Die US-Band Green Day während eines Konzerts.
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Bad Bunny und Green Day: Trump-Kritiker bespielen den Superbowl

Bad Bunny und Green Day: Trump-Kritiker bespielen den Superbowl

Der geplante Auftritt des puerto-ricanischen Rappers Bad Bunny bei der Halbzeit-Show des Superbowl erhitzte in den USA schon die Gemüter. Zuletzt verkündete die NFL, dass die US-Punkrocker Green Day bei der Eröffnungszeremonie spielen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Wenn am 8. Februar das Finale der US-Football-League NFL stattfindet. Dann wird das musikalische Rahmenprogramm von zwei dezidiert Trump-kritischen Künstlern bestritten: Green Day und Bad Bunny. Neben Bad Bunny, der in der Halbzeitpause auftritt, werden die US-Punkrocker Green Day die Eröffnungszeremonie in Santa Clara im Bundesstaat Kalifornien bespielen. Das verkündete die National Football League (NFL) Anfang der Woche auf Instagram.

"American Idiot" als Trump Kritik

Billie Joe Armstrong, Frontmann von Green Day, hat nie einen Hehl aus seiner Verachtung für Donald Trump gemacht. Er wettert seit Jahren gegen dessen Politik. Im Juni etwa sagte er dem Billboard Magazin zufolge (externer Link) während eines Auftritts: "Donald Trump und sein Kabinett sind eine faschistische Regierung". Es sei an der Zeit sich zu wehren.

Auf TikTok findet man Videos (externer Link), in denen Armstrong die Anfangszeilen des Green Day-Hits "American Idiot" aus dem Jahr 2004 umdichtet und singt: "I'm not a part of the MAGA-Agenda, / Now everybody do the propaganda, / and sing along to the age of paranoia."

Ihr Album "Dookie" bescherte der kalifornischen Band 1994 den internationalen Durchbruch. Mit "American Idiot" holte das Trio 2004 den Grammy für das beste Rockalbum. 2024 brachten sie mit "Saviors" ihr 14. Studioalbum heraus - mit der Hit-Single "The American Dream Is Killing Me".

Bad Bunny positioniert sich gegen aktuelle US-Politik

Schon länger bekannt war, dass der puerto-ricanische Rapper Bad Bunny die prestigeträchtige Viertelstunde während der Halbzeitpause bespielen darf. Und auch er ist nicht als Trump-Freund bekannt. Ganz im Gegenteil: Der 31-jährige Musiker hat sich in der Vergangenheit schon oft gegen die aktuelle US-amerikanische Politik positioniert. Und sogar echte Konsequenzen gezogen: Bei seiner nächsten Welttournee gibt es keine Auftritte in den USA. Zu groß sei laut ihm die Gefahr, dass die Einwanderungsbehörde ICE auf Verdacht auf seinen Konzerten Razzien durchführen könnte, die anschließend vielleicht sogar zu Abschiebungen führen.

Bad Bunny, der bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio heißt, kommt aus Vega Baja, einer Kleinstadt an der Nordküste Puerto Ricos. Früher stand er an der Supermarktkasse, stellte seine Songs auf SoundCloud und wurde damit zu einem der meistgehörten Künstler der Welt. Mit seinem Auftritt bei der Halbzeit-Show wird er der erste Künstler sein, der die komplette Show auf Spanisch performt.

Konservative Kritik an der Entscheidung für Bad Bunny

Die bereits im Herbst verkündete Entscheidung löste eine hitzige Debatte in den USA aus. Konservative Politiker und Trump-nahe Gruppen kritisieren die Wahl als "politisches Statement" und forderten eine "All-American"-Alternative. So kündigte Turning Point USA, die rechtsgerichtete Organisation, die vom getöteten Influencer Charlie Kirk gegründet wurde, an, eine separate Halbzeitshow zum Super Bowl anzubieten (externer Link).

US-Präsident Donald Trump nannte die Wahl von Bad Bunny "absolut lächerlich", obwohl er auch zugab: "Ich habe noch nie von ihm gehört."

Roger Goodell, NFL-Commissioner und damit Chef der Liga, hielt dagegen: Bad Bunny sei einer der beliebtesten Entertainer der Welt. "Solche Künstler wollen wir bekommen. Die Wahl ist sorgfältig durchdacht." Der Funktionär verwies zudem auf vergangene Auftritte – auch dort hätten diverse Künstler im Vorfeld "Gegenreaktionen oder Kritik" hervorgerufen.

Im vergangenen Jahr war der Rapper Kendrick Lamar aufgetreten. Und schon seine Performance im Beisein von Donald Trump galt als es eine der politischsten in der Geschichte des Super Bowl. Man darf also gespannt sein, wie politisch es bei Green Day und Bad Bunny zugehen wird.

Mit Material von dpa

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Der Rapper Bad Bunny während eines Konzerts

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