Der FC Bayern und Joao Palhinha, das ist bisher keine erfolgreiche Zusammenarbeit. Der Portugiese wechselte im Sommer 2024 für mehr als 50 Millionen Euro nach München. Nach einer schwierigen ersten Saison, die vor allem durch Verletzungen geprägt war, verbrachte er die letzte auf Leihbasis in England. Nun würde ihn der deutsche Rekordmeister gerne dauerhaft abgeben, wie Sportdirektor Christoph Freund am Rande der Testspielniederlage in Wiesbaden bestätigte. Doch der Spieler scheint andere Pläne zu haben.
Freund über Palhinha und Boey: "Spielen keine große Rolle mehr"
Palhinha zählt wie sein Mannschaftskamerad Sacha Boey zu den klaren Verkaufskandidaten. "Sie wissen Bescheid, sie trainieren jetzt mit, aber sie werden in unseren Planungen keine große Rolle mehr spielen", wurde Sportdirektor Freund am Samstag in Wiesbaden deutlich und empfahl zugleich, "dass sie ihre nächsten Schritte woanders gehen".
Palhinha irritiert und will beim FC Bayern bleiben
Palhinha verschwendete am Samstag jedoch keinen Gedanken an einen schnellen Abschied aus München - ganz im Gegenteil. "Der Plan ist, meine Position hier zu behalten", sagte er der "Abendzeitung" und widersprach damit Sportdirektor Freund.
Die vergangene Rückrunde verbrachte der Portugiese bei Tottenham Hotspur und obwohl er den Klub mit dem entscheidenden Tor am letzten Spieltag der Premier League vor dem Abstieg bewahrte, entschieden sich die Engländer gegen eine feste Verpflichtung. Die Kaufoption hätte 30 Millionen Euro betragen.
Der Marktwert des 31-jährigen Mittelfeldspielers wird aktuell aber nur auf 15 Millionen Euro geschätzt. Sein Verkauf wird also so oder so ein Verlustgeschäft für den FC Bayern. Benfica Lissabon und Aston Villa gelten als mögliche Abnehmer.
Schwerer Stand für Tuchels Wunschspieler Palhinha
Palhinha war 2023 der Wunschspieler von Trainer Thomas Tuchel. Der portugiesische Abräumer schien Tuchels Forderung nach einer "Holding six" perfekt zu verkörpern. Palhinha weilte schon zum Medizincheck in München, doch dann ließ der FC Fulham den Transfer am Deadline Day noch platzen, weil die Londoner so kurzfristig keinen Ersatz fanden.
Die Verpflichtung wurde schließlich ein Jahr später nachgeholt. Nur wusste der neue Trainer Vincent Kompany wenig mit Palhinha anzufangen. Lediglich in zehn Spielen stand der 50-Millionen-Mann in der Startelf. Verletzungen verhinderten mehrfach, dass Palhinha in der bayerischen Landeshauptstadt Fuß fassen konnte. Nun wollen die Münchner das Missverständnis gerne beenden.
Freund erklärt Transferplanungen des FC Bayern
Neben Palhinha und Boey soll sich auch Bryan Zaragoza, der ein ähnliches Schicksal teilt, einen neuen Verein suchen. Auf der Zugangsseite sei hingegen "nichts Großes mehr" zu erwarten, erklärte Freund. "Wir sind sehr gut aufgestellt. Wir haben zwei Wunschtransfers gemacht, darüber sind wir sehr, sehr happy." Man wolle "auch nächstes Jahr nicht zu groß sein im Kader, von dem her wird da nicht mehr viel passieren", so der Sportdirektor weiter.
Nur Palhinha und Co. würden sie in München nur allzu gerne loswerden.
