Mitglieder des Dialogforums Religion und Integration gemeinsam mit Innenminister Joachim Hermann.
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Eine gemeinsame Erklärung präsentierten die Mitglieder des Dialogforums Religion und Integration gemeinsam mit Innenminister Joachim Hermann.
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Eine gemeinsame Erklärung präsentierten die Mitglieder des Dialogforums Religion und Integration gemeinsam mit Innenminister Joachim Hermann.

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Interreligiöser Austausch soll Extremismus entgegenwirken

Interreligiöser Austausch soll Extremismus entgegenwirken

Vertreter verschiedener Religionen haben sich gemeinsam gegen Extremismus und Diskriminierung positioniert. Das bayerische Innenministerium hatte die Erklärung angestoßen. Der Dialog zwischen Muslimen und Juden steht derweil vor Herausforderungen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Es brauche mehr Dialog und Austausch zwischen den Religionen, um Diskriminierung, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus, Extremismus, Fundamentalismus, Hass und Hetze etwas entgegensetzen zu können.

Darüber waren sich die Mitglieder des Dialogforums "Religion und Integration" bei der Vorstellung der "Gemeinsamen Erklärung" am Montag einig. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden, auch weil der interreligiöse Dialog in der jüngsten Vergangenheit immer wieder auch mit Schwierigkeiten verbunden war. So war nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2024 und den Angriffen Israels auf Gaza der jüdisch-muslimische Dialog in Bayern so gut wie abgebrochen.

Dialogforum: Ein offener, interreligiöser Kreis

Seit Oktober 2025 gibt es nun das Dialogforum "Religion und Integration", bei dem regelmäßig Vertreter aus Politik, Religionsgemeinschaften, Hochschulen und Institutionen zum interreligiösen Dialog zusammenkommen. Ziel der Initiative von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und die Integration zu fördern.

Unter den 29 Unterzeichnern der aktuellen Erklärung sind Vertreter unterschiedlicher Religionsgemeinschaften: Christen, Juden, Muslime und Buddhisten. Innenminister Hermann hofft, dass auch künftig Hindus an dem Dialogforum mitwirken. Der Kreis sei offen für weitere Akteure.

Problem: Fehlende Berührungspunkte und fehlendes Wissen

In der "Gemeinsamen Erklärung" heißt es auch, die Religionen seien sich ihrer "Schlüsselrolle" bewusst, "für ein friedliches Miteinander auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung". Man wolle sich gegenseitig zuhören, wertschätzend miteinander sprechen und unterschiedliche Perspektiven und religiöse und kulturelle Traditionen respektieren. "Wir wollen Räume für konstruktive Begegnungen schaffen, in denen wir Wissen vermitteln und voneinander lernen", so in der Erklärung weiter.

"Es sind oft fehlende Berührungspunkte und fehlendes Wissen über andere Kulturen und Religionen, die empfänglich machen für Fanatismus, Hass und Hetze", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Das Dialogforum "Religion und Integration" solle hier nun gegensteuern.

Bischof Bertram Meier: "Austausch statt Einkapselung"

Der katholische Bischof Bertram Meier aus Augsburg, der in der Deutschen Bischofskonferenz auch Vorsitzender der Unterkommission Interreligiöser Dialog ist, betonte, dass das Dialogforum keine Selbstverständlichkeit sei und Vertrauen nicht nur durch persönliche Begegnungen wachse, sondern auch durch transparente Strukturen. "Wir brauchen Austausch statt Einkapselung, Dialog statt Polemik. Es ist zu billig, Hass zu predigen. Wir stehen für etwas Kostbares: Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde."

Auch Christian Kopp, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, betonte, wie wichtig ein Dialogforum in Zeiten immer schärfer werdender Debatten sei, in denen versucht werde, Menschen gegeneinander auszuspielen.

Der Imam der Islamischen Gemeinde in Penzberg, Benjamin Idriz, bezeichnete die gemeinsame Erklärung als "Meilenstein des interreligiösen Dialogs". "Gerade in den vergangenen Jahren wurde unser Miteinander auf eine harte Probe gestellt. Der Krieg im Nahen Osten hat tiefe Wunden hinterlassen. Er hat Emotionen ausgelöst, Ängste verstärkt und auch Beziehungen zwischen unseren Gemeinschaften belastet. Es wäre unehrlich, so zu tun, als hätte uns das nicht getroffen", sagte Idriz. "Gerade in solchen Zeiten zeigt sich, wie ernst wir den Dialog meinen. Schweigen löst keine Konflikte, Kontaktbruch bringt keinen Frieden. Wer den Dialog beendet, überlässt das Feld den Lautesten und Radikalsten."

Seit 7. Oktober: Jüdisch-muslimischer Dialog bleibt schwierig

Immer wieder kommt es auch zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften in Bayern zu Spannungen. Beispielsweise unterschiedliche Positionen zum Krieg in Gaza führten dazu, dass Gespräche und Austausch immer schwieriger wurden.

Das beobachtet auch Elias Dray, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in Amberg. "Gerade wenn wir den jüdisch-muslimischen Dialog anschauen: Seit dem 7. Oktober ist er an vielen Orten beschädigt worden, Dialogkreise wurden teilweise nicht weitergeführt. Auch in Bayern ist das der Fall. Deswegen ist es wichtig, sich weiter zu treffen; auch unter schwierigen Bedingungen." Er sprach sie daher für mehr Bildungsprojekte aus, die interreligiösen Dialog fördern.

"Es gibt aber", fügte er hinzu, "auch Grenzen für unseren Dialog. Wir haben kein Verständnis für Terror, keinen Platz für Antisemitismus und auch keinen Platz für Muslimfeindlichkeit."

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