Spotify und Booking per ChatGPT steuern: OpenAI startet "Apps"
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Spotify und Booking per ChatGPT steuern: OpenAI startet "Apps"
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Spotify und Booking per ChatGPT steuern: OpenAI startet "Apps"

Spotify und Booking per ChatGPT steuern: OpenAI startet "Apps"

Playlists erstellen, Hotels suchen, Designs bearbeiten – und das alles, ohne ChatGPT zu verlassen: OpenAI hat seinen App Store jetzt auch in Deutschland gestartet. Auch der Bildgenerator wurde überarbeitet. Dahinter stecken große Ambitionen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

"Erstelle eine Spotify-Playlist mit deutschsprachigen bekannten Popsongs, deren Anfangsbuchstaben zusammen die Botschaft 'FROHE WEIHNACHTEN' ergeben." Was nach einer kniffligen Aufgabe klingt, lässt sich seit dieser Woche auch in Deutschland über ChatGPT erledigen. Das Ergebnis: Das F wird zu "Fata Morgana" von Nina Chuba, das R zu "Regenbogenfarben" von Kerstin Ott und Helene Fischer, und so weiter. In 39 Sekunden ist das Ergebnis da.

Bildrechte: Screenshot Spotify
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Screenshot Spotify-Playlist "FROHE WEIHNACHTEN"

Möglich macht das eine neue Funktion: ChatGPT-Apps. Seit Mittwoch können deutsche Nutzer externe Dienste direkt in den KI-Chatbot einbinden. Statt zwischen verschiedenen Anwendungen zu wechseln, lassen sich Spotify, Apple Music, Canva und andere Dienste per Texteingabe steuern – ohne ChatGPT zu verlassen. Die Ambition dahinter ist klar: OpenAI will, dass Nutzer möglichst viel Zeit im Chatbot verbringen. ChatGPT soll zur zentralen Schaltstelle werden, über die andere Apps bedient werden – eine Art Betriebssystem für den Alltag.

Diese Apps gibt es zum Start

Zum Launch stehen unter anderem Spotify und Apple Music zur Verfügung. Beide Dienste ermöglichen es, Playlists zu erstellen, Musik zu suchen oder Empfehlungen basierend auf dem Gesprächsverlauf zu erhalten. Bei Spotify gibt es einen Unterschied zwischen kostenlosen und zahlenden Nutzern: Während Free-User auf bereits existierende Playlists zugreifen können, generiert die App für Premium-Nutzer auch ganz neue Playlists.

Auch die Design-Apps Canva und Figma lassen sich über ChatGPT bedienen. Ebenso Adobe Photoshop, die Reiseplattformen Booking.com, Expedia und Tripadvisor, die Reservierungsseite OpenTable und die Wander-App AllTrails.

Ob die Steuerung per Chatbot im Alltag tatsächlich praktischer ist als der direkte Weg über die jeweilige App, muss sich erst zeigen. Für simple Aufgaben wie das Abspielen eines bestimmten Songs dürfte der Umweg über ChatGPT kaum schneller sein. Interessanter wird es bei komplexeren Anfragen.

🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in "Der KI-Podcast" – dem Podcast von BR24 und SWR.

Neues Bildmodell für alle Nutzer

Neben den Apps hat OpenAI diese Woche auch seinen Bildgenerator überarbeitet. Das neue Modell "GPT Image 1.5" soll Anweisungen besser verstehen, Fotos gezielter bearbeiten und Ergebnisse schneller liefern. OpenAI spricht von einem Wandel weg von der spielerischen Bildgenerierung hin zu praktischen Anwendungen – und positioniert die Funktion damit gezielt für Geschäftskunden.

Der Bildgenerator-Markt ist hart umkämpft. Konkurrenten wie Google mit seinem kürzlich viral gegangenen "Nano Banana"-Feature setzen OpenAI unter Druck. In ersten Tests von "Der KI-Podcast" konnte ChatGPTs neues Bildmodell nicht ganz mit der Konkurrenz von Google mithalten.

Ein neues digitales Betriebssystem?

Hinter dem App Store steckt eine größere Ambition: OpenAI würde ChatGPT wohl am liebsten in Betriebssystem der digitalen verwandeln. ChatGPT soll die zentrale Schnittstelle sein, über die Menschen mit ihren digitalen Diensten interagieren. Statt Apps einzeln zu öffnen, tippt man seine Wünsche in den Chatbot. Der erledigt den Rest.

Ob dieser Plan aufgeht, ist alles andere als sicher. OpenAI konkurriert damit nicht nur mit Apple und Google, sondern auch mit den Apps selbst, die längst eigene KI-Funktionen einbauen. Der Griff nach der digitalen Weltherrschaft ist ambitioniert – aber noch längst nicht entschieden.

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