US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfeltreffen in Ankara.
US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfeltreffen in Ankara.
Bild
Am Rande des Nato-Gipfels hat US-Präsident Trump die Anführer des Irans als "Verrückte" bezeichnet und erklärt, der Waffenstillstand sei vorbei.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Alex Brandon
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Alex Brandon
Audiobeitrag

Am Rande des Nato-Gipfels hat US-Präsident Trump die Anführer des Irans als "Verrückte" bezeichnet und erklärt, der Waffenstillstand sei vorbei.

Audiobeitrag
>

Trump erklärt Rahmenabkommen mit Iran für beendet

Trump erklärt Rahmenabkommen mit Iran für beendet

Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran ist vorbei: US-Präsident Trump hat das geschlossene Rahmenabkommen offiziell für gescheitert erklärt. Hintergrund sind gegenseitige Angriffe. Unklar ist, was das für die laufenden Verhandlungen heißt.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Zwischen den USA und dem Iran stehen die Zeichen wohl endgültig wieder auf Eskalation. US-Präsident Donald Trump hat am Rande des Nato-Gipfels in Ankara mitgeteilt, dass das Rahmenabkommen zur Beendigung des Konflikts mit Teheran hinfällig sei. Damit sei auch die Mitte Juni offiziell ausgerufene Waffenruhe beendet: "Was mich betrifft, ist sie vorbei."

Trump sieht Ende des Waffenstillstands - will Gespräche aber ermöglichen

Trump sagte weiter, er wolle nicht mit Teheran verhandeln und mit dem Iran nichts mehr zu tun haben. Das seien "kranke Leute", so Trump bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. "Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit ihnen abzugeben." Der US-Präsident war in Ankara zunächst gefragt worden, ob die Waffenruhe beendet sei – und beim zweiten Nachhaken der Reporterin, ob die Waffenruhe und das Rahmenabkommen mit dem Iran nun Geschichte seien. 

Er werde seine Unterhändler weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, so Trump. Der 80-Jährige äußerte jedoch Zweifel am Ergebnis. "Sie können beraten, aber ich glaube, sie verschwenden ihre Zeit", sagte er.

Gegenseitige Attacken zuletzt wieder aufgeflammt

Vorausgegangen sind neue gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Das US-Militär hatte in der Nacht zum Mittwoch nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran attackiert. Die Armee begründete die neue Angriffswelle mit einem vorangegangenen Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus, für den Washington die Führung in Teheran verantwortlich macht. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Trump sprach im Anschluss von "sehr heftigem" Beschuss und ergänzte: "Wir haben ihnen gestern Abend sehr hart zugesetzt, sehr hart."

Der Iran reagierte wiederum am frühen Morgen mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait. In beiden Ländern wurde Luftalarm ausgelöst. Teheran verurteilte Washingtons Vorgehen umgehend als "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.

Katar: Weg des Dialogs und der Diplomatie weiter verfolgen

Seit Anfang April hatte in dem US-israelischen Krieg gegen den Iran bereits eine brüchige Waffenruhe gegolten. Mitte Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen, das weitere Verhandlungen zu einer dauerhaften Beendigung des Krieges vorsieht. Die immer wieder aufflammenden Gefechte hatten bisher nicht zum Abbruch der Verhandlungen geführt.

Nach den Attacken der USA auf den Iran und Gegenangriffen Teherans auf US-Stützpunkte in der Region hat der Vermittler Katar beide Seiten zur Deeskalation aufgerufen. Das katarische Außenministerium forderte im Onlinedienst X, "den Weg des Dialogs und der Diplomatie weiter zu verfolgen". Doha verurteilte zudem die iranischen Angriffe auf Kuwait und Bahrain und betonte die Notwendigkeit, "die Region vor den Folgen dieser unbegründeten Angriffe zu bewahren".

Mit Informationen von AFP und Reuters

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!