Eine Reihe von Europafahnen vor einer Fassade
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Europafahnen vor dem Kommissionsgebäude
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Umfrage unter EU-Bürgern: Mehr Vertrauen in Europa

Umfrage unter EU-Bürgern: Mehr Vertrauen in Europa

In einer Welt mit ständig neuen globalen Krisen sehen drei Viertel aller Europäer die Europäische Union als einen sicheren Hafen – Tendenz steigend. Das zeigt unter anderem die aktuelle Frühjahrsumfrage des EU-Parlaments.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

"Jeden Morgen geht mir Europa auf den Keks", ruft der CSU-Chef Markus Söder im Juli 2025 bei einer Veranstaltung des Bauernverbands ins Festzelt. Dann folgt einiges an EU-Kritik, etwa zur Verordnung, dass Plastikdeckel an Plastikflaschen befestigt sein müssten. In diesem Jahr erzürnte besonders das EU-verordnete Verbrenneraus den Ministerpräsidenten. Söders Fazit: In Europa fehle "praktische Vernunft".  

Bei aller EU-Kritik scheint sich die Stimmung von Europas Bürgern in eine andere Richtung zu entwickeln. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Frühjahrsumfrage des Europäischen Parlaments (externer Link), die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

EU: Ort der Stabilität in unruhiger Welt

Mit 69 Prozent sind die Deutschen besonders pessimistisch, was die Weltlage betrifft, mit stark steigender Tendenz und einer Steigerung um zehn Prozentpunkte gegenüber November 2025. Im EU-Durchschnitt sind es aktuell 58 Prozent, gegenüber 52 Prozent vor sechs Monaten. Gegenläufig ist der Blick auf die EU: Der Aussage "Die Europäische Union ist in einer unruhigen Welt ein Ort der Stabilität" stimmen 70 Prozent der Deutschen zu (EU-Durchschnitt: 75 Prozent) – Tendenz steigend.

Für Tim Büthe, Professor für Internationale Beziehungen an der Hochschule für Politik der TU München, ist das kein Widerspruch: Es sei "diese merkwürdige, aber vielleicht ja auch einen gewissen Optimismus rechtfertigende Beobachtung, dass einerseits die Leute große Unsicherheit verspüren, auf der anderen Seite aber durchaus auch hoffnungsvoll sind und das mit der europäischen Komponente verknüpfen".

Die Position der EU in der Welt

"Wenn wir jetzt zurückkehren zu nationalen Alleingängen, dann hat keiner der europäischen Staaten eine Chance auf einer Weltbühne, die von den USA und China dominiert werden", so Güthe weiter. Das sähen auch viele EU-Bürger sehr klar.

Die Deutschen sehen zu 41 Prozent Energieversorgung und Energieinfrastruktur als wichtiges Feld, in dem die EU unabhängiger gegenüber dem EU-Ausland werden sollte. EU-weit sind es mit 35 Prozent deutlich weniger. Ähnlich ist das Verhältnis bei Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Industrie: 37 Prozent der Deutschen wollen, dass sich die EU hier um eine stärkere Position in der Welt kümmert, der EU-Durchschnitt liegt bei 32 Prozent. Dagegen ist 23 Prozent der EU-Bürger das Thema Ernährungssicherheit und Landwirtschaft wichtig. Bei den Deutschen rangiert das mit 17 Prozent weiter unten auf der Prioritätenliste.

Verteidigung ist den Bürgern wichtig

Auf der To-Do-Liste, die die EU-Bürger der europäischen Regierung ausstellen, steht besonders bei den Deutschen mit 43 Prozent Verteidigung und Sicherheit (EU-Durchschnitt 34 Prozent) weit oben. "Das sei in mancher Hinsicht überraschend", sagt Tim Büthe, weil Sicherheitspolitik bisher eine nationale Aufgabe der Einzelstaaten gewesen sei. Spätestens seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine 2022 "hat der sicherheitspolitische Kontext für die Menschen in Europa deutlich an Bedeutung gewonnen. Und die Europäische Union wird da offensichtlich als eine Art Anker gesehen".

EU wird geschätzt

Laut der Umfrage glauben 74 Prozent der EU-Bürger, genauso wie Deutsche, dass die Union ihnen Vorteile bringe, nicht nur in der Verteidigung. Auch als Plattform wird die Gemeinschaft geschätzt, für die Zusammenarbeit mit anderen EU-Ländern (EU-Schnitt: 34 Prozent). Nicht verwunderlich ist, dass nur wenige Deutsche (16 Prozent) andere EU-Länder als Möglichkeit sehen, Arbeit zu finden. Schließlich ist Deutschland das wirtschaftlich stärkste EU-Land. EU-weit sehen das 24 Prozent der Bürger.

Europaweite Befragung

Regelmäßig fragt die EU ihre Bürger nach ihren Einstellungen, ihrer Lebenssituation und ihrer Haltung zu Europa. Zwischen dem 9. April und 4. Mai konnten sich 26.421 EU-Bürger äußern, darunter 1.507 Deutsche. Die Ergebnisse sind repräsentativ.

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