Berühmt für seine Reibeisen-Stimme und Hits wie "On the Beach", "Josephine" und "Driving Home For Christmas": Der britische Sänger Chris Rea ist kurz vor Weihnachten im Alter von 74 Jahren gestorben. "Mit großer Trauer geben wir den Tod unseres geliebten Chris bekannt", teilte seine Familie nach Angaben britischer Medien am Montag mit. Rea sei "heute nach kurzer Krankheit friedlich im Krankenhaus gestorben".
Hits mit "Josephine" und "On the Beach"
Geboren wurde der Künstler am 4. März 1951 in Middlesbrough, er stammt aus einer italienisch-irischen Arbeiterfamilie. Erst mit knapp 20 Jahren begann er Gitarre zu spielen, obwohl er lange von einer Karriere als Filmmusiker geträumt hatte. Seinen Durchbruch feierte Rea 1978 in den USA mit der Single "Fool If You Think It’s Over".
In den 80er-Jahren machte er sich mit Titeln wie "Josephine" und "On the Beach" einen Namen in Deutschland und Europa. In seiner Heimat Großbritannien erklomm er die Charts mit "The Road to Hell", dann mit "Auberge". Sein Lied "Driving Home for Christmas" von 1986 gehört nicht nur in Großbritannien, sondern Umfragen zufolge auch in Deutschland zu den beliebtesten Weihnachtsklassikern.
Nahezu 30 Millionen Platten verkaufte der introvertierte Musiker insgesamt. Neben seiner rauchigen, tiefen Stimme ist er auch für seine emotionalen E-Gitarrensoli bekannt. Seine berühmte Slide-Gitarre ist in vielen Songs zu hören.
Im Video: Chris Rea - "Driving Home for Christmas" live
"Das Showbusiness interessiert mich nicht"
Mit geschmeidig, lässig-entspanntem Poprock war Rea erfolgreich, seine eigentliche Leidenschaft war jedoch der Bluesrock. "Ich könnte ein Triple-Album mit der besten Musik der Welt machen, besser als Beethoven, die Leute würden trotzdem 'On The Beach' hören wollen", sagte Rea einmal. Er nahm es jedoch pragmatisch.
Dem Ruhm, den seine musikalischen Erfolge mit sich brachten, konnte der zurückhaltende Brite nicht viel abgewinnen. "Das Showbusiness interessiert mich nicht", erklärte er 1990. "Wenn es nach mir ginge, würde ich lieber im Hintergrund bleiben, Gitarre spielen und für andere komponieren, als im Rampenlicht zu stehen", bekannte er damals freimütig.
In Interviews betonte er, er sei weder Popstar noch Rockstar. "Die (Rockstars) sorgen sich um ihre Frisur. Die lassen ständig etwas mit ihrem Gesicht machen", so Rea. "Wie du aussiehst und wie du klingst, ist alles. Es ist narzisstisch. Das bin ich nicht."
Chris Rea: "Weg zur Hölle und zurück"
Im Frühjahr 2000 wurde bei Rea Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt. In einer 16-stündigen Operation in Deutschland mussten die Drüse und Teile des Magens entfernt werden. Seine offizielle Abschiedstour gab Chris Rea daher bereits 2006. Auf der "Road To Hell and Back Farewell"-Tour wusste jeder, dass er den "Weg zur Hölle und zurück" schon hinter sich gebracht hatte.
Seither konnte Rea nur mit Tabletten und täglichen Insulinspritzen überleben. Auf ausgedehnte Tourneen musste er für Jahre verzichten; stattdessen konzentrierte er sich aufs Malen und folgte der Liebe zur Bluesmusik. "Blue Guitars" (2005) resultierte in nicht weniger als elf CDs, dazu ein Buch mit eigenen Gemälden. "Wenn du kurz davor bist zu sterben, denn bewertest du neu, was dir wirklich wichtig ist", erklärte der Musiker in einem Interview.
Im Video: Chris Rea - "Road to Hell"
Zusammenbruch auf der Bühne
Es folgten weitere Operationen, von denen sich Rea nie vollständig erholte. Später wurde ihm noch eine Niere entnommen. Einen weiteren gesundheitlichen Rückschlag überstand er 2016: Nach einem Schlaganfall konnte er vorübergehend weder richtig sprechen noch Gitarre spielen.
Nur ein Jahr später stand er schon wieder auf der Bühne. Am Ende der Tournee brach er während eines Auftritts in Oxford zusammen. Die zwei verbleibenden Konzerte mussten daraufhin abgesagt werden.
Der Musiker hinterlässt seine Ehefrau Joan, mit der er schon als Teenager zusammen war. Das Paar hat zwei Töchter, Josephine und Julia, über die Rea seine gleichnamigen Hits geschrieben hat.
Zum Hören: Trauer um Chris Rea
Chris Rea bei einem Auftritt 2017 in der Schweiz
Mit Informationen von dpa und AFP
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