Wenn ein Verein drei Spieltage vor dem Saisonende als Tabellen-17. einer Liga da steht und sich dementsprechend in größter Abstiegsnot befindet, ist es eigentlich kaum möglich, dass von den verbliebenen Partien eine wichtiger als die anderen ist.
276. Frankenderby zwischen Fürth und Nürnberg
Schließlich geht es in dieser Phase um jeden Punkt, wenn nicht sogar – abhängig von der Situation im Keller – um jedes Tor. Jede noch so winzige Kleinigkeit kann über die Zukunft des Klubs entscheiden, Fans in Ekstase oder Agonie versetzen und Arbeitsplätze retten oder zerstören.
Trotzdem sticht die Partie der SpVgg Greuther Fürth am Sonntag noch einmal hervor. Der Vorletzte der 2. Bundesliga trifft am 32. Spieltag auf den Erzrivalen, den 1. FC Nürnberg. Zum 276. Mal wird es das Frankenderby zwischen den beiden Traditionsvereinen geben.
Derbysieg? Vogel: "Das ist für mich ein Titel"
Den Abstiegskampf blendet Kleeblatt-Coach Heiko Vogel vor dem Match weitgehend aus. So groß ist die Bedeutung des Lokalduells. "Es ist ein Derby", machte der 50-Jährige klar: "Für mich geht es um einen Titel. Wenn ich hier im Rückspiel einen Sieg klar machen kann, sind wir ein Jahr lang Derbysieger. Das ist für mich ein Titel."
Zum Video: SpVgg Greuther Fürth bereitet sich auf das Frankenderby vor
Noel Futkeu
Von seinem Gegenüber Miroslav Klose erwartet er eine ähnliche Einstellung. "Wer Miro kennt, der weiß, dass er sehr, sehr ehrgeizig ist. Entsprechend erwarte ich eine Mannschaft, die alles versuchen wird, um dieses Spiel zu gewinnen", sagte Vogel.
Fürther Marschrichtung: "Auf Krawall gebürstet"
Seiner Mannschaft gibt der Cheftrainer daher nur eine Marschrichtung vor. Auf die Frage, wie sein Team agieren werde, sagte Vogel auf der Pressekonferenz am Donnerstag nur drei Worte, die es in sich hatten: "Auf Krawall gebürstet."
Zum Video: Heiko Vogel über die die Niederlage gegen den VfL Bochum
Heiko Vogel
Was das für ihn genau bedeutet, erklärte er erst im Nachhinein. Seine Aussage sei "in dem Sinne zu verstehen, dass wir mit allen Mitteln versuchen werden, dieses Spiel zu gewinnen. Das sind in erster Linie taktische, spielerische und technische Mittel", so der gebürtige Pfälzer.
Vogel fordert "Vehemenz in den Zweikämpfen"
Besonders hob er die Bedeutung der richtigen Intensität hervor. "Wir werden in den Zweikämpfen natürlich auch mit der Vehemenz zu Werke gehen müssen, die es braucht, um den Zweikampf zu gewinnen. Wenn ich Foul spiele, habe ich den Zweikampf verloren", erklärte Vogel.
Die Tabellensituation der Fürther lässt sich aber natürlich nicht gänzlich vergessen. Nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum vom vergangenen Wochenende liegt man mit 33 Zählern aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter dem punktgleichen 1. FC Magdeburg, der den Relegationsrang innehat.
Fürth dank Frankenderby-"Titel" weg vom Abstiegsplatz?
Die gute Nachricht ist dabei, dass Dynamo Dresden an Position zwölf nur zwei Punkte Vorsprung hat. Zudem spielen mit Dresden, Fortuna Düsseldorf (15., 34 Punkte) und Magdeburg drei direkte Abstiegskonkurrenten gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte.
Fürth hat also durchaus berechtigte Hoffnungen, die Abstiegsränge nach dem Spieltag zu verlassen. Vorausgesetzt, gegen Nürnberg gelingt der Griff nach dem Frankenderby-"Titel".
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.


