Andrea Ceresoli (1. FC Nürnberg) und Kento Shiogai (VfL Wolfsburg)
Andrea Ceresoli (1. FC Nürnberg) und Kento Shiogai (VfL Wolfsburg)
Bild
Andrea Ceresoli (1. FC Nürnberg) und Kento Shiogai (VfL Wolfsburg)
Bildrechte: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
Videobeitrag

Andrea Ceresoli (1. FC Nürnberg) und Kento Shiogai (VfL Wolfsburg)

Aktualisiert am
Videobeitrag
Erschien zuerst am
> Sport >

Last-Minute-Wahnsinn! Club dreht Topspiel - und ärgert sich doch

Last-Minute-Wahnsinn! Club dreht Topspiel - und ärgert sich doch

Der 1. FC Nürnberg hat den Sieg im Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg am Ende einer denkwürdigen Nachspielzeit doch noch verpasst. So endet eines der spektakulärsten Zweitliga-Duelle der Geschichte im Max-Morlock-Stadion 4:4.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Langsam wird es unheimlich im Frankenland, denn die Serie des 1. FC Nürnberg geht schier unaufhaltsam weiter. Die Mittelfranken lassen sich auch im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga vom VfL Wolfsburg nicht stoppen. Sie schafften trotz eines 0:2-Rückstandes zur Halbzeit dank dreier Treffer binnen elf Minuten und einer vogelwilden Schlussphase mit insgesamt drei Treffern (2x VfL, 1x FCN) in der Nachspielzeit ein 4:4 und bleiben damit auch im siebten Spiel ungeschlagen in dieser Spielzeit. Erstmals überhaupt in der Geschichte der 2. Fußball-Bundesliga haben sich zwei Mannschaften eine solch spektakuläre Schlussphase geliefert.

Club-Coach Klose: "Für die Zuschauer ein fantastisches Spiel"

Trotzdem - und das ist die schlechte Nachricht - dürfte der Nackenschlag durch Alessio Besios 4:4 in der 90.+9 Minute das Team von Trainer Miroslav Klose noch ein wenig schmerzen. Denn nur drei Minuten zuvor traf Giannis Masouras unter dem Jubel der Fans im Max-Morlock-Stadion noch zum 4:3. Die beiden Teams definierten in dem Fall am Samstagabend (10.10.2026) den Begriff Last-Minute-Wahnsinn noch einmal neu. "Für die Zuschauer, glaube ich, ein fantastisches Spiel. Für die Nerven auf der Trainerseite nicht so", sagte der FCN-Coach Klose im Sky-Interview.

Klose-Team verlernt das Verlieren

Mittlerweile mehr als zwei Monate ist der Saisonstart her - und das ist wiederum die gute Nachricht: Der einst so gebeutelte Club verlernt unter der Leitung von Trainer Miroslav Klose zur Freude der stimmungsvollen fränkischen Fans im Flutlicht des Max-Morlock-Stadions das Verlieren. Das ist die Basis für eine Saison, in der am Ende der Saison dem Wunsch der Anhänger nach endlich die Rückkehr in die Bundesliga stehen soll.

Riesen-Dusel: Nürnberg doppelt im Glück

Sowie eine weitere wichtige Eigenschaft: die Widerstandsfähigkeit, auch Rückschlägen immer wieder zu trotzen. So war nach der ersten Hälfte am Samstag überhaupt nicht klar, dass die Franken Zählbares mitnehmen, gar kurz vor einem Erfolg stehen. Schließlich zeigten sie eine äußerst schwache Halbzeit, Wolfsburg führte völlig verdient 2:0 nach Toren von Hauke Wahl (12. Minute) und Muhammed Damar (29.).

Wahl war es, der nach einer Ecke per Abstauber schneller als alle Nürnberger im Strafraum schaltete (12.). Kurz darauf hätten Yannik Gerhardt und Fabian Reese in einer Szene erhöhen können. Doch der Erste köpfte den Ball aus drei Metern freistehend an die Latte - und der Zweite hätte zwar das nahezu leere Tor getroffen. Doch darin steht eben der Nürnberger Jan Reichert, der den Ball mit einer Monster-Grätsche von der Linie kratzte (je 15.). Vom Club war da nicht viel.

Angreifer Scobel und Zoma erlösen den Club

Bis zur zweiten Hälfte eben: Da schlug die Stunde vom FCN-Eigengewächs Piet Scobel. Die FC-Bayern-Leihgabe Javier Fernandez fand den 21-Jährigen rechts im Strafraum. Und von dort aus jagte dieser die Kugel ins Tor (52.). Kurz darauf stand Scobel dann wiederum links im Sechzehner ganz frei - und drückte einen Querpass von Sommer-Zugang Rayan Ghrieb ins Tor (59.).

Und wieder einmal nur vier Minuten später war es dann Mohamed Ali Zoma, Torjäger vom Dienst beim FCN, der jüngst für Italien debütierte und nun die spektakuläre Club-Hälfte zumindest ein wenig krönte. Zoma selbst leitete den 3:2-Führungstreffer ein, indem er Rafael Lubach losschickte - und den Angriff letztlich über Eric Porstner vollendete.

Drei Tore in der Nachspielzeit: Besio und Masouras liefern ein Stück Zweitliga-Geschichte

Doch die Partie hielt noch eine Pointe bereit: drei Treffer in der Nachspielzeit dank zweier Einwechselspieler. Was übrigens erstmals in der zweiten Fußball-Bundesliga passierte. Besio traf erst nach einer Ecke zum Ausgleich (90.+1), dann jubelte das Achteck über den vermeintlichen Siegtreffer von Masouras (90.+6), ehe Besio den Ball erneut im Getümmel des Nürnberger Strafraums über die Linie drückte. Zum zumindest von seinem Team umjubelten 4:4. Die beiden Teams haben damit Zweitliga-Geschichte geschrieben - mit einer der spektakulärsten Fußballpartien der Historie.

Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.