Saudi-Arabien hat einen Anschlag auf den internationalen Flughafen der Golfmetropole Damman gemeldet. Die Behörden machten zunächst keine näheren Angaben. Mindestens ein Flug wurde nach Angaben des Flugdatendienstes Flightradar24 vom King-Fahd-Flughafen umgeleitet. Die vom Iran unterstützten islamistischen Huthis im Jemen hatten zuletzt mehrfach Flughäfen und Energieanlagen in Saudi-Arabien mit ihren Angriffen terrorisiert – auch mit Folgen für den internationalen Flugverkehr und die Energieversorgung.
Nach Huthi-Angriffen: Schon mehrere Tote
Die Meldung über den jüngsten Angriff erfolgte wenige Stunden nach einer erneuten Attacke auf den internationalen Flughafen King Chalid in der saudischen Hauptstadt Riad. Dort traf nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition ein Geschoss ein Passagierterminal. Dabei sei ein Mensch getötet worden, bei dem es sich um einen pakistanischen Staatsangehörigen gehandelt habe. Elf weitere Menschen seien verletzt worden, teilten die saudi-arabischen Behörden mit.
Bereits am Samstag war derselbe Terminalbereich von einer Rakete getroffen worden. Dabei waren zunächst zwölf Todesopfer gemeldet worden. Am Sonntag starb ein weiterer Mensch, ein indischer Staatsbürger, an seinen Verletzungen, wie die indische Botschaft mitteilte. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 13. Rund 300 weitere Menschen wurden verletzt. Der Flughafen in Riad blieb geschlossen.
Saudi-Arabien: "Niemand wird uns in die Knie zwingen"
Die islamistischen "Huthi" im benachbarten Jemen bekannten sich zu den Angriffen auf die Flughäfen sowie zu weiteren Attacken auf Öl- und Gasanlagen im Osten Saudi-Arabiens.
Damman liegt am Persischen Golf nahe Bahrain und Katar und ist ein bedeutendes Zentrum der saudischen Ölindustrie.
Saudi-Arabien richtet derzeit eine internationale Energiekonferenz in Riad aus. "Niemand wird uns in die Knie zwingen können. Wir sind wie ein Phönix, der immer wieder aus der Asche aufsteigt", sagte der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman auf der Konferenz.
Angesichts der Eskalation im Konflikt rät der Iran dem Königreich zu Diplomatie. "Das Beharren auf einem militärischen Ansatz und die Missachtung einer politischen Lösung würden dazu führen, dass die bestehende Situation noch komplizierter wird", sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi laut einer Mitteilung in einem Telefonat mit seinem saudischen Kollegen Faisal bin Farhan.
Der Iran sei bereit, "jede Art von Unterstützung zu leisten", um zur Aufnahme von Gesprächen beizutragen und bei der Erreichung einer politischen Lösung zu helfen, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums in Teheran.
Konflikt seit 2015
Saudi-Arabien führt seit 2015 eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Die pro-iranische Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm sie nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Die international anerkannte Regierung des Jemen versucht gemeinsam mit Saudi-Arabien, die Gebiete zurückzuerobern.
Reisewarnung – Wirtschaftsministerin Reiche sitzt fest
Deutschland und andere westliche Länder raten inzwischen von einer Nutzung des internationalen Flughafens von Riad ab. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte zudem, derzeit werde von allen Reisen nach Saudi-Arabien abgeraten. Der Flughafen Riad bleibt vorerst geschlossen.
Wegen der Sperrung des Flughafens sitzt zudem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in der Hauptstadt Saudi-Arabiens fest. Deutsche Regierungsvertreter versuchten unterdessen, einen Rückflug für sie zu organisieren. Trotz der Schließung des Flughafens in Riad begann dort am Sonntag wie geplant eine fünftägige internationale Energiekonferenz.
Mit Informationen von AP, AFP, Reuters und dpa.
Im Video: Saudi-Arabien - Neuer Huthi-Angriff
(Symbolbild) Die Huthi-Miliz hat erneut den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad beschossen.
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