Wieder machen Schüsse im Umfeld des US-Präsidenten Schlagzeilen. In unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses haben Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen Angreifer gemeldet. An einem Kontrollpunkt soll der Mann eine Waffe aus einer Tasche gezogen und das Feuer auf Beamte des Secret Service eröffnet haben. Daraufhin hätten die Beamten zurückgeschossen und den Verdächtigen getroffen, teilte der Kommunikationschef des Secret Service, Anthony Guglielmi, mit.
Trump zum Zeitpunkt der Tat im Weißen Haus
Der Angreifer sei dabei verwundet und später im Krankenhaus für tot erklärt worden, hieß es weiter. Auch ein unbeteiligter Passant wurde demnach während des Schusswechsels in der Hauptstadt Washington verletzt. Es blieb zunächst unklar, ob der Verdächtige oder Agenten des Secret Service dafür verantwortlich waren. Laut Secret Service wurde kein Beamter verletzt. Der Sender CBS News berichtete von 15 bis 30 Schüssen.
US-Präsident Donald Trump hielt sich zum Zeitpunkt des Vorfalls den Angaben zufolge im Weißen Haus auf. Er sei durch den Vorfall aber nicht beeinträchtigt worden, erklärte Guglielmi. Trump hatte im Weißen Haus am Samstag unter anderem Gespräche über ein Abkommen für ein mögliches Ende des Iran-Kriegs geführt. Nach den Schüssen riegelte ein Großaufgebot an Sicherheitskräften weiträumig den Amtssitz des Präsidenten ab.
US-Präsident: Schütze hatte "gewalttätige Vergangenheit"
In den Sozialen Medien bedankte sich Trump später bei seinen Sicherheitskräften für ihren Einsatz. "Vielen Dank an unseren großartigen Secret Service und die Strafverfolgung für ihr schnelles und professionelles Eingreifen", schrieb der US-Präsident. Der Angreifer habe eine gewalttätige Vergangenheit gehabt und sei "möglicherweise von dem meist geschätzten Bauwerk unseres Landes besessen" gewesen.
Hintergrund des Vorfalls noch völlig unklar
Ob der mutmaßliche Angreifer wirklich vorhatte, zum Weißen Haus vorzudringen, blieb unklar. Auch zu dem Motiv für die Schüsse mitten in der Innenstadt von Washington war zunächst nichts bekannt. Der Secret Service leitete eine Untersuchung ein. Zur Identität des mutmaßlichen Schützen gibt es bisher ebenfalls keine offiziellen Angaben. Mehrere US-Medien berichteten, bei dem Angreifer habe es sich um den 21-jährigen Mann aus dem Bundesstaat Maryland gehandelt.
Er sei in der Vergangenheit durch psychische Probleme aufgefallen und wiederholt mit Beamten des Secret Service aneinandergeraten, meldete der Sender CNN mit Verweis auf eine Quelle der Justizbehörden. Im Sommer 2025 soll er eine Zufahrt zum Weißen Haus blockiert haben und dann zur Begutachtung in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden sein. Dem Sender zufolge soll ein Richter ihm später verboten haben, sich dem Gelände des Weißen Hauses zu nähern.
Schusswaffenangriffe im Umfeld von Trump häuften sich zuletzt
Erst am 25. April hatte sich in Washington ein Schusswaffenvorfall am Rande des traditionellen Korrespondenten-Dinners ereignet, an dem Trump und seine Frau Melania teilnahmen. Ein bewaffneter Mann versuchte, eine Sicherheitskontrolle zu dem Veranstaltungssaal zu überwinden, kam dem US-Präsidenten oder anderen Gästen aber nicht zu nahe. Bei der Festnahme des Angreifers fielen mehrere Schüsse. Der Mann muss sich nun wegen versuchten Mordes am US-Präsidenten verantworten.
Trump war in den vergangenen zwei Jahren bereits zwei Attentatsversuchen entgangen: Im Juli 2024 schoss ein Mann während einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania auf ihn, die Kugel streifte den damaligen Präsidentschaftskandidaten am Ohr. Im September 2024 wollte ein Mann Trump in Florida beim Golfspielen erschießen. Der 59-Jährige wurde gefasst und Anfang Februar zu lebenslanger Haft verurteilt.
Im Video: Schüsse am Weißen Haus in Washington
Mehrere Polizeifahrzeuge und bewaffnete Sicherheitskräfte sind in der Nähe des Weißen Hauses im Einsatz, nachdem Schüsse gefallen sind.
Mit Informationen von dpa und AFP
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