Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran schaukelt sich wieder gefährlich hoch: Trotz der offiziell noch immer geltenden Waffenruhe haben sich beide Seiten in der Nacht mit heftigen Attacken überzogen. Das US-Militär sprach von einer regelrechten Angriffswelle. Es seien militärische Überwachungsfähigkeiten, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsanlagen des Iran ins Visier genommen worden.
USA starten neue Angriffswelle gegen den Iran
Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) teilte mit, die Angriffe seien eine "Reaktion auf die unbegründete und anhaltende Aggression des Irans". Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gewarnt, Teheran werde "den Preis zahlen" für festgefahrene Verhandlungen. Am frühen Morgen hieß es dann, die Attacken seien eingestellt.
Zu den entstandenen Schäden machte das Kommando keine Angaben. In iranischen Medien war die Rede von Explosionen in der Hauptstadt Teheran, aber auch rund tausend Kilometer entfernt in der Hafenstadt Bandar Abbas sowie in weiteren südlichen Gebieten entlang der Straße von Hormus. Demnach wurden zwei Menschen verletzt.
Wohl iranische Attacken auf Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien
Der Iran reagierte eigenen Angaben zufolge mit Angriffen auf die Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Kuwait schloss daraufhin seinen Luftraum. Die kuwaitische Generaldirektion für Zivilluftfahrt erklärte, Flüge würden zu anderen Flughäfen umgeleitet. Die Luftabwehr sei im Einsatz. Die Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten sicheren Ort aufzusuchen.
Laut der Iranischen Revolutionsgarde wurde darüber hinaus ein US-Stützpunkt in Jordanien mit ballistischen Raketen beschossen. Ziele seien amerikanische Flugzeuge gewesen, außerdem militärische Einrichtungen, berichteten iranische Staatsmedien. Über Schäden ist nichts bekannt. Von jordanischen Staatsmedien gab es zunächst keine Bestätigung.
Widersprüchliche Angaben zur Straße von Hormus
Unklar ist aktuell, wie es um die Straße von Hormus bestellt ist. Der Iran teilte mit, die für den Welthandel wichtige Meerenge erneut komplett gesperrt zu haben. Jedes Schiff, das die Schifffahrtsstraße zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein.
Die USA dementieren das jedoch. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X: "Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus." Irans Staatsmedien nannten diese Behauptung falsch.
Trump fordert Abkommen und droht dem Iran
In der Nacht äußerte sich dann US-Präsident Trump im amerikanischen Fernsehen. Dabei drohte er dem Iran mit martialischen Worten. Für den Fall, dass der Iran den US-Bedingungen für ein Ende des Krieges nicht nachkomme, "werden wir morgen Nacht den Sch... aus ihnen bomben", so Trump einem Fox-News-Reporter zufolge in einem Gespräch. Zuvor hatte er im Weißen Haus schon erklärt: "Wir standen kurz vor einem Abkommen, aber sie halten uns hin, sie halten uns weiterhin zum Narren."
Trump erklärte, noch in der Nacht direkt mit iranischen Vertretern gesprochen zu haben. Sie hätten ihn gebeten, die Angriffe einzustellen. Die iranische Seite sagt, es habe keine direkten Gespräche gegeben.
Internationaler Appell an Iran – auch Deutschland unterzeichnet
Deutschland und 21 weitere Staaten forderten den Iran derweil am Donnerstag auf, Angriffe auf Menschen "auf unserem Boden" einzustellen. "Versuche, Menschen auf unserem Boden zu töten, zu entführen, zu belästigen, einzuschüchtern oder anderweitig anzugreifen, untergraben die nationale Souveränität und internationale Normen", hieß es in einer vom französischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung. Zu den 22 Unterzeichnern gehören neben Deutschland auch mehrere weitere europäische Länder, die USA und Australien.
Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters
Im Video: Gegenseitige Angriffe in der Nacht
Im Krieg zwischen den USA und dem Iran ist die Waffenruhe gekippt.
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