Ziemlich genau sechs Monate nach dem dramatischen Scheitern im Finale der WM-Playoffs an Bosnien & Herzegowina (1:4 n.E.) will die italienische Nationalmannschaft in eine neue Ära starten - und das mit einem Gesicht aus der 2. Bundesliga. Wie Italiens Fußballverband am Freitag verkündete, hat der zurückgekehrte Nationaltrainer Roberto Mancini Mohamed Alì Zoma, den aktuellen Shootingstar des 1. FC Nürnberg, für die anstehenden Spiele in der UEFA Nations League nominiert. Schon am Donnerstag hatte FCN-Trainer Miroslav Klose eine mögliche Nominierung kommentiert: "Es würde uns alle absolut freuen, weil er es sich verdient hat".
Für Italien nominiert: Zoma sorgt für ein Novum
Mit der Berufung des 22-jährigen Torjägers wurde Geschichte geschrieben: Bislang absolvierte noch kein Profi der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands eine Partie für die Squadra Azzurra. Aufgrund seiner Wurzeln könnte Zoma auch für Burkina Faso und die Elfenbeinküste auflaufen. Der in Merate (Lombardei) geborene Offensivmann entschied sich aber für sein Heimatland.
Zoma macht mit Traumstart auf sich aufmerksam
Der fulminante Saisonstart des 1. FC Nürnberg in der 2. Bundesliga - 13 Punkte in fünf Spielen - trägt zwar viele Namen, mit seinen fünf Toren trug Zoma jedoch maßgeblich zum Höhenflug des Clubs bei. Einen Abschied seines Toptorjägers konnten die Nürnberger in der zurückliegenden Transferperiode zwar noch verhindern, sein Name war aber schon längst in aller Munde - nicht zuletzt in Italien.
"Er hat gesagt, er beobachtet mich. Ich soll so weitermachen und dann werden wir sehen, ob er mich nominiert", hatte Zoma Ende August von einem privaten Gespräch mit Mancini berichtet. Den 61-jährigen Nationaltrainer, der Italien im Sommer 2021 zum EM-Titel geführt hatte, scheint er mittlerweile vollends von sich überzeugt zu haben. In den anstehenden Partien gegen Belgien (25. September, 20.45 Uhr), die Türkei (28. September, 20.45 Uhr), Frankreich (2. Oktober, 20.45 Uhr) und erneut die Türkei (5. Oktober, 20.45 Uhr) steht Zoma vor seinem Debüt für den viermaligen Weltmeister.
"Sticht wie eine Biene": Zoma steht in Italien im Fokus
In der italienischen Medienlandschaft erhält Zoma mittlerweile regelmäßig sein (kleines) Rampenlicht. Die Gazzetta dello Sport widmete ihm sogar ein Portrait mit einer Parallele zur Box-Ikone Muhammad Ali: "Er schwebt wie ein Schmetterling, sticht wie eine Biene", spielte die Sporttageszeitung aus dem Stiefelstaat auf das legendäre Zitat von Ali an, mit welchem er einst seinen leichtfüßigen und effizienten Kampfstil beschrieben hatte.
Die Aufmerksamkeit dürfte nicht weniger werden, sobald Zoma erstmals für die Squadra Azzurra aufläuft. Unter Mancini soll dem krisengeschüttelten Italien ein neues Gesicht verpasst werden: Die Chance auf eine azurblaue Zukunft, die über sein Debüt hinausgeht, könnte für Zoma aktuell kaum größer sein.
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