Yossi Beilin beim "Media Tel Aviv Israeli-European Summit" 2026 in München.
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Zwischen Krieg und Hoffnung: Stimmen für Frieden in Nahost

Zwischen Krieg und Hoffnung: Stimmen für Frieden in Nahost

Der Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 und die darauffolgende israelische Militäroffensive in Gaza haben auf jüdischer und palästinensischer Seite tiefe Wunden hinterlassen. Aber es gibt Stimmen, die die Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Für viele scheint eine Friedenslösung zwischen Israel und Palästina weiter entfernt denn je. Yossi Beilin, ehemaliger stellvertretender Außenminister Israels, hält trotzdem daran fest. Seit Jahren setzt sich der Politiker der Arbeiterpartei auf diplomatischer Ebene für eine Zwei-Staaten-Lösung ein. Schon beim Oslo-Abkommen von 1993 spielte Beilin eine zentrale Rolle. Bis heute gilt das Abkommen als Meilenstein im Friedensprozess. "Palästinenser haben Rechte, genau wie Israelis", sagt Beilin, und damit ein Recht auf einen Staat. Ohne Zwei-Staaten-Lösung gäbe es weder für Palästina noch für Israel Hoffnung.

Media Tel Aviv Summit in München

Das sagte Yossi Beilin am Rande des "Media Tel Aviv Israeli-European Summit", der am 14. und 15. September in München stattfand. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Journalismus kamen zusammen, um sich über die Folgen des 7. Oktobers für Israel, Palästina und Europa auszutauschen. Eine Frage stand dabei immer wieder im Mittelpunkt: Welche Perspektiven gibt es noch für Frieden zwischen Israel und Palästina?

Die Geschichten der anderen hören!

Neben Yossi Beilin sprachen dazu auch die beiden Friedensaktivisten Maoz Inon aus Israel und Aziz Abu-Sarah aus Palästina. Sie setzen sich gemeinsam dafür ein, Menschen in Israel und Palästina ins Gespräch zu bringen, halten zum Beispiel Vorträge an Schulen.

Beide haben Familienmitglieder verloren. Maoz Inon seine Eltern bei dem Hamas-Angriff am 7. Oktober. Aziz Abu-Sarah's Bruder verstarb, nachdem er von israelischen Soldaten gefoltert worden war. Trotz dieser Erfahrung sind beide davon überzeugt, dass mit mehr Gewalt kein Ende des Konflikts erreicht wird. Stattdessen müssten beide Seiten versuchen, die Geschichten der jeweils anderen zu hören. Nur dann sei es möglich, gemeinsam aus der Zivilgesellschaft heraus einen Friedensprozess in Gang zu bringen.

Mehr politische Entschlossenheit Deutschlands gefordert

Trotzdem stellt Aziz Abu-Sarah klar: Der Glaube an Frieden allein bringe nichts. Er sieht in Gaza, wie jeden Tag Kinder sterben. Es brauche Handlungen, auch von Deutschland. Frankreich und Großbritannien haben mit Sanktionen gegen Siedlergewalt bereits politische Signale gesetzt. Deutschland habe vor dem Schritt bisher zu viel Angst, kritisiert Abu-Sarah: "Man kann nicht behaupten, für Frieden zu sein, und gleichzeitig sagen: Lasst uns nichts gegen Mord tun, lasst uns nichts gegen Kriegsverbrechen tun."

Das sieht auch Maoz Inon so. Er fordert die Bundesregierung und auch die deutsche Gesellschaft auf, für Frieden und Gleichheit aufzustehen und nicht nur an einem Versprechen festzuhalten, "das Deutschland gegenüber dem gegeben hat, was einmal ein liberaler und demokratischer Staat Israel sein sollte."

Zwei-Staaten-Lösung; wenig Rückhalt in Israel

Yossi Beilin sieht ohne eine Lösung des Konflikts, ohne eine Zwei-Staaten-Lösung langfristig keine Perspektive für Israel als jüdischen Staat. Für Jüdinnen und Juden würde damit Israel als Zufluchtsort wegfallen. "Die ganze Idee Israels besteht darin, dass es der einzige Ort auf der Welt ist, an den Juden ohne Fragen und ohne Auflagen kommen können. Das kann nicht weiter bestehen, wenn es kein jüdischer Staat ist."

Für eine Zwei-Staaten-Lösung brauche es Politikerinnen und Politiker in Israel, die die Verhandlungen wieder aufnehmen. Solange Benjamin Netanjahu Premierminister ist, gibt es aus seiner Sicht keine Chance auf neue Friedensverhandlungen, sagt Yossi Beilin.

Aber auch unabhängig von der Haltung Netanjahus findet die Position in Israel aktuell kaum politischen Rückhalt: Im Wahlkampf für die Wahlen im Oktober spielt eine Zwei-Staaten-Lösung keine Rolle.

Proteste am Rand der Konferenz

Am Rande des "Media Tel Aviv Israeli-European Summits" gab es am Montagabend Proteste. Die Demonstranten warfen der Veranstaltung Einseitigkeit, Lobbyismus und fehlende palästinensische Perspektiven vor. Rund 200 Personen beteiligten sich an den Protesten, zu denen mehrere palästinensische Organisationen aufgerufen hatten.

Veranstaltet wurde der Gipfel vom Verein ha-kesher e.V., unterstützt unter anderem von der Hanns-Seidel Stiftung und dem Zentralrat der Juden. Medienpartner sind die Jüdische Allgemeine und der BR.

Im Video: Der Israelisch-europäischen Mediengipfel in München

Der Israelisch-europäischen Mediengipfel in München
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Der Israelisch-europäischen Mediengipfel in München