In den USA tobt derzeit ein heftiger Wintersturm. Schwere Schneefälle und gefrierender Regen bedrohten laut dem nationalen Wetterdienst am Samstagabend fast 180 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung. In der gesamten Mitte der USA - darunter in den Bundesstaaten Kansas, Oklahoma und Missouri - fiel Schnee. Dem Nationalen Wetterdienst (NWS) zufolge lag dieser am Samstagabend stellenweise bereits 20 Zentimeter hoch.
Die Behörde warnte davor, sich auf mehrere frostige Tage einzustellen. "Das ist eine gefährliche Kombination aus viel Schnee und extrem niedrigen Temperaturen", sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul. In vielen Städten wurden Wärmestuben für Wohnungslose geöffnet. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die sich für den Wintersturm mit Lebensmitteln eindecken wollten.
In zahlreichen Bundesstaaten ist der Notstand ausgerufen
Der massive Kälteeinbruch mit Temperaturen von bis zu minus 34 Grad Celsius legte auch Teile des Stromnetzes im Sturmgebiet lahm. Am Samstag wurden laut der Seite poweroutage.us rund 315.000 Stromausfälle gemeldet. Stark betroffen sind demnach unter anderem die Bundesstaaten Mississippi, Louisiana und Texas. Nun soll der Sturm weiter Richtung Osten ziehen und im Laufe des Sonntages unter anderem New York erfassen.
Präsident Donald Trump hatte bis Samstag bereits für mindestens ein Dutzend Bundesstaaten den Notstand erklärt, weitere werden erwartet. Die Federal Emergency Management Agency (Fema) hatte Vorräte, Personal sowie Rettungs- und Suchteams in mehreren Bundesstaaten positioniert, sagte Heimatschutzministerin Kristi Noem. "Wir bitten einfach alle, klug zu handeln – bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause", sagte Noem.
Tausende Flüge gestrichen
Der Sturm hat bereits große Teile des Landes lahmgelegt. Mehr als 13.000 Flüge wurden am Samstag und Sonntag laut der Flugverfolgungs-Website FlightAware annulliert. Die Ausfälle am Sonntag waren die höchsten an einem einzelnen Tag seit der Covid-19-Pandemie, wie die Luftfahrtanalysefirma Cirium mitteilte.
Am Will Rogers International Airport in Oklahoma City wurden alle Flüge am Samstag sowie alle Flüge am Sonntagmorgen gestrichen. Am Dallas–Fort Worth International Airport, einem wichtigen Drehkreuz, wurden am Samstag mehr als 700 abgehende Flüge gestrichen, ebenso fast so viele ankommende Flüge. Auch in Chicago, Atlanta, Nashville und Charlotte, North Carolina, kam es zu erheblichen Störungen. Bis Samstagabend waren fast alle abgehenden Flüge vom Ronald Reagan Washington National Airport für Sonntag bereits gestrichen.
Auch in Bayern machen sich die Wetterprobleme in den USA inzwischen bemerkbar. Am Flughafen München fielen einige Flüge von und in die Vereinigten Staaten aus.
Wie die Infrastruktur unter der Eiseskälte leidet
Nach dem Durchzug des Sturms dürfte es einige Zeit dauern, bis Schnee und Eis geschmolzen sind. Eis kann Stromleitungen und Äste mit Hunderten Kilogramm Gewicht belasten und sie anfälliger für Brüche machen, insbesondere bei Wind. Das stellt ein besonderes Problem in den Bundesstaaten dar, in denen die Mehrheit der Haushalte mit Strom heizt.
Ein heftiger Kälteeinbruch legte vor fünf Jahren große Teile des Stromnetzes in Texas lahm. Millionen Menschen mussten tagelang ohne Elektrizität auskommen, Hunderte kamen ums Leben. Gouverneur Abbott versprach, dass sich das nicht wiederholen werde.
Im Audio: Winterwetter trifft USA hart - Tausende Menschen ohne Strom
Wintersturm in den USA: Stromausfälle und Flugstreichungen
Mit Informationen von dpa und Reuters
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

