Es sind aufregende Tage und Wochen für die weltbesten Skibergsteiger. Zum allerersten Mal nehmen sie an Olympischen Winterspielen Teil. Die drei deutschen Skimo-Athleten (allesamt Bayern) schreiben in den nächsten Tagen Sportgeschichte. Tatjana Paller (DAV Tölz), Helena Euringer (DAV Berchtesgaden) und Finn Hösch (DAV Bergland München) zählen zu den weltweit ersten Athleten, die eine Chance auf eine Olympia-Medaille in ihrer Sportart haben. Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo feiert Skimountaineering mit zwei Wettkampfformaten sein olympisches Debüt: dem Sprint sowie der Mixed-Staffel. "Das ist ein absoluter Traum", sagte der 23-jährige Hösch bei einem Medientermin am Donnerstag.
Die Skimo-Wettkämpfe gehen in Bormio über die Bühne - vor zahlreichen Zuschauern. Für die Skibergsteiger ist das Neuland. Auch Hösch ist sich bewusst, dass die Situation "ungewohnt" sein wird, wie er sagt. Die große Tribüne wird voll sein, wenn am 19. und 21. Februar die Skimo-Wettkämpfe stattfinden, das Stadion in Bormio ist restlos ausverkauft. Doch aus der Ruhe bringen lassen wollen sich die drei durch das Drumherum nicht. Paller sagt gar: "Da merk ich auch gar nicht, wenn mich die Leute anfeuern oder wenn sie mir was zurufen, weil man da so im Tunnel ist".
Paller mit Medaillenchancen
Beim Skimountaineering werden auf einem kurzen, künstlich angelegten Kurs Aufstieg, Abfahrt, Tragepassagen und die Wechsel kombiniert. Der Aufstieg erfolgt dabei mit Klebefellen unter den Ski. Bevor es auf die Abfahrt geht, ziehen die Athleten die Felle schnell ab und verstauen sie unter dem Rennanzug. Der Schnellste gewinnt.
Realistische Chancen auf eine Medaille hat vor allem Paller. Die Lenggrieserin hat vergangenes Jahr WM-Silber im Sprint gewonnen - sie zählt zur absoluten Weltspitze in dem Sport. Doch auch Euringer, eine der jüngsten Athletinnen im Feld, konnte mit einem achten Platz bei der Weltmeisterschaft schon aufzeigen. Zwar ist das Ziel der deutschen Skibergsteiger ganz klar eine Medaille zu gewinnen, doch ihre Mission reicht weiter: Am Ende geht es für die Skimo-Athleten nicht nur um Gold, Silber und Bronze, sondern auch darum, ob ihre Sportart weiterhin olympisch bleibt - ob Paller, Hösch und Euringer auch bei zukünftigen Spielen wieder mit dabei sein dürfen.
