Hochtoupierte Föhnfrisuren, bunt gefärbter Irokese, komplizierte Flechtgebilde oder einfach abrasiert: Haare erzählen Geschichten. Von Schönheit und Begehren, von Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion, von Status und Zugehörigkeit. Frisuren bestimmen, wie Menschen sich selbst sehen und von anderen gesehen werden, das war im Alten Ägypten nicht anders als heute. Haare prägen auch unsere Vorstellungen von Geschlecht und Rolle: Sie können Normen bestätigen, unterlaufen oder wie im Drag bewusst überzeichnen. Und immer wieder setzt Haar auch politische Statements – als Zeichen von Protest, Identität und Selbstbestimmung.
Eine haarige Ausstellung
Grund genug für die Kunsthalle München eine umfangreiche Ausstellung zum Thema Kopf- und Körperhaar zu präsentieren. 200 Exponate von Skulptur und Malerei über Fotografie und Video bis hin zu Schmuck und Möbeln erzählen von den vielfältigen Bedeutungen der "fadenförmigen Horngebilde" auf unserem Körper.
"Haar – Macht – Lust": Vom 20. März bis zum 4. Oktober in der Kunsthalle München.
Franz Marc: "Kühe, rot, grün, gelb", 1911, Ausschnitt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Vision: Sie wollten nicht nur die Kunst erneuern, sondern gleich die ganze Gesellschaft. Die Gruppe "Der blaue Reiter" rund um Franz Marc und Wassily Kandinsky verstand Kunst als Botschaft und nicht als bloßes Problem der schönen Form. Doch der Widerstand war groß: Bei der ersten gemeinsamen Ausstellung sollen die Bilder noch angespuckt worden sein. Heute gelten diese Werke als Meisterwerken der Kunstgeschichte und der Blaue Reiter als eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde.
Die Bilder wurden angespuckt
Das Münchner Lenbachhaus ist DAS Museum für den Blauen Reiter. 2024 war ein Großteil der Arbeiten auf einer großen Ausstellung in der Tate Modern in London zu sehen. Nun präsentiert das Museum seine Sammlung im eigenen Haus völlig neu. Besonderes Augenmerk gilt den Künstlerinnen der Gruppe – Gabriele Münter, Elisabeth Epstein, Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marc – die eine zentrale Rolle in der Bewegung spielten.
"Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter": Ab 10. März im Lenbachhaus München.
Jurassic World - The Experience. Blick in die Ausstellung
Saurier- und Abenteuerfeeling gibt es 2026 in der Kleinen Olympiahalle: Die Ausstellung "Jurassic World" knüpft an den Film "Jurassic Park" von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 und seine Fortsetzungen an.
Die familienfreundliche Schau zeigt einen lebensgroßen Brachiosaurus, einen Velociraptor Blue und natürlich einen Tyrannosaurus rex. So gewinnt man eine Vorstellung, wie es am Filmset aussah oder gar wie es gewesen wäre, einem echten Dinosaurier zu begegnen. Ein weiteres Highlight sind einige Baby-Dinosaurier, darunter Bumpy aus der Animationsserie "Jurassic World: Neue Abenteuer", die derzeit auf Netflix zu sehen ist.
Gemischte Rezensionen
Doch Vorsicht: Zuvor war die Schau u.a. in Köln zu sehen, die Rezensionen waren gemischt: die lebensechten Saurier wurden gelobt, Kritik gab es an der Massenabfertigung und den teuren Eintrittskarten. Fazit der Besucher in Köln: mehr Show als Information, kurzweilig und teuer.
Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg
Eine der wichtigsten Ausstellungen wird 2026 in Regensburg zu sehen sein: Das Haus der Bayerischen Geschichte widmet sich dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Wie entwickelt sich Bayern Anfang der 1920er Jahre zur "Ordnungszelle", in der die junge Demokratie am Abgrund steht und Adolf Hitlers Aufstieg zum Anführer der rechtsextremen Kräfte ermöglicht wird? Erstmals werden nicht nur die Anfänge des Nationalsozialismus beleuchtet, sondern auch die internationalen Netzwerke rechtsextremer Kräfte in den 1920er Jahren.
Die Anfänge der NS-Zeit
Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus verwies bei der Ankündigung der Schau 2024 auf die Relevanz des Themas: "In Zeiten des dramatisch zunehmenden Antisemitismus und wachsenden Extremismus sind Prävention und Aufklärung notwendiger denn je. Auch wenn sich die Situation in der Weimarer Republik nicht mit der in Deutschland und Bayern 2024 gleichsetzen lässt und die Demokratie 2024 auf festen Fundamenten ruht, können wir sicher manche Lehre aus der Weimarer Zeit ziehen."
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