Amy Adams, Patrick Wilson und Lily Collias in "Kap der Angst"
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Ausschnitt aus "Kap der Angst": Amy Adams, Patrick Wilson und Lily Collias
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Serie "Kap der Angst": Ein Javier Bardem zum Fürchten

Serie "Kap der Angst": Ein Javier Bardem zum Fürchten

Die neue Apple-Serie "Kap der Angst" ist ein Remake von gleich zwei Thrillern. Der bekanntere ist von Martin Scorsese mit Robert De Niro in der Hauptrolle. In der neuen Serien-Adaption schlüpft Javier Bardem in die Rolle des rachegetriebenen Mörders.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Die Ausgangslage der neuen Serie ist die gleiche wie in den Filmen von 1991 und 1962: Ein Mann, Max Cady, kommt nach vielen Jahren Gefängnis frei und sucht die Familie jener Juristen heim, die ihn einst hinter Gitter gebracht hat. Eine Rachefeldzug beginnt, der wird in der Neuauflage jetzt allerdings ganz anders erzählt als in den Filmen zuvor, die auf dem Roman "The Executioners" von John D. MacDonald basieren.

Ein Rachefeldzug aus gutem Grund?

Anno 2026 ist aus dem Anwalt ein Anwalt-Ehepaar geworden, Anna und Tom Bowden, fantastisch gespielt von Amy Adams und Patrick Wilson, nicht nur er, sondern auch sie war in den Prozess involviert, der Max um seine Freiheit brachte. Die Serie stellt die Schuldfrage neu: Hier ist das Verbrechen des vermeintlichen Kriminellen Max nicht bewiesen. Die Juristen hadern mit ihrem früheren Urteil und Verhalten. Und so sind die Rollen "Gut" und "Böse" lange nicht so eindeutig verteilt wie in den Filmvorlagen.

Javier Bardem als grandioser Bösewicht

Und doch ist da wieder der diabolische Rächer Max Cady, gespielt von Javier Bardem, der nach und nach das Leben der Bowdens unterwandert. Mit ihm steht und fällt die Serie. Taucht er auf, wird es intensiv und bizarr. Bardem hat ja zum Beispiel schon in "No Country For Old Men" oder "James Bond Skyfall" den Bösewicht gegeben, und lässt einen auch hier wieder erschaudern. Sein Lachen, sein Minenspiel, seine Intonation sind großes Kino. Dabei ist er kein Rasender, Wilder wie Robert De Niro im Film von 1991, Bardem muss nicht laut oder gewalttätig werden, sondern er terrorisiert die Bowdens subtil.

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Patrick Wilson und Amy Adams in "Kap der Angst"

Die Frage lautet nicht nur: Was will dieser Mann? Sondern auch: Was verbergen diejenigen, die Angst vor ihm haben?

Denn innerhalb der großbürgerlichen Familie Bowden tun sich Risse auf, zwischen dem Ehepaar, zwischen den Eltern und ihren beiden Kindern. Das Auftauchen von Max öffnet die Wunden. Und allmählich wird klar: Die größte Gefahr lauert gar nicht draußen vor dem Haus. Sie steckt im Haus selbst.

Der Horror entfaltet sich schleichend

Auch in verzerrten, verfremdeten Kameraeinstellungen und dem bedrohlich wabernden Soundtrack. Wo Scorsese Film von 1991 von seiner wilden, teils opernhaften Energie und einem furiosen Finale lebt, setzt die Serie auf fortwährenden Psychoterror, auf Verunsicherung und Verschleppung. Das funktioniert, führt phasenweise aber doch zu Längen und Spannungslöchern. Zwei, drei Stunden weniger hätten es auch getan.

Insgesamt trifft "Kap der Angst" aber durchaus unser aktuelles Zeitgefühl: Aus einem Rachethriller wird hier letztlich eine Geschichte über das Ende von Gewissheiten: Wer hat recht? Wer sagt die Wahrheit? Wem und was können wir glauben? Das ist in dieser Serie bis zum Ende ungewiss.

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