Fahnenparade
Fahnenparade
Bild
Fahnenparade
Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-POOL | Peter Kneffel
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-POOL | Peter Kneffel
Videobeitrag

Fahnenparade

Aktualisiert am
Videobeitrag
Erschien zuerst am
> Sport >

Hochkultur trifft auf Fischerhüte: Das war die Olympia-Eröffnung

Hochkultur trifft auf Fischerhüte: Das war die Olympia-Eröffnung

Die Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind offiziell eröffnet. Mit einem Farbspektakel, mit Weltstars und viel Dramatik läuteten die Veranstalter die Spiele ein.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Mariah Carey hat bei "Volare" ihre höchsten Töne ausgepackt, Valentino Rossi ist als Busfahrer eingesprungen, Lucas Pinheiro Braathen hat sich im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand im Kreis gedreht, Alberto Tomba und Sofia Goggia haben um 23.26 Uhr das olympische Feuer entzündet.

Am Freitagabend wurden die Winterspiele 2026 mit kuriosen Szenen und Show-Einlagen eröffnet - und mittendrin Fahnenträgerin Katharina Schmid. Die Skispringerin aus Oberstdorf schwang die deutsche Fahne mit einem breiten Lächeln auf den Lippen und führte das deutsche Team an. Die Eindrücke "werden für immer bleiben", sagte Schmid später und fügte an: "Leider war es ein bisschen zu kurz".

Für die Eröffnungsfeier dachten sich die Organisatoren eine Besonderheit aus. Da es mit Mailand und Cortina d'Ampezzo offiziell zwei Gastgeberstädte gibt, fanden an gleich mehreren Orten Feierlichkeiten statt: In Mailand verwandelten die Veranstalter das Giuseppe-Meazza-Stadion in eine imposante Show-Bühne. Zeitgleich fanden auch in Cortina d'Ampezzo sowie Predazzo und Livigno kleinere Feiern statt.

Team D in Fischerhüten und bunten Ponchos

Zunächst zeigte Italien im mailändischen Stadion seinen Hang zur Dramatik und Kunst: Zum Auftakt versuchten zwei in Weiß gekleidete Tänzer mit Engelsflügeln, die Skulptur "Psyche, von Amors Kuss erweckt" von Antonio Canova darzustellen. Figuren, die Verdi, Puccini und Rossini darstellen sollten, eröffneten dann ein Farbfeuerwerk. Von den Granden der italienischen Oper zum hohen Sopran von US-Superstar Mariah Carey, die in einem weiß-silbernen Kleid und ihrer Balladen-Interpretation von "Volare" die Stadiongäste zum Mitsingen animierte. In einem Einspieler wurde Italiens Präsident Mattarella dann in einem historischen Zug zum Stadion gefahren - von keinem Geringeren als Motorrad-Legende Valentino Rossi, der als Busfahrer einspringen musste.

JD Vance neben IOC-Präsidentin Kirsty Coventry

Es folgte der große Auftritt der Sportler: Brasilien tanzte über die Bühnen und den Schnee, Kanada brachte Stimmung ins Mailänder Stadion und Team Deutschland ließ sich in ihren Fischerhüten, Regenponchos und mit kleinen schwarz-rot-goldenen Fähnchen feiern. Frank-Walter Steinmeier klatschte im Mailänder Stadion Beifall. Auch die internationale Politik war vertreten: Auf der Ehrentribüne saß US-Vizepräsident JD Vance neben IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und Italiens Präsident Sergio Mattarella. Prinzessin Anne sah man beim Einzug von Team Großbritannien applaudieren.

Doch die Politik war nicht nur auf den VIP-Plätzen vertreten: Die weltpolitischen Konflikte machten sich auch während der Show bemerkbar. Team Israel wurde ausgebuht, beim iranischen Team kamen vereinzelt Pfiffe, die ukrainischen Olympioniken hingegen wurden gefeiert.

Olympia-Zeitreise, italienische Gesten, Andrea Bocelli

Auf eine Zeitreise der Olympischen Winterspiele folgte ein Crashkurs in italienischen Handgesten und lange Reden - zunächst von Giovanni Malago (Chef des Organisationskomitees): "Heute Abend empfängt Italien die Welt mit offenen Armen." IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, Nachfolgerin von Thomas Bach, richtete sich bei ihrer Ansprache an die Athleten: "Seid also zuerst stolz. Stolz darauf, wie weit ihr gekommen seid. Und jetzt: Nehmt alles in euch auf. Genießt es. Genießt jede einzelne Sekunde."

Für den krönenden Musik-Abschluss sorgte der italienische Weltklasse-Tenor Andrea Bocelli mit dem Klassiker "Nessun dorma", der Arie von Giacomo Puccini.

Katharina Schmid
Bildrechte: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
Audiobeitrag

Katharina Schmid