Das Jahr 2026 ist bislang noch nicht das des 1. FC Nürnberg. Acht Punkte aus ebenso vielen Spielen und als Tabellenelfter nur noch vier Punkte Vorsprung auf die SpVgg Greuther Fürth auf dem Relegationsplatz in der 2. Bundesliga lautet die Bilanz der Clubberer bislang.
Schwache Torausbeute macht Nürnberg zu Schaffen
Das blutleere 0:1 (0:0) gegen Fortuna Düsseldorf, bei dem das Team von Trainer Miroslav Klose zwei magere Schüsse auf das Tor brachte und wie ein Absteiger auftrat, war gewissermaßen die Krönung des schwachen Jahresbeginns.
Das Duell mit den Rheinländern war nicht das erste Mal, dass die Offensive der Nürnberger blass blieb. In den vergangenen sieben Spielen gelang Julian Justvan und Co. nur beim 5:1-Kantersieg gegen den Karlsruher SC mehr als ein Tor.
Justvan schimpft nach Düsseldorf-Pleite
Die Tatsache, dass der FCN aus den anderen sechs Matches mit je zwei erzielten Treffern ganze zehn Punkte mehr auf dem Konto haben und auf Rang sieben liegen könnte, zeigt, wie sehr sich die Mittelfranken durch ihre Ladehemmung selbst im Weg stehen.
Entsprechend groß ist der Frust bei den Akteuren. "Spätestens jetzt muss jedem bewusst sein, dass wir nach unten schauen müssen. Und zwar nicht erst am nächsten Wochenende, sondern am Tag eins im Training", schimpfte Justvan nach der Heimpleite gegen Düsseldorf.
Klose: "Müssen ein anderes Gesicht zeigen"
Immerhin: Im Training reagierten seine Teamkollegen offenbar wie gewünscht. Coach Klose lobte auf der Pressekonferenz vor dem wichtigen Duell mit Holstein Kiel am Samstag die deutlich verbesserte Intensität bei seinen Schützlingen. "Das wollte ich sehen und das hat die Mannschaft gezeigt", meinte der WM-Rekordtorschütze.
Bei einer Reaktion in den Übungseinheiten soll es aber nicht bleiben. "Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen. Das verlange ich von jedem, aber insbesondere von den Führungsspielern", formulierte Klose seine klaren Forderungen an das Team.
FCN: Anspruch und Wirklichkeit gehen auseinander
Die Sorge vor einem endgültigen Abrutschen in den Abstiegskampf ist groß. Genau das wäre aber wohl der Fall, sollten die Nürnberger am Samstag beim Tabellen-17. in Kiel erneut verlieren. Und das, obwohl man sich nach den Millionenerlösen durch die lukrativen Spielerverkäufe der letzten Jahre eigentlich wieder nach oben orientieren wollte.
Wie groß die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität zuletzt war, sprach auch Justvan gnadenlos an. "Es kann nicht sein, dass wir mit dieser Qualität im Kader noch gegen den Abstieg kämpfen müssen", legte der 27-Jährige den Finger in die Wunde.
Neuer Co-Trainer soll neuen Schwung bringen
Neben der fehlenden Leidenschaft war dem gebürtigen Landshuter besonders eine Sache ein Dorn im Auge: "Wir verlieren einfach zu viele Bälle. Dadurch nehmen wir uns ein Stück weit auch das Selbstvertrauen. Das passiert so oft und ist extrem nervig, weil wir eine Riesenqualität haben."
Um die anhaltenden Probleme abzustellen, soll ein neuer Co-Trainer helfen. Am Donnerstag gab der FCN mit sofortiger Wirkung die Verpflichtung des langjährigen Schalke-Assistenten Matthias Kreutzer bekannt. "Er wird uns mit seinen Ideen bereichern und zudem dafür sorgen, dass sich jeder einzelne wieder intensiver seinen spezifischen Aufgaben widmen kann", schwärmte Klose von der Ergänzung zu seinem Stab.
Nürnberg: Zoma kehrt gegen Kiel zurück
Am Samstag wird sich erstmals zeigen, welchen Effekt die Neuverpflichtung auf die Mannschaft hat. Dabei wird auch Stürmer Mohamed Ali Zoma wieder dabei sein, der nach einer Schulterverletzung zurück ist und mit neun Treffern aus 22 Einsätzen der mit Abstand torgefährlichste Nürnberger ist.
Die Kieler sind übrigens eine von vier Mannschaften, die noch seltener trifft als der Club. Diese Statistik ist allerdings nur bedingt ein gutes Omen, da auch Düsseldorf Teil dieser Gruppe ist.
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