Sie konnte es selbst nicht fassen, was da gerade passiert war. Kopfschüttelnd stand Ramona Hofmeister bei der Siegerehrung. Beim ersten Weltcup nach ihrer Horror-Verletzung holt sie sich den Sieg im Snowboard-Parallelslalom. "Ich kann es gar nicht glauben, ich bin so happy, habe jeden Lauf genossen, es ist wirklich verrückt", sagte sie im Zielraum.
Hofmeister exklusiv: "Ziel Olympia immer vor Augen"
Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass Hofmeister beim Weltcup in Scuol an den Start gehen wird. Und schon diese Ankündigung überraschte alle. Denn erst Ende September, vor dreieinhalb Monaten, hatte sie sich bei einem Trainingssturz in Zermatt eine Sprunggelenksfraktur zugezogen. Der Traum von einer dritten Olympia-Teilnahme nach Pyeongchang 2018 und Peking 2022 schien geplatzt zu sein.
"Für mich war der Weg nicht gleich vorbei, es war eher ein Umweg. Ich habe das Ziel Olympia immer vor Augen gehabt und habe mit meinem Athletiktrainer da fest dran gearbeitet und jetzt stehen wir da", sagte sie am Sonntag im exklusiven "Blickpunkt-Sport"-Interview
Hofmeister mit Blitzheilung
Aber Hofmeister arbeitete hart. Der Genesungsprozess lief nach Plan, in der Reha machte sie schnell Fortschritte. Außergewöhnlich schnelle Fortschritte. Denn in der Regel dauert es ein gutes halbes Jahr, bis eine Sprunggelenksfraktur verheilt ist.
Für Hofmeister war es ein Wettlauf mit der Zeit. Die Spiele in Cortina d'Ampezzo starten am 6. Februar. Zwei Tage später findet der Parallel-Riesenslalom statt.
Im Video: Ramona Hofmeister im exklusiven "Blickpunkt-Sport"-Interview
Ramona Hofmeister
Hofmeister darf auf Top-Platzierung bei Olympia hoffen
Die Bischofswiesenerin holte in ihrer Karriere bereits 27 Weltcupsiege, gewann viermal die Kristallkugel. Eine Olympiamedaille hat sie schon: 2018 holte sie Bronze. Den Erfolg will sie wiederholen. Aber vielleicht gelingt ihr ja doch noch der große Traum von Gold.
Dass sie körperlich schon wieder bereit ist, zeigte sie bei ihrem Comebacksieg. Giftig und aggressiv ging sie in das Rennen. Mit über einer halben Sekunde Vorsprung kam sie vor der Italienerin Elisa Caffont ins Ziel und löste das Olympia-Ticket.
Bereit für den Showdown
Die Physis passt, das Sprunggelenk hält. Dass sich Hofmeister nach der schweren Verletzung so schnell so stark zurückmeldet, zeigt ihr riesiges Potenzial. Und es zeigt, dass sie bereit ist für den ganz großen Showdown in diesem Jahr.
Hofmeister war aber nicht die einzige Deutsche, die Grund zu Jubeln hatte. Auch Melanie Hochreiter landete auf dem Podest. Sie wurde Dritte und feierte damit die zweite Podestplatzierung ihrer Karriere.
Im Video: Der Hofmeister-Sieg nach dem Schock vor drei Monaten
Snowboard Weltcup Scuol


