Mit einer selbstbewussten Botschaft hat sich Mark van Bommel auf sein Debüt als belgischer Nationaltrainer eingestimmt. Der frühere Profi des FC Bayern traut seiner neuen Mannschaft deutlich mehr zu, als das WM-Aus im Viertelfinale vermuten lässt.
"Ich glaube, bei der Weltmeisterschaft hättet ihr mit etwas mehr Glück weiter kommen müssen. Ihr hättet sie sogar gewinnen können", sagte der 49-Jährige vor den anstehenden Nations-League-Spielen zu seinen Spielern.
Lob für Belgiens Kader
Van Bommel übernimmt eine Mannschaft im Umbruch. Die sogenannte "Goldene Generation" um Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois prägt das Team noch, nähert sich aber ihrem Karriereende.
Dennoch traut der Niederländer Belgien weiterhin eine erfolgreiche Zukunft zu. Schon bei seiner Vorstellung Ende Juli hatte van Bommel die Qualität des Kaders hervorgehoben. Belgien verfüge über "herausragende Spieler und enormes Potenzial". Gemeinsam mit seinem Trainerstab wolle er eine Mannschaft formen, "die diszipliniert, ehrgeizig und mutig genug ist, sich mit den Besten zu messen".
Vom Bayern-Chef zur Trainerbank
Van Bommel kennt den Druck großer Erwartungen aus seiner aktiven Karriere. Zwischen 2006 und 2011 absolvierte er 123 Pflichtspiele für den FC Bayern und führte die Münchner zeitweise als Kapitän aufs Feld. Kaum ein anderer Spieler seiner Generation stand so sehr für Führungsstärke, Härte und Geradlinigkeit. Als "Aggressive Leader" bezeichnete der frühere Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld den Niederländer. Unvergessen ist bei den Bayern-Fans sein provokanter Jubel nach einem Tor bei Real Madrid, für den van Bommel dann im Anschluss für eine Partie gesperrt wurde.
Als Trainer verlief seine Laufbahn zunächst deutlich wechselhafter. Bei PSV Eindhoven und dem VfL Wolfsburg blieb der nachhaltige Erfolg aus. In Wolfsburg wurde van Bommel bundesweit vor allem durch einen Wechselfehler im DFB-Pokal bekannt, der seinem Team das Pokal-Aus bescherte. Seine Amtszeit endete nach wenigen Monaten.
Erfolg bei Royal Antwerpen
Den entscheidenden Karriereschritt schaffte er anschließend bei Royal Antwerpen in Belgien. Dort gewann van Bommel 2023 die Meisterschaft sowie den Pokal und führte den Klub zum Double. Diese Erfolge öffneten ihm nun die Tür zur Nationalmannschaft des Landes. Sein Vertrag beim belgischen Verband läuft bis zur Europameisterschaft 2028.
Und mittlerweile sorgt übrigens auch sein Sohn für internationale Schlagzeilen. Mit einem Sahnepass bereitete Ruben van Bommel das Tor der Niederländer beim 1:1 gegen Deutschland am Donnerstag vor.
Klare Prinzipien
An seiner grundsätzlichen Herangehensweise will van Bommel auch als Nationaltrainer festhalten. Bereits bei seiner Vorstellung Ende Juli versprach er harte Arbeit und klare Abläufe. "Erfolg lässt sich nie garantieren, harte Arbeit, Ehrlichkeit und Hingabe hingegen schon", sagte van Bommel damals.
Am Freitag hat für der früheren Bayern-Kapitän in der Nations League beim harten Prüfstein Italien (mit Nürnbergs Mohamed Ali Zoma) seine erste praktische Bewährungsprobe erfolgreich mit einem 2:0-Sieg absolviert. Seine ersten Aussagen zeigen aber bereits, welchen Anspruch er seiner neuen Mannschaft vermitteln will: Belgien soll sich nicht als Außenseiter sehen, sondern als Team, das mit den besten Nationen mithalten kann - und irgendwann sogar Weltmeister wird.
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