Gletscherrückgang
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Wie der Klimawandel den Bergsport gefährlicher macht

Wie der Klimawandel den Bergsport gefährlicher macht

Die Berge bröckeln, das zeigt sich besonders in Alpen. Der Klimawandel verändert den Bergsport und bringt neue Gefahren, die es so früher in den Bergen nicht gab. Einige können wir umgehen, andere nicht.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Die Bergführer Thomas Wanner und Robert Span zeigen auf einen Gletscher in den Stubaier Alpen in Österreich. Beziehungsweise auf das, was noch davon übrig ist. Bis vor ein paar Jahren verlief die Route zum Gipfel "Zuckerhütl" noch über einen anderen Gletscher als heute. Dieser Gletscher war früher mal so hoch, dass man die Passage fast komplett über Eis gehen konnte.

Inzwischen schätzt Bergführer Robert Span, dass er an dieser Stelle über 40 Meter niedriger sein muss als noch in den 70er-Jahren. Damals war er hier als kleiner Junge unterwegs.  Das "ewige Eis" ist durch den menschengemachten Klimawandel massiv zurückgegangen.  "In den letzten zwei, drei Jahren sehe ich persönlich keinen Rückgang der Gletscher mehr, das kommt einem Zerfall gleich. Das ist ehrlich gesagt unheimlich", so der Bergführer.

Alte Routen teilweise nicht mehr begehbar

Durch das Verschwinden der Gletscher ändern sich Routen. Der Weg Richtung Zuckerhütl wurde schon vor einigen Jahren verlegt. Trotzdem verirren sich immer wieder Bergsteigerinnen und Bergsteiger auf der inzwischen eisfreien Scharte. Denn die ehemalige Route ist immer noch auf alten Karten eingezeichnet. Erst vor wenigen Wochen musste eine Gruppe dort durch die Bergwacht gerettet werden, erzählt der Bergführer. "Die wären über die alte Route nicht mehr runtergekommen. Beim Abstieg wären sie chancenlos gewesen", so der Bergführer.

Für solche Touren werden Ersatzwege gesucht. Online weisen Organisationen wie der Deutsche Alpenverein dann auf diese Verlegungen hin. Teilweise verschiebt sich durch den Klimawandel auch die Saison für bestimmte Bergsportarten. Hochtouren, also Bergtouren im Hochgebirge, wurden früher vor allem im Juli und August gemacht. Inzwischen verschiebt sich die Saison dafür zunehmend in den Juni und sogar Mai.

Gletscherspalten verändern sich

Allerdings gibt es Klimawandelfolgen in den Bergen, die sich nicht so einfach umgehen lassen. Ein Sicherheitsproblem ist offensichtlich: Die Gletscherspalten verändern sich. Auch für die Bergführer ist es auf ihren Touren immer wieder eine Überraschung, in welchem Zustand sich der Gletscher und seine Spalten befinden.

Teilweise bilden sich metertiefe Löcher unter der sonst stabilen Eisdecke. Wird diese Eisdecke zu dünn, kann es gefährlich werden, erklärt Thomas Wanner. Er ist Sicherheitsexperte beim DAV und ausgebildeter Bergführer. Die Eisdecke könne kollabieren, erklärt er. Allerdings sollte man sowieso nur mit der passenden Ausrüstung, Erfahrung und gegebenenfalls mit Sicherung am Gletscher unterwegs sein.

Ein viel größeres Problem lauert aber in dem, was der Gletscher freigibt: Fels, auf dem viele tausend Jahre Eis lag, wird auf einmal freigegeben. Dabei kämen lose Steine zum Vorschein und erhöhten den Steinschlag, so Thomas Wanner.

Steinschläge und Felsstürze

Eine weitere Gefahr kommt durch tauenden Permafrost. Dieser dauerhaft gefrorene Untergrund ist wie ein Kleber, der den Berg zusammenhält. Taut dieser Kleber auf, wird der Berg instabil – das erhört die Gefahr von Felsstürzen und Steinschlägen. Die Steine fallen von oben in die Tiefe und können für Bergsteigerinnen und Bergsteiger sehr gefährlich werden. Denn die Geschosse können extrem schnell werden und teilweise sogar tödlich verletzen. Auf steinschlaggefährdeten Touren ist deshalb ein Helm sinnvoll. Auf der Tour zum Zuckerhütl im Stubaital haben die Bergführer aber auch beobachtet, wie der Gletscher zum Teil "autogroße", lose Blöcke freigegeben hat.

Deswegen haben sie entschieden, die Tour zum Zuckerhütl im Sommer nicht mehr zu begehen. Sie gehen stattdessen auf einen Ausweichgipfel direkt daneben. Ein Beispiel von vielen in den Alpen, das zeigt: Der Klimawandel verändert die Berge und damit auch die möglichen Touren für Bergsteigerinnen und Bergsteiger.

Was bedeutet der Klimawandel für den Tourismus und den Naturschutz in den Alpen? Und wie schützen wir die Berge am besten? Darüber möchten wir auch mit Ihnen diskutieren: Und zwar am Donnerstag, den 24. September um 19 Uhr im Alpenfestsaal in Lenggries bei "Mitreden – live vor Ort", einer Sendung von BR24 und der ARD-Klimaredaktion.

Zu Gast sind unter anderem Ski-Olympiasiegerin Hilde Gerg und Bergführer Thomas Wanner. Wenn Sie dabei sein wollen - es gibt noch Resttickets, schreiben Sie uns an: mitreden@br.de. Sie können die Diskussion sonst auch live verfolgen bei BR24 Radio und im Youtube-Kanal von "Mitreden! Deutschland diskutiert".

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