Das dramatische WM-Aus gegen Argentinien nach der Verlängerung hat Fabian Rieder mittlerweile verarbeitet. Im Viertelfinale hatte die Schweiz den späteren Weltmeister über 90 Minuten in Schach gehalten, ehe sie den Einzug ins Halbfinale erst in der Nachspielzeit aus der Hand gab.
Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko liegt inzwischen einige Wochen zurück. Entsprechend zog Rieder nun Bilanz: "Im Endeffekt überwiegt das Positive, die beste WM aller Zeiten für die Schweiz. Das sagt Vieles aus über die Performance die wir dort hatten." Persönlich hätte er sich zwar einen Scorerpunkt gewünscht, insgesamt habe er jedoch ein gutes Turnier gespielt, sei mit seiner Leistung zufrieden und habe seine Qualitäten phasenweise aufblitzen lassen.
"Will ans Limit gehen"
Den Fußball, den die Schweiz bei der WM zeigte und zu dem Rieder maßgeblich beitrug, möchte der 24-Jährige nun auch auf Vereinsebene bestätigen. Nach seiner zweiten Weltmeisterschaft strebt er beim FCA eine Führungsrolle im zentralen Mittelfeld an. Augsburg sei dafür genau der richtige Ort: "Ich hab das Gefühl und Vertrauen, dass ich mich hier entwickeln kann und mir diese Führungsrolle zugetraut wird. Deswegen will ich persönlich voll ans Limit gehen", so Rieder.
Nach zwei "turbulenten Jahren" in Rennes und Stuttgart, wie er die Zeit selbst beschreibt, sei es "gut zu wissen, was man hat". Und auch der FCA weiß längst, was er an dem Schweizer hat: In der vergangenen Saison war Rieder der Topscorer der Augsburger. Vor allem in den letzten acht Partien blühte er auf, nachdem Trainer Manuel Baum ihn auf der Doppelsechs eingesetzt hatte. Auf dieser Position dürfte der Nationalspieler vorerst auch bleiben.
Rieder wird immer mehr zum Führungsspieler
"Ich bin ein Spieler, der gerne viele Ballkontakte hat und sich über Zweikämpfe ins Spiel hineinarbeitet, ein Box-to-box-Spieler. Das sind Stärken, die weiter hinten besser zur Geltung kommen, weil ich meine Mitspieler dann auch besser in Szene setzen kann", beschreibt Rieder seine Rolle.
In der Hierarchie rückt er damit immer näher an Führungsspieler wie Michael Gregoritsch heran. Und wie es sich für einen Leader gehört, formuliert er auch die Ziele für die neue Saison klar: "Man hat letzte Saison gesehen, welche Qualität wir haben. Es ist das Ziel, wieder um die Top10 zu spielen."
Mit mentaler Frische in die Saison-Vorbereitung
Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, braucht der FCA auch einen fitten Fabian Rieder. Nach drei Wochen Urlaub stieg er als letzter Spieler in die Vorbereitung ein. Auf Kreta, erzählt er, habe er Hotel und Strand genießen und abschalten können. "Ich habe mich so fit gehalten, dass ich voll einsteigen kann, bin mental frisch und komme mit viel Selbstvertrauen zurück. Ich sehe viel Potenzial in mir."
Das gute Gefühl wurde beim Testspiel der Augsburger am Mittwochabend gegen den SC Schwaz prompt untermauert. Mit Rieder in der Startelf siegten die Fuggerstädter deutlich 15:0 (8:0).
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