bemerkenswert – gerade vor dem Hintergrund knapper Haushalte und global sinkender Hilfsbudgets. Die USA haben sich aus fast allen Projekten der Entwicklungshilfe zurückgezogen. Auch Deutschland hat seine Mittel für humanitäre Hilfe seit 2025 halbiert. Das international vereinbarte Ziel, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen, hat die Bundesrepublik vergangenes Jahr verfehlt. Es wurden nur 0,56 Prozent ausgegeben. Das hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit mitgeteilt.
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