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Mr. Klassiker trifft und tönt: Wird Kimmich Bayerns X-Faktor?

Mr. Klassiker trifft und tönt: Wird Kimmich Bayerns X-Faktor?

Joshua Kimmich versenkt Borussia Dortmund im Top-Spiel gegen den FC Bayern München und erklärt das Meisterrennen der Bundesliga danach für entschieden. Es ist nicht das erste Mal, dass er in großen Momenten zuschlägt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Es war vielleicht der Moment des Spiels, aber bei Joshua Kimmich klang die Beschreibung seines Treffers zum 3:2 in der 87. Minute wenig spektakulär. "Ich hatte in dem Moment nicht mehr viele Optionen. Ich habe mich einfach darauf konzentriert, den Ball ordentlich zu erwischen und zum Glück ist er dann hinten reingegangen", gab er nach der Partie im Interview im Fernsehsender Sky achselzuckend Einblicke in seine Gedanken.

Kimmich entscheidet "Klassiker" und die Meisterschaft

Dabei hatte Kimmich nicht irgendein beliebiges Bundesliga-Match entschieden, sondern den FC Bayern München auswärts bei Borussia Dortmund in einem bewegten Duell zum Sieg und aller Wahrscheinlichkeit nach auch zur Deutschen Meisterschaft geschossen.

Sein Treffer war dem Anlass angemessen. Eine abgewehrte Flanke erwischte er mit dem linken Fuß satt. Der Ball flog in einer schönen Kurve an Freund und Feind vorbei und landete unhaltbar für BVB-Keeper Gregor Kobel im Kasten. Durchaus ein Kandidat für das Tor des Monats.

Kimmich leitet Bayern-Ausgleich durch Kane ein

Doch nicht nur sein Geniestreich in der Schlussphase machte Kimmichs Auftritt im "Klassiker" bemerkenswert. Denn seine Leistung im Top-Spiel war so etwas wie ein Sinnbild Kimmichs, was vor dem Hintergrund des nächsten Doppelpacks von Harry Kane zu einer Randnotiz wurde.

Vor dem 3:2 hatte er bereits das zwischenzeitliche 1:1 eingeleitet, indem er den durchgestarteten Serge Gnabry mit einem seiner patentierten Chip-Bälle perfekt im Strafraum in Szene setzte. Gnabry legte per Kopf zu Kane ab, der den Ausgleich besorgte.

Meisterrennen gelaufen? Kimmich wird ehrlich

Bereits in der ersten Halbzeit war Kimmich mit zwei Distanzschüssen aufgefallen, die Kobel nicht ernsthaft in Bedrängnis brachten, aber immerhin ein offensives Lebenszeichen der Bayern waren, die sich in den ersten 45 Minuten trotz großem optischem Übergewicht am Dortmunder Defensiv-Verbund die Zähne ausbissen. Die Botschaft an Teamkollegen und Gegner gleichermaßen: Wir sind hier, wir sind gefährlich.

Auch nach Abpfiff ging Kimmich voran. Während sich seine Teamkollegen und Vorgesetzten bei der Frage, ob die Meisterschaft entschieden sei, in Floskeln flüchteten, zeigte der 31-Jährige klare Kante und tönte: "Jetzt haben wir, glaube ich, elf Punkte Vorsprung. Das werden wir nicht mehr abgeben." Eine erfrischend ehrliche Aussage.

Kimmich bricht zum dritten Mal die BVB-Herzen

Dabei war vor Samstagabend noch nicht abzusehen gewesen, dass Kimmich in dieser Art und Weise vorangehen würde. In der Vorwoche hatte er sich gegen Eintracht Frankfurt (3:2) noch einen haarsträubenden Fehler erlaubt, der den sicheren Sieg kurz vor Schluss noch einmal in Gefahr brachte.

Doch Kimmich steht für Mentalität. Es ist nicht das erste Mal, dass er in wichtigen Spielen da ist. Sein 3:2 war bereits sein drittes Siegtor gegen den BVB. Damit ist der Mittelfeldmann fast schon "Mr. Klassiker". Der deutsche Nationalmannschaftskapitän ist aber nicht nur dann da, wenn es gegen den größten nationalen Konkurrenten geht.

Kimmich in großen Momenten zur Stelle

Auch in der Champions League war er immer wieder zur Stelle. Zum Beispiel gegen Real Madrid im Halbfinale 2018, als er in Hin- und Rückspiel jeweils einmal traf, das Aus gegen die Königlichen (1:2, 2:2) aber nicht abwenden konnte.

Eine andere Gelegenheit, an die sich Bayern-Fans lieber erinnern dürften, ist das Endspiel der Königsklasse 2020 gegen Paris Saint-Germain (1:0). Damals wurde er zwar nicht selbst zum Siegtorschützen, bereitete mit einer schönen Flanke aber den umjubelten Kopfball von Kingsley Coman vor, der die Partie entschied.

Wird Kimmich zum X-Faktor für Bayerns Triple-Mission?

Spieler, die in großen Momenten das Zünglein in der Waage sind, bezeichnet man neudeutsch gerne als X-Faktor. Genau so eine Rolle könnte Kimmich auch in dieser Saison wieder zukommen. Schließlich peilt die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany das dritte Triple der Vereinsgeschichte des FC Bayern nach 2013 und 2020 an.

Doch der Weg in der Champions League hat es in sich. Nach der bevorstehenden Hürde Atalanta Bergamo wartet im Viertelfinale entweder Real Madrid oder Manchester City, bevor es zum Duell mit PSG kommen könnte. Mannschaften, die durchaus in der Lage sind, die rekordverdächtige bayerische Offensive um Kane, Michael Olise und Luis Diaz zu bremsen.

Wenn sich die gegnerischen Abwehrreihen auf das Trio konzentrieren, können Räume für andere Spieler entstehen. Dann muss man da sein. So wie Kimmich gegen Dortmund.

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