Künstliche Intelligenz (KI) "ist die Industrielle Revolution unserer Zeit", sagte Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) beim Bayerischen Digitalgipfel in Nürnberg. Die Technik werde Macht und Wohlstand auf der Welt neu verteilen. Der Digitalminister zog Parallelen zu russischem Erdgas, von dem Deutschland und andere europäische Länder lange Zeit abhängig waren. Gerade bei neuen Technologien und KI müsse sich Europa anstrengen, das Feld nicht den USA, China und anderen Staaten vor allem in Asien zu überlassen.
"Digitale Souveränität" von Europa gefordert
Mehring beschwor eine "Digitale Souveränität" in Europa: Ähnlich wie bei Airbus in den 1970er-Jahren sollten sich europäische Regierungen und Unternehmen zu einer digitalen Allianz zusammenschließen, um der Konkurrenz aus den USA und Asien zu begegnen. Ein Anfang sei gemacht, so der Digitalminister: Mehrere sogenannte Start-Up-Hubs in Bayern würden erfolgreich internationale Unternehmen in den Freistaat locken, darunter OpenAI oder Nvidia. In diesem Zusammenhang warnte Mehring vor einer Überregulierung von KI vor allem seitens der Europäischen Union.
Sorge vor Künstlicher Intelligenz gerade bei jungen Menschen
Umfragen in Sozialen Medien und bei Jobbörsen zeigen, dass sich junge Menschen derzeit Sorgen machen, dass ihnen Künstliche Intelligenz einmal ihren Arbeitsplatz wegnehmen könnte. Deswegen würden sich wieder mehr Menschen weg von einer akademischen Laufbahn und hin zu einer handwerklichen Ausbildung entwickeln. Politiker hoffen derweil, dass KI in einigen Jahren helfen könnte, dem Fachkräftemangel zu begegnen: nämlich dann, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in den Ruhestand gehen.
Im Audio: Mehring (FW) - KI soll als Chance begriffen werden
Bayerns Digitalminister Mehring ermunterte auf dem Bayerischen Digitalgipfel, Künstliche Intelligenz als Chance zu begreifen.
Schule muss bei Medienkompetenz Schritt halten
Die Gestaltung einer digitalen Gesellschaft war Thema einer Podiumsdiskussion auf dem Digitalgipfel: Das deutsche Bildungssystem sei nicht fit für die Zukunft, sagte dabei der Europa-Chef von OpenAI, Guido Brinkel. Kinder in Asien oder auch in Osteuropa würden bereits ganz andere Dinge lernen und besser mit KI umgehen können. Die Abgeordnete im österreichischen Nationalrat, Ines Holzegger, war ebenfalls der Überzeugung, dass "Medienkompetenz" ein eigenes Schulfach sein müsse.
Hochwertige Inhalte für die KI
Die Journalistin und Leiterin von BR Franken, Anja Miller, sprach bei der Veranstaltung vor allem über den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Medien müssten Inhalte kennzeichnen, sofern diese mit Hilfe oder sogar vollständig mit Künstlicher Intelligenz erstellt worden seien. Gleichzeitig sei es aber wichtig, qualitativ hochwertige Inhalte zur Verfügung zu stellen, da sich junge Menschen fast ausschließlich über Soziale Medien oder KI informieren würden.
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