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(Archivbild) Trumps Öl-Deal mit Venezuela: Erfolg oder Luftnummer?
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Trumps Öl-Deal mit Venezuela: Erfolg oder Luftnummer?

Trumps Öl-Deal mit Venezuela: Erfolg oder Luftnummer?

Vor einer Woche hat der US-Präsident den angeblich "größten Öl-Deal der Weltgeschichte" verkündet. Jetzt sind neue Details bekannt. Kann Trump damit im Kongress-Wahlkampf punkten? Eine Analyse.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Ist es ein genialer Schachzug, der das Schlamassel des Iran-Kriegs vergessen macht und vor den Kongress-Zwischenwahlen sinkende Benzinpreise verspricht? Oder ist Trumps großspurig verkündeter Venezuela-Deal am Ende eine Luftnummer – Erfolgsaussichten mehr als ungewiss?

"Generationenerfolg" - mit langen Vorlaufzeiten

Selbst der grundsätzlich Trump-treue TV-Sender Fox News lässt Skepsis durchklingen. Zwar sprach ein Fox-Energieexperte von einem "generational win", einem Generationenerfolg für Verbraucher, und betonte, Venezuela verfüge über die größten Ölreserven der Welt, US-Technologie könne die Industrie dort deutlich produktiver machen und langfristig für sinkende Energiepreise sorgen. Doch die Betonung lag auf "langfristig".

In Online-Artikeln verwies Fox News darauf (externer Link), dass jahrelange Investitionen, Reparaturen der maroden Infrastruktur und neue Bohrungen notwendig sind, bis die extrem schweren venezolanischen Ölsorten genutzt werden können. Tenor: Ein schnelles Sinken der Benzinpreise in den USA ist nicht zu erwarten, schon gar nicht vor den Zwischenwahlen am 3. November.

Es "riecht nach einem schlechten Deal"

Andere US-Medien gehen in ihrer Kritik deutlich weiter. Das Magazin "Time" fragt: "Wie können sich die USA die natürlichen Ressourcen eines souveränen Staates aneignen?" Das Wall Street Journal hat recherchiert, dass sich auch das US-Verteidigungsministerium mit eigenem Kapital am Öl-Deal beteiligen will. Dies sei eine "ungewöhnliche Ausweitung" der Rolle der US-Regierung: vom Förderer privater Energieinvestitionen hin zum Miteigentümer von Ölkonzernen.

Die Washington Post kommentiert: "Sich auf Projekte einzulassen, die selbst erfahrene Ölkonzerne bislang nicht in Angriff genommen haben, riecht nach einem schlechten Deal. Ein sinnvollerer Weg für die US-Regierung wäre, das unternehmerische Risiko in Venezuela zu verringern, indem sie sich für möglichst baldige freie und faire Wahlen sowie für die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit einsetzt".

Amos Hochstein, früher Energie-Berater von Ex-Präsident Joe Biden, sagte der Nachrichtenagentur AP, mit dem Deal betrete man "rechtlich und diplomatisch unerforschtes Terrain". Sollte in Washington wieder ein demokratischer Präsident das Sagen haben oder es in Caracas zu einem Regierungswechsel kommen, erwarte er "Anfechtungen dessen, was gerade angekündigt wurde".

Schlüsselrolle eines umstrittenen Geschäftsmanns

Mehrere US-Medien rücken den venezolanischen Geschäftsmann Alejandro Betancourt in den Fokus. Sein Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP) spielt laut Washington Post eine Schlüsselrolle in Trumps Öl-Deal. Seit Jahren laufen gegen Betancourt unter anderem in der Schweiz und in Spanien Untersuchungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche. Der Unternehmer selbst weist die Vorwürfe zurück. Das US-Nachrichtenportal Axios zitiert einen US-Regierungsvertreter mit den Worten: "Ich schlage hier niemanden für die Heiligsprechung vor. Was ich sage, ist: Diese Person war der US-Regierung in der Vergangenheit hilfreich" – ein möglicher Verweis auf Betancourts Rolle bei der Vorbereitung der Festnahme von Ex-Präsident Nicolas Maduro durch US-Spezialkräfte. Maduro steht derzeit in New York vor Gericht.

Ricardo Hausmann, früherer venezolanischer Planungsminister und heute an der Universität Harvard, kritisiert insbesondere US-Außenminister Marco Rubio. Nach Recherchen mehrerer US-Medien ist es Rubio, der fast täglich mit der amtierenden Präsidentin Delcy Rodriguez telefoniert und so von Washington aus die Geschicke Venezuelas mitlenkt. Auf der Plattform X schreibt Hausmann, Rubio habe mit der Verzögerung von Wahlen und dem Öl-Deal jegliches Vertrauen verspielt, das die venezolanische Bevölkerung zuvor in die USA gehabt habe.

Die Midterms prägen auch die US-Außenpolitik

Bei aller Kritik am Öl-Abkommen steht der Zusammenhang mit den Kongress-Zwischenwahlen in den USA außer Frage. Die Abstimmung Anfang November ist das dominierende innenpolitische Thema und "prägt auch Trumps Außenpolitik", betont der Politikwissenschaftler Klemens Fischer von der Universität Köln im "Tagesspiegel". Im Iran komme Trump überhaupt nicht voran – der Hauptgrund für hohe Benzinpreise. Aber er könne nun darauf verweisen, dass der Sturz Maduros "den Amerikanern jetzt zugute komme – indem man sich wichtige Ölreserven sichere". Fischer bilanziert mit Blick auf die gesunkenen Popularitätswerte des Präsidenten: "Trump musste dringend etwas machen".

Nach aktuellen Umfragen gilt es als wahrscheinlich, dass die Demokraten zumindest im US-Repräsentantenhaus die Mehrheit von den Republikanern zurückgewinnen.

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