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VW-Chef stellt "Zukunftsplan" vor - ohne Klarheit zu Sparplänen

VW-Chef stellt "Zukunftsplan" vor - ohne Klarheit zu Sparplänen

Volkswagen-Chef Blume hat dem Aufsichtsrat der Wolfsburger seinen "Zukunftsplan" vorgestellt. Zu Werksschließungen und Jobabbau sagte er fast nichts. Der Betriebsrat stellt ihm ein Ultimatum - bis morgen solle Blume sich "unmissverständlich" äußern.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Wie kommt der größte deutsche Automobilbauer VW wieder aus der aktuellen Krise? Oliver Blume sollte es wissen - er ist seit dem September 2022 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, war rund zehn Jahre Chef bei Porsche. Nach der Aufsichtsratssitzung malte er am Donnerstagabend sein "Zielbild 2030" aus: "Wir machen den Volkswagen-Konzern schneller, robuster und wettbewerbsfähiger, durch weniger Komplexität, fokussierte Technologien, eine noch stärkere Ausrichtung von Produkten, Entwicklung und Produktion in den regionalen Märkten, den Abbau von Überkapazitäten, ein gestrafftes Beteiligungsportfolio und deutlich schlankere Strukturen."

"Abbau von Überkapazitäten" also. Konkrete Schritte, wie das erreicht werden soll, nannte Blume nicht. Darüber soll erst nach der Sommerpause im Aufsichtsrat gesprochen werden. "Kein Wort zu Werken, kein Wort zur Beschäftigung. Man könnte auch sagen, die Unsicherheit bleibt – was wenig gut ist für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber", urteilt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des "Center Automotive Research" in Bochum.

VW begibt sich auf Schrumpfkurs

"Trotz der erzielten Fortschritte reichen im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld die bislang geplanten Kostensenkungen aus den vereinbarten Programmen nicht aus", ergänzte Finanzvorstand Arno Antlitz. Volkswagen richtet sich darauf ein, künftig im Jahr nur noch neun Millionen Fahrzeuge zu bauen - vor der Corona-Pandemie waren es noch zwölf Millionen.

Unter anderem soll nun die Modellpalette um bis zu 50 Prozent reduziert werden, die Angebotsvielfalt soll sogar um drei Viertel gesenkt werden. "Diese Handlungsbedarfe werden in dem vorgelegten Zukunftsplan adressiert", formuliert Antlitz.

100.000 Jobs im Feuer

Branchenkenner werden konkreter. Medienberichten zufolge stehen mindestens 50.000 weitere Stellen zur Disposition. Laut "Manager Magazin" könnten sogar 100.000 der rund 657.000 Arbeitsplätze weltweit wegfallen. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau - und das Audi-Werk Neckarsulm. 

Im Gespräch ist zudem, die Kernmarke Volkswagen und Teile der Komponentenfertigung aus der bestehenden Konzernstruktur der Volkswagen AG herauszubrechen und in eigenständige Gesellschaften zu überführen, um die besonderen Mitbestimmungsrechte und die Sperrminorität des Landes Niedersachsen zu unterlaufen.

Betriebsratschefin: "An Respektlosigkeit nicht zu überbieten" 

Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigte sich nach der Sitzung erbost. Sie forderte Blume auf, im Laufe des Freitags der Belegschaft gegenüber Stellung zu beziehen und sich "unmissverständlich" zu den Gerüchten über die angeblichen Vorstandspläne zu äußern. Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft sei "an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Oliver Blume steht jetzt in der Pflicht, diesen massiven Schaden wenigstens noch zu begrenzen", so Cavallo.

Proteste der IG Metall 

Die Beratung wurde begleitet von lautem Protest der Gewerkschaft. IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger nannte die Kommunikation des Vorstands ein "absolutes Desaster". "Ganze Regionen werden in Angst und Schrecken versetzt." An mehr als einem Dutzend Standorten gab es Proteste gegen die Sparpläne. In Wolfsburg kamen rund 500 Personen zu einer Kundgebung direkt am Vorstandshochhaus, in dem sich der Aufsichtsrat traf. 

In Emden zählte die IG Metall sogar 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Weitere Aktionen gab es in Neckarsulm, Braunschweig, Stuttgart, Hannover, Kassel, Chemnitz, Dresden, Zwickau, Leipzig, München, Nürnberg, Salzgitter und Osnabrück.

Mit Informationen von AFP, dpa und Reuters

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