Richtig begeistert waren sie nicht bei der Spielvereinigung Unterhaching, dass ihr Cheftrainer Sven Bender vor zwei Wochen plötzlich hinschmiss. Doch der abrupte Abgang hatte einen Grund. Bender wird Co-Trainer bei der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Jürgen Klopp. Präsident Manfred Schwabl sieht darin "eine Top-Lösung für den deutschen Fußball und auch für den Sven".
- Zum Artikel: "Plötzlich Klopp-Assistent? Bender auf dem Wagner-Weg"
Sven Bender geht zum DFB: Erinnerungen an Sandro Wagner
Doch Bender ist nicht der Erste, der den Weg aus der Münchner Vorstadt zum Deutschen Fußball-Bund geht. Letztes prominentes Beispiel war Sandro Wagner. Der ehemalige FC-Bayern-Profi hatte die Hachinger nach dem Aufstieg in die 3. Liga 2023 verlassen. Wagner wechselte damals zum DFB und wurde Co-Trainer von Hannes Wolf bei der U20-Nationalmannschaft.
Nach dem Aus von Bundestrainer Hansi Flick holte ihn Interimstrainer Rudi Völler zusammen mit Wolf an seine Seite. Wagner hinterließ einen bleibenden Eindruck und gehörte unter Flicks Nachfolger Julian Nagelsmann zum Trainerteam. 2025 verließ der inzwischen ausgebildete Fußballlehrer die Nationalmannschaft und erlebte eine glücklose erste Trainerstation in der Bundesliga beim FC Augsburg.
Bender kennt den DFB schon aus der Nachwuchsarbeit
Bender heuerte nach seinem Karriereende 2021 in Leverkusen zunächst beim DFB an und wurde erst U16-Co-Trainer und später mit der U17 an der Seite von Christian Wück Weltmeister. Edin Terzic holte ihn zu Borussia Dortmund als Co-Trainer zurück. Dann ging Bender nach Unterhaching, von wo aus er den Weg zurück findet zum DFB, wo seine Trainerkarriere begann.
Auch Manuel Baum war schon in Unterhaching
Neben Bender und Wagner war auch Manuel Baum schon in Unterhaching und beim DFB tätig. Der heutige Cheftrainer des FC Augsburg und Nachfolger von Sandro Wagner war ab 2011 erst Co-Trainer von Heiko Herrlich und übernahm nach dessen Abgang das Amt des Chefcoachs. Den damaligen Drittligisten verließ er 2014 und wechselte zunächst in den Augsburger Nachwuchs, ehe er 2016 die Profimannschaft trainieren durfte. Nach seinem Aus beim FCA ging es für Baum zum DFB. Er wurde 2019 U20- und später U18-Trainer. Nach Stationen auf Schalke und im Nachwuchsleistungszentrum von RB Leipzig ist er inzwischen zurück in Augsburg.
Haching-Präsident Schwabl hofft auf einen Anruf vom DFB
Die Liste lässt sich aber noch weiterführen als Baum, Wagner und jetzt eben Bender. Rainer Adrion war von 1991 bis 1993 und von 2001 bis 2002 Trainer vor den Toren Münchens. 2009 wurde er schließlich Trainer der U21-Nationalmannschaft als Nachfolger von Horst Hrubesch. Die Verbindung zwischen Unterhaching und der DFB-Zentrale ist also nicht von der Hand zu weisen. Präsident Schwabl ist mächtig stolz, "dass die SpVgg Unterhaching auch Trainer für den deutschen Fußball ausbildet".
Der Hachinger Weg beinhaltet inzwischen nicht mehr nur die Ausbildung junger, talentierter Spieler wie einst Karim Adeyemi, sondern bietet obendrein Trainern ein Sprungbrett. Schwabl jedenfalls ist zufrieden und scherzt: "Da gehe ich mal davon aus, dass ich einen Anruf aus Frankfurt (Standort der DFB-Zentrale, Anm. d. Red.) kriege, dass die uns auch mal was Gutes tun."
Vielleicht führt der DFB ja neben Nachwuchsfördertopf für Spieler auch einen für Trainer ein. In Unterhaching hätten sie nichts dagegen.
Sie alle gingen aus Unterhaching zum DFB: Sven Bender, Sandro Wagner und Manuel Baum (von links).
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