Ob Jamal Musiala für das Auswärtsspiel auf Schalke fit wird, konnte Vincent Kompany am Freitagmorgen noch nicht sagen. Er wolle das Abschlusstraining abwarten, sagte der Trainer des FC Bayern. Musiala habe "eine gute Trainingswoche gehabt. Es geht bergauf bei ihm, es geht ihm gut", ließ Kompany wissen. Doch nicht nur Musiala bekommt Zeit, um sich auszukurieren. Nach vielen wiederkehrenden Verletzungen in der Vergangenheit scheinen die Münchner ihren Stars nun mehr Erholung zu gewähren.
Keine weiteren Vorfälle bei Musiala, Karl voll einsatzfähig
Gerade in der Causa Musiala, der seit seinen Zusammenbrüchen in der Sommervorbereitung in dieser Saison noch kein Pflichtspiel bestritten hat, sind sie an der Säbener Straße besonders vorsichtig. Man sei im Austausch mit den "besten Experten", sagte Kompany und deutete an, dass Musialas Rückkehr nicht mehr lange auf sich warten lässt. "Wir treffen sportlich die richtige Entscheidung für Bayern München und da muss er sportlich fit sein. Aber da hat er keine Probleme."
Auch Lennart Karl ist nach seinem Muskelbündelriss, der ihn die Teilnahme an der Weltmeisterschaft kostete, inzwischen beschwerdefrei. Beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart durfte der 18-Jährige über sechs Minuten ran, gegen Osnabrück im DFB-Pokal war es schon eine knappe halbe Stunde. Für Kompany ist also klar: "Lennart Karl ist wieder dabei."
Kompany: Priorität bei Sorgenkind Gnabry, "dass er sich gut fühlt"
Anders ist die Lage bei Serge Gnabry. Auch er konnte aufgrund einer Verletzung nicht zur Weltmeisterschaft. Nach seinem Adduktorenausriss ist bei ihm die Rückkehr inzwischen aber in Sicht. "Serge wird diese Woche noch nicht dabei sein, vielleicht nächste Woche", gab Kompany zu Protokoll. Beim verletzungsanfälligen Offensivmann liege die "Hauptpriorität darin, dass er sich gut fühlt und dann wird er wieder dabei sein". Kompanys Worte lassen aufhorchen, schließlich galt es in der Vergangenheit, Spieler möglichst schnell fit zu bekommen.
Neuer, Gnabry und Co.: Kurz nach dem Comeback wieder verletzt
Das gilt auch heute. Allerdings scheint man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben und darauf zu achten, Rekonvaleszenten nicht zu früh wieder auf den Platz zu schicken. Manuel Neuers Wade ist dauerhaft ein Problem, was wohl auch eine Spätfolge seines Schien- und Wadenbeinbruchs ist. Allein in dieser Saison pausierte er mehrmals mit Muskelfaserrissen. Im März trat die Verletzung nach einem Spiel direkt wieder auf, ein mögliches Indiz für eine verfrühte Rückkehr.
Auch Alphonso Davies zog sich in der vergangenen Saison drei Muskelverletzungen zu. Innerhalb weniger Wochen streikte zweimal der Oberschenkel. Das größte Sorgenkind bleibt aber Serge Gnabry. Ihm machte seine Gesundheit in der Vergangenheit schon oft einen Strich durch die Rechnung. Eine wiederaufgebrochene Oberschenkelverletzung kostete ihn vor zwei Jahren die Teilnahme an der Heim-Europameisterschaft. Die Blessur, die zunächst ein Faserriss war, weitete sich wenige Wochen später zum Muskelbündelriss aus. Ein ähnliches Schicksal erlebte auch der Japaner Hiroki Ito, der sich wenige Wochen nach seinem Comeback erneut den Mittelfuß brach.
Ob eine zu frühe Rückkehr jeweils eine erneute Verletzung begünstigt hat, lässt sich von außen nicht eindeutig beurteilen. Klar ist jedoch: Der FC Bayern will seinen angeschlagenen Profis diesmal offenbar bewusst mehr Zeit geben, um vollständig fit zu werden.
