Bilder der Attacke an Timo Cavelius in Leipzig.
Bilder der Attacke an Timo Cavelius in Leipzig.
Bild
Bilder der Attacke an Timo Cavelius in Leipzig.
Bildrechte: MDR
Schlagwörter
Bildrechte: MDR
Audiobeitrag

Bilder der Attacke an Timo Cavelius in Leipzig.

Audiobeitrag
> Sport >

Nach Prügelattacke: Abensberger Judoka weist Mitschuld zurück

Nach Prügelattacke: Abensberger Judoka weist Mitschuld zurück

Nach einem Judo-Kampf ist der Abensberger Profi Cavelius von seinem Gegner Japaridze krankenhausreif geprügelt worden. Japaridze gibt jetzt Cavelius eine Mitschuld für den Ausraster – was dieser entschieden zurückweist.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Der Abensberger Judoka und deutsche Olympia-Starter Timo Cavelius hat nach der Prügelattacke auf ihn bei einem Bundesligakampf eine Mitschuld an der Eskalation zurückgewiesen. Sein georgischer Gegner, der 24-jährige Akaki Japaridze vom JC Leipzig, hatte sich am Mittwochabend erstmals über Instagram zu seinem Gewaltausbruch geäußert. Zwar wolle er für seine Aggression die Verantwortung übernehmen, heißt es in seinem Post. Dennoch begründete er sie mit ehrverletzenden, verbalen Beleidigungen und Gesten seitens Cavelius.

"Solch ein Gewaltexzess ist nicht zu rechtfertigen"

"Selbst wenn mein Jubel negative Emotionen ausgelöst haben sollte, kann dies einen solchen Gewaltexzess weder erklären noch rechtfertigen", schrieb Cavelius in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme. Auch bei größtmöglichen Emotionen gebe es eine Grenze. Sein Jubel nach dem Sieg habe zudem ausschließlich seiner eigenen Mannschaft gegolten. Verbal beleidigt habe er seinen Kontrahenten ebenfalls nicht.

Durch Attacke Olympiaqualifikation gefährdet

Dem BR teilte Cavelius zudem mit, dass er am Montagabend aus dem Krankenhaus in Leipzig entlassen wurde und mittlerweile zur Genesung bei seinen Eltern in Hof weilt. Durch die Attacke hatte der 29-Jährige zwei Unterkieferfrakturen erlitten und musste operiert werden. Ihm wurde eine Sportpause von sechs bis acht Wochen verordnet. Dadurch wird er unter anderem die Weltmeisterschaften in Baku verpassen, wodurch auch seine Olympiaqualifikation gefährdet ist. Dies bedauert auch Cavelius‘ Heimatverein, der TSV Abensberg.

Andreas Lorenz, stellvertretender Judo-Abteilungsleiter, kann die Rechtfertigung des georgischen Judoka für seine Attacke nicht nachvollziehen: "Das ist ein absolutes No-Go. Das hat es noch nie gegeben im Judo. Wir leben von sehr strengen Werten: Respekt, Fairplay, Toleranz. Man muss akzeptieren, wenn man verliert. Natürlich sind Emotionen im Spiel. Aber egal, wie das ausgeht und wie sich der Gegner dann freut: Es ist durch nichts zu rechtfertigen."

Sportrechtliche Konsequenzen noch unklar

Der Vorfall habe in Abensberg in dieser Woche nicht nur den Verein, sondern auch die gesamte Stadtgesellschaft beschäftigt. Lorenz hofft, dass der Angreifer für sein Verhalten zur Rechenschaft gezogen wird. Ob der Fall für den Georgier Japaridze sportrechtliche Konsequenzen haben wird, damit beschäftigt sich nun ein unabhängiges Gremium der Internationalen Judo Föderation (IJF).

Verhalten "nicht mit den Werten des Judosports vereinbar"

Martin Poiger, der Generalsekretär der Europäischen Judo-Union (EJU), machte im BR-Interview seine Erwartung an das Verfahren deutlich: "Ich gehe davon aus, dass der Vorfall nicht mit einer Verwarnung, sondern mit einer Sperre geahndet wird." Eine solche Attacke sei nicht mit den Werten des Judosports vereinbar und auch nicht durch mögliche Provokationen zu rechtfertigen.

Die Polizei Leipzig ermittelt inzwischen wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen Japaridze. Timo Cavelius will kommende Woche anwaltlich prüfen lassen, inwieweit darüber hinaus zivilrechtliche Ansprüche durchsetzbar sind.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!