Die Regisseurin Sandra Wollner beim Filmfestival in Cannes
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Deutschland schickt "Everytime" ins Oscar-Rennen

Deutschland schickt "Everytime" ins Oscar-Rennen

Der Film "Everytime" von Sandra Wollner ist die offizielle Oscar-Einreichung aus Deutschland. Dieses Jahr ist es aber erstmals möglich, dass drei deutsche Koproduktionen ins Rennen um einen Oscar als "Bester internationaler Film" gehen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Deutschland schickt den Film "Everytime" der in Berlin lebenden österreichischen Regisseurin Sandra Wollner ins Rennen um den Oscar als "Bester internationaler Film". Das entschied eine Jury aus deutschen Filmschaffenden heute in München.

"Everytime" erzählt von Ella und ihrer jüngeren Tochter Melli, die ein Jahr nach dem plötzlichen Tod der älteren Tochter Jessie versuchen, ihren Alltag zu bewältigen. Die Trauer zeigt sich in kleinen Gesten, alten Nachrichten und Videoaufnahmen. Eine Reise nach Teneriffa mit Jessies Freund Lux bringt verdrängte Gefühle und Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Die Hauptrollen spielen Birgit Minichmayr, Lotte Shirin Keiling und Tristán López. Wollner gewann für "Everytime" bei den Filmfestspielen in Cannes den Hauptpreis der Sektion "Un Certain Regard". 

Möglicherweise gehen drei deutsche Produktionen ins Rennen

"Everytime" ist nicht der einzige Film aus deutscher Produktion, der sich Hoffnung auf die oft "Auslands-Oscar" genannte Auszeichnung machen darf. Auch "Gelbe Briefe" von Regisseur Ilker Çatak ist für die Vorauswahl nominiert. Hintergrund ist eine neue Wildcard-Regel für die Gewinner-Filme der sogenannten A-Festivals, dazu zählt unter anderem die Berlinale. "Gelbe Briefe" wurde im Februar mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet und ist so neben "Everytime" im internationalen Nominierungspool vertreten. Gleiches gilt für "Von Scham und Geld" von Visar Morina, der beim Sundance Festival den World Cinema Grand Jury Prize bekam.

Zusammen mit dem Film, den die unabhängige Jury aus den eingereichten Filmen ausgewählt hat, könnten diese drei Filme auf die Shortlist für den "Besten internationalen Film" kommen, wenn eine Jury aus Academy-Mitgliedern diese auswählt. Diese Shortlist mit 15 Filmen wird am 15. Dezember veröffentlicht. 

Aus der Shortlist werden die fünf Filme ausgewählt, die für einen Oscar nominiert werden. Diese werden am 21. Januar bekanntgegeben. Die 99. Oscar-Verleihung findet dann am 14. März 2027 in Los Angeles statt.

Deutschland hat bislang viermal gewonnen

Neben "Everytime" stand Simon Verhoevens erfolgreiche Literaturverfilmung "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" zur Auswahl oder das Historien-Panorama "Heimsuchung" von Altmeister Volker Schlöndorff. Explizit politisch sind das Justizdrama "Staatsschutz" von Faraz Shariat über rechte Gewalt oder das Gesellschaftsdrama "23 000 Leben" über die Seenotrettung Geflüchteter im Mittelmeer. Weitere Kandidaten waren unter anderem "Das geträumte Abenteuer" von Valeska Grisebach und "Minotaurus" von Andrei Zvyagintsev.

Beim "Auslands-Oscar" gibt es eine wichtige Neuerung. Die Academy hat die Rolle der Filmschaffenden in der Kategorie stark aufgewertet. Ab sofort gilt der Film selbst als der offizielle Nominierte und nicht mehr das jeweilige Land. Den Oscar nimmt der Regisseur oder die Regisseurin stellvertretend für das gesamte kreative Team entgegen.

Vergangenes Jahr - als der Oscar noch an das Land ging - hatte German Films Mascha Schilinskis "In die Sonne schauen" für Deutschland eingereicht. Ihr Film schaffte es auf die Shortlist. Deutschland hat den Oscar für den "Besten internationalen Film" bislang viermal gewonnen, zuletzt im Jahr 2023 mit dem Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" von Edward Berger.

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