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Abgehakt! Warum Listen glücklich machen

Abgehakt! Warum Listen glücklich machen

To-do-Listen, Einkaufslisten, Wunschlisten: Es gibt Tausende Arten von Listen. Warum das Ordnen, Aufschreiben und Abhaken so beliebt ist, erklärt die Journalistin Katrin Wilkens in ihrem Buch "Was zählt? 50 Listen, die dich durchs Leben begleiten".

Über dieses Thema berichtet: Sozusagen am .

Die klassische To-do-Liste gehört für viele zum Alltag – auch für die Journalistin und Buchautorin Katrin Wilkens. "Ich habe tatsächlich auch immer eine To-do-Liste", sagt die Autorin. Auf ihrem Schreibtisch lägen regelmäßig Zettel voller Aufgaben, die nach und nach rot durchgestrichen werden. "Das gibt einem ein ganz gutes, befriedigendes Gefühl. Guck mal, was ich heute alles geschafft habe." Katrin Wilkens hat ein ganzes Buch zum Thema Listen veröffentlicht: "Was zählt? 50 Listen, die dich durchs Leben begleiten".

Warum das Abhaken so zufrieden macht, hat für Wilkens mit einem grundlegenden menschlichen Bedürfnis zu tun. Listen demonstrierten "auf eine ganz kurze und unkomplizierte Art und Weise Selbstwirksamkeit". Wer erledigte Aufgaben abhakt, sehe unmittelbar, was geschafft wurde. Das könne helfen, sich eine Pause zu gönnen oder unangenehme Aufgaben nicht weiter aufzuschieben.

Erledigtes abhaken macht glücklich

Dabei sind Listen weit mehr als bloße Gedächtnisstützen. In ihrem Buch hat Wilkens 50 Listen zu ganz unterschiedlichen Themen zusammengestellt – von Fehlannahmen über das Leben bis hin zu Wissenswertem über Kleintiere oder die Bibel. Entstanden sei die Idee aus ihrer Arbeit als Berufsberaterin. "Zu uns kommen immer Frauen, die an einem Tag einen neuen Job haben wollen", erzählt sie. Um Menschen schnell kennenzulernen, frage sie oft: "Was wäre denn für Sie eine wichtige Liste?"

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Katrin Wilkens: "Was zählt"

Aus diesen Gesprächen entwickelte sich eine regelrechte Sammelleidenschaft. Den letzten Anstoß gab ihr Sohn. Zu seinem 18. Geburtstag wünschte er sich eine Liste mit 100 Punkten, "um als gebildet zu gelten". Die Formulierung habe sie fasziniert. "Er hat nicht gesagt, um gebildet zu sein, sondern um als gebildet zu gelten", sagt Wilkens. Daraus entstand die Frage, welches Wissen sie ihm als eine Art "Vorab-Erbe" mitgeben würde.

Listen gegen das Vergessen

Die Faszination für Listen reicht weit zurück. Tatsächlich gehören Listen zu den ältesten schriftlichen Zeugnissen der Menschheit. Schon die Sumerer hielten Warenbestände und Abgaben in Listenform fest. Für die studierte Rhetorikerin und Kulturwissenschaftlerin Wilkens ist das kein Zufall: "Es ist das beste probate Mittel, gegen das Vergessen etwas zu implementieren." Gerade Menschen mit beginnender Demenz nutzten Listen häufig, um ihren Alltag zu strukturieren.

Gleichzeitig sieht die Autorin auch die Grenzen des Formats. Listen vermitteln Ordnung und Vollständigkeit, obwohl sie zwangsläufig unvollständig bleiben. Denn während wir noch an einer Liste schreiben, geht das Leben schon wieder weiter.

Im Audio hören Sie ein Interview zwischen Bayern 2-Moderatorin Hannah Heinzinger und Buchautorin Katrin Wilkens für die Sendung Sozusagen!

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