Alles war in der Saison, vielleicht sogar in den letzten vier Jahren, auf diesen Wettbewerb ausgerichtet. Die fulminanten Weltcup-Ergebnisse der aktuellen Saison machten Rodel-Ass Felix Loch zum Top-Favoriten auf Gold im Einzel.
Ungewöhnlich viele Fehler - der Top-Favorit schwächelt
Es war also angerichtet für den bayerischen Kurvenstar, die Goldmedaille für viele Fans und Experten schon fest eingeplant. Doch in der Olympiabahn von Cortina brachte der Weltcupführende sein Können dieses Mal nicht auf den Schlitten. Ungewohnt viele Fehler unterliefen dem 36-Jährigen beim Wettkampf im Cortina Sliding Centre. Nur im letzten Lauf konnte man erahnen, was für den Routinier möglich gewesen wäre.
Doch da war die Konkurrenz, allen voran Teamkollege Max Langenhahn, schon uneinholbar davongezogen. Immerhin gelang Loch am Ende noch der Sprung auf Rang sechs. Zu wenig für die Ansprüche des Altmeisters. "Es hat leider nicht sollen sein. Ich will nicht sagen, dass ich als Topfavorit hier angereist bin, aber viele haben es so gesehen", so Loch nach dem finalen Lauf im ZDF-Interview. "Ich hab gewusst, dass alles zusammenpassen muss. Es war leider nicht so."
Olympia 2030? Loch schließt nichts aus
Neben dem ein oder anderen Fahrfehler haderte Loch auch mit dem Set-up. Aus seiner Sicht hätte es bei perfekten Starts und Läufen damit nicht gereicht. "Irgendwo war leider der Wurm drin und ich habe mich ein bisschen verbaut" oder "vielleicht nicht das Richtige gemacht."
Doch einer, der den Kopf in den Sand steckt, war Loch noch nie. Und so steht schon Momente nach der großen Enttäuschung fest, dass ein Karriereende für ihn nicht infrage kommt: "Es geht weiter", sagte er. Wie lang genau ließ Loch allerdings offen. "Wir werden sehen, ob es in vier Jahren nochmal Olympische Spiele werden."
"Schade für den Felix"
Während Max Langenhahn viermal die Bestzeit in die Eisbahn brannte, litten auch die Fans in der Heimat mit dem patzenden Loch, der am Ende in den Armen seines Vaters Norbert Loch die ersten Tränen der Enttäuschung verdrückte. "Natürlich wünscht man sich dann auch eine supertolle Platzierung. Vor allem, wenn man halt alles immer so dominiert," sagt Nicole Votz, die Vorsitzende vom Rodelclub Berchtesgaden. "Schade für den Felix."
Der war zumindest Erster beim Gratulieren. Die Leistung von Langenhahn wusste nicht nur Loch zu schätzen, auch in seinem Fanclub feierte man den Erfolg des Konkurrenten: "Felix, ja schade", sagt Votz. "Aber hey, wir haben Gold für Deutschland."
Loch-Comeback bei Olympia? "Am Ende fährt der schnellste"
Ein Loch-Comeback - mit erneuter Medaillenchance - bei den aktuellen Olympischen Spielen ist noch immer nicht ganz vom Tisch. Schließlich steht am Donnerstag (12. Februar) noch der Teamwettbewerb an, doch Loch geht nicht davon aus, dass er dort noch einmal antreten wird.
Im Anschluss äußerte er sich zwar enttäuscht, aber extrem fair zum anstehenden Teamwettbewerb: "So wie es jetzt aussieht, wird der Max am Ende das Team fahren. Und da brauchen wir auch gar nicht drüber zu diskutieren. Am Ende fährt bei uns immer der Schnellste, weil man dort auf jeden Fall um die Goldmedaille mitkämpfen möchte", erklärte der 36-Jährige. Das wäre freilich auch mit einem Felix Loch im Team mehr als möglich, schließlich hat er in seiner jahrelangen Karriere bewiesen, dass mit ihm eigentlich immer zu rechnen ist.
Im Video: Felix Loch über mögliche Olympia-Teilnahme 2030
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