Taylor Swift bei der Hall Of Fame Gala im Juni in New York
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US-Studie: Neues Album – mehr Unfälle? Taylor Swift als Risiko?

US-Studie: Neues Album – mehr Unfälle? Taylor Swift als Risiko?

Könnte es sein, dass neue Musik von Superstars, wie Taylor Swift, Menschen am Steuer stärker ablenkt? US-Forscher haben Unfallstatistiken und Streaming-Zahlen in Verbindung gebracht und interessante Rückschlüsse gezogen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3 Fayerabend am .

Könnten Superstars, wie Taylor Swift, Drake oder Bad Bunny indirekt im Zusammenhang mit dem Anstieg von Verkehrsunfällen stehen? Forschende der Harvard Medical School in Boston haben untersucht, ob zwischen der Nutzung von Smartphones zum Streamen von Musik und dem Anstieg von Verkehrstoten ein Zusammenhang bestehen könnte. Dafür wurden die Zahlen der US-Verkehrstoten zwischen den Jahren 2017 und 2022 untersucht und in Bezug zu den Veröffentlichungsterminen wichtiger Musikalben gesetzt.

Studie: 15 Prozent mehr Verkehrstote an Veröffentlichungstagen

Zwischen 2017 und 2022 kamen bei Verkehrsunfällen in den USA 233.809 Menschen ums Leben. Die bereinigte Zahl der Verkehrstoten war an Tagen, an denen wichtige Alben erschienen, rund 15 Prozent höher als in den zehn Tagen davor und danach. Das gaben die Autoren der Studie im Fachjournal "Jama Network Open" bekannt (externer Link). So lag sie an den Veröffentlichungstagen bei rund 139 und an den anderen bei rund 121. Das Musik-Streaming generell nahm an den Veröffentlichungstagen um etwa 43 Prozent zu.

Diese Ergebnisse legen den Forschenden zufolge nahe, dass das Online-Musikstreaming über Smartphones mit Ablenkung beim Fahren und Verkehrstoten in Zusammenhang steht. Ein direkter kausaler Zusammenhang könne allerdings nicht nachgewiesen werden. Ähnlich wie in Deutschland ist die Handynutzung am Steuer in den USA überwiegend untersagt.

Taylor Swift, Drake und Bad Bunny: Mehr als 100 Millionen Streams am ersten Tag

Die Forscher werteten Zahlen aus dem nationalen Unfallregister "Fatality Analysis Reporting System" aus und setzten diese mit Abrufzahlen des in den USA populärsten Musikstreaming-Dienstes Spotify in Beziehung. Dabei fokussierten sie sich auf die zehn Alben aus den betrachteten Jahren, die innerhalb eines einzigen Tages am meisten gehört wurden. Dazu gehörte Musik von Taylor Swift und Drake, sowie von Bad Bunny oder Kendrick Lamar. Das Album "Midnights" von Taylor Swift beispielsweise, das am 21. Oktober 2022 erschien, wurde am ersten Tag mehr als 184 Millionen Mal gestreamt.

Das Forscherteam betonte, dass sich aus dem Zusammenhang nicht eindeutig belegen lasse, dass tatsächlich das Streaming der neuen Alben mit dem höheren Unfallrisiko einhergehe. So bliebe etwa unbekannt, ob die konkreten Unfallbeteiligten die jeweiligen Alben hörten oder nicht. Auch andere Faktoren könnten demnach eine Rolle spielen. Dennoch sei plausibel, dass die Bedienung von Musikangeboten während der Fahrt – also etwa das Anwählen eines Albums übers Handy oder das Bedienen einer auto-internen Steuerung – eine Aktivität sei, die zu Ablenkung beitrage, betont das Team. Zudem habe andere Forschung bereits gezeigt, dass auch Musikhören selbst für Ablenkung sorgen könne. 

Handy am Steuer: Auch in Deutschland Ursache schwerer Unfälle

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war Ablenkung am Steuer vergangenes Jahr in über 9.400 Fällen Ursache von Unfällen mit Personenschäden in Deutschland. Das schließt auch das Smartphone mit ein.

Der ADAC hatte im Frühjahr Verkehrsüberwachungen in fünf großen Städten Deutschlands durchgeführt, darunter auch München. Erschreckenderweise begingen bundesweit 2,7 Prozent der Kfz-Fahrer einen Handyverstoß, teils auch im dichten Stadtverkehr. Auch Radfahrer griffen der Beobachtung zufolge zum Smartphone – immerhin 1,4 Prozent der beobachteten Personen auf dem Zweirad wurden mit dem Smartphone in der Hand oder am Ohr angetroffen. In der bayerischen Landeshauptstadt liegen die Zahlen knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt. In der Münchner Innenstadt wurden bei 1,8 Prozent der registrierten Kfz-Fahrer ein Handyverstoß festgestellt, bei den Radlern waren es 1,2 Prozent.

Mit Informationen der dpa.

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