US-Präsident Donald Trump kommt zur Verleihung der "Medal of Honor"
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Trump schließt Einsatz von Bodentruppen im Iran nicht aus

Trump schließt Einsatz von Bodentruppen im Iran nicht aus

"Was immer nötig ist, wir werden es tun": Der Einsatz im Iran kann nach Angaben von US-Präsident Trump notfalls länger dauern als ursprünglich geplant. Die "große Welle" an Angriffen stehe noch bevor, Bodentruppen schließt er nicht aus.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Die USA kommen mit ihrem Militäreinsatz gegen den Iran nach den Worten von Präsident Donald Trump schneller voran als geplant. "Wir sind unseren Zeitprognosen bereits erheblich voraus", sagte Trump am Montag. Zugleich betonte er, dass die US-Streitkräfte "weitaus länger" im Einsatz bleiben könnten als die ursprünglich geplanten vier bis fünf Wochen. "Was immer nötig ist, wir werden es tun".

Mit der Entscheidung zum Angriff gegen den Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt, sagte der US-Präsident. "Dies war unsere letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu beseitigen", sagte Trump.

Die USA und Israel hatten am Samstag einen Großangriff auf den Iran gestartet. Dabei töteten die Streitkräfte den obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie in mehreren Golfstaaten.

Trump schließt Bodentruppen im Iran nicht aus

Im Interview mit dem Sender CNN drohte Trump eine Eskalation an. "Wir haben noch nicht einmal angefangen, sie hart zu treffen. Die große Welle ist noch nicht einmal gekommen", sagte der US-Präsident ohne nähere Erklärungen. "Die große Welle kommt bald."

Trump schloss in einem Interview mit der "New York Post" den Einsatz von Bodentruppen nicht aus, fügte aber hinzu: "Wahrscheinlich brauchen wir sie nicht." Er habe keine Angst bei dem Thema. "Jeder Präsident sagt: 'Es wird keine Bodentruppen geben.' Ich sage das nicht".

Die Debatte um die sogenannten "Boots on the ground", also ob es zum Einsatz von Soldaten auf feindlichem Boden kommt, gilt in den USA als höchst heikel. Seit den langjährigen und verlustreichen Kriegen im Irak und in Afghanistan reagiert die amerikanische Öffentlichkeit besonders sensibel auf die Entsendung von Bodentruppen in den Nahen Osten.

Hegseth: Kein "Regimewechselkrieg"

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schloss ebenfalls den Einsatz von Bodentruppen nicht aus. Zugleich trat er Befürchtungen entgegen, es könne ein langandauernder Krieg wie im Irak werden. Die USA haben ihm zufolge ihre Lehren aus der Vergangenheit gezogen und gehen mit einem klaren Fokus in den Krieg: "Die Raketenbedrohung zerstören, die Marine zerstören, keine Atomwaffen." Hegseth betonte, es handle sich nicht um einen "Regimewechselkrieg".

Ein Umsturz im Iran solle durch die Bevölkerung erfolgen, so sieht es auch Israel. Es sei das angestrebte Ergebnis, "dass das iranische Volk in der Lage sein wird, dieses Regime für sich selbst zu beseitigen, und damit auch für uns, für die gesamte Region und für die ganze Welt", sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.

Experte: Regimewechsel nicht in greifbarer Nähe

Geopolitik-Experte Klemens Fischer von der Universität Köln sagte BR24, die Dauer des Krieges liege "in der Hand der Mullahs". Solange die iranische Führung ihren Verteidigungskampf aufrechterhalten könne, werde sie die USA zu einem langen Kampf zwingen. Sollte sie jedoch erkennen, den Krieg nicht mehr managen zu können, werde sie Verhandlungen anstreben. Eines sei derzeit jedoch so gut wie sicher, betonte der Experte: "Ein Regimewechsel, der ist derzeit nicht in greifbarer Nähe."

In dem am Samstag begonnenen Krieg sind bereits zahlreiche Menschen getötet worden. Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Tote. Auch in Israel gab es Tote und Verletzte durch iranische Gegenangriffe. Das US-Militär teilte mit, vier US-Soldaten seien getötet worden. Irans Sicherheitsratschef Ali Laridschani lehnte Verhandlungen mit den USA ab. Er warf Trump in einer Botschaft im Onlinedienst X vor, die Region "mit seinen 'illusorischen Träumen' ins Chaos gestürzt" zu haben.

Karte zur militärischen Lage im Nahen Osten

Katar schießt iranische Kampfflugzeuge ab

Derweil entbrannte der Dauer-Konflikt im Libanon mit neuer Intensität. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz griff in der Nacht Ziele im Norden Israels an – als "Vergeltung" für die Tötung Chameneis. Die israelische Armee reagierte mit Angriffen auf den Süden des Libanon und südliche Vororte der Hauptstadt Beirut. Dabei wurden nach Angaben der libanesischen Regierung mindestens 52 Menschen getötet und 154 weitere verletzt.

Die Golfstaaten, in denen amerikanische Militärbasen sind, werden unterdessen immer weiter in den Konflikt hineingezogen. Katar hat nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge abgeschossen. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, sie hätten am Montag neun ballistische Raketen, sechs Marschflugkörper und 148 Drohnen aus dem Iran abgefangen. Die kuwaitische Luftverteidigung schoss indes versehentlich mehrere US-Kampfjets ab, wie das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) mitteilte. Die Besatzungen hätten überlebt.

Erstmals getroffen wurde in der Nacht zum Montag auch europäisches Gebiet. Im britischen Luftwaffen-Stützpunkt Akrotiri auf Zypern schlug nach Angaben der Präsidentschaft eine iranische Drohne ein, wobei die Landebahn beschädigt wurde. Großbritannien hatte den USA die Nutzung britischer Stützpunkte für "defensive" Zwecke erlaubt.

Im Video: Iran-Krieg – so ist die Lage

Angriff auf Teheran
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Videobeitrag

Angriff auf Teheran

Mit Informationen von dpa und AFP

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