Philipp Raimund
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Philipp Raimund mit Normalschanzen-Goldmedaille
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Philipp Raimund mit Normalschanzen-Goldmedaille

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Schluss mit lustig: Wie Raimund zum Gold-Springer wurde

Schluss mit lustig: Wie Raimund zum Gold-Springer wurde

Philipp Raimund gewinnt 2026 Olympia-Gold von der Normalschanze. Dabei profitiert der Mann vom SC Oberstdorf auch von einer neuen Herangehensweise. Der Weg dahin war allerdings alles andere als einfach.

Über dieses Thema berichtet: Sportschau am .

Der Deutsche Olympische Sport-Bund (DOSB) hat im Verlauf der Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo bereits einige Medaillen feiern können. Neben den starken Ergebnissen der Rodler um Julia Taubitz und Max Langenhan sorgte auch Emma Aicher für erhoffte, aber nicht unbedingt erwartete Erfolge in Norditalien.

Hannawald sieht Raimund-Wandlung

Der Titel für das überraschendste deutsche Edelmetall dürfte aber an einen anderen DOSB-Athleten gehen: Gold-Held Philipp Raimund. Der Triumph des Manns vom SC Oberstdorf von der Normalschanze am Montagabend war nach guten Trainingsleistungen in den Tagen zuvor zwar für möglich gehalten worden, aber angesichts der Tatsache, dass Raimund zuvor noch nie ein Einzel-Springen gewonnen hatte, fehlte der Glaube.

Aber mit Beginn der Spiele hat sich bei Raimund etwas verändert. Der 25-Jährige tritt anders auf, wie auch Sportschau-Experte Sven Hannawald im Anschluss an Raimunds Normalschanzen-Coup analysierte.

Im Video: Raimund springt zu Olympia-Gold

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Raimund bleibt nach starkem 1. Durchgang ruhig

"Ab dem ersten Training hat man diese Verwandlung bei Philipp Raimund gesehen. Das war Wahnsinn. Ich habe ihn nicht mehr wiedererkannt. Du hast gesehen, da schlummert was", befand der Vierschanzentournee-Champion von 2002.

Raimund hatte nach seinen guten Übungsversuchen im Vorfeld den ersten Durchgang in Predazzo mit 102 Metern auf Platz eins beendet, dabei aber nach seiner Landung ungewohnt gelassen reagiert und keinen ausufernden Jubel gezeigt.

Hannawald: Raimund "so verändert"

Für Hannawald ein bemerkenswertes Zeichen, hatte Raimund doch früher nach guten Weiten oft die Konstanz im zweiten Sprung gefehlt: "'Hille' ist sonst, wenn er weit gesprungen ist, unten ausgeflippt", sagte der 51-Jährige: "Er hat sich im Vergleich zu Willingen (letzter Weltcup vor Olympia, Anm. d. Red.) , als er noch der Alte war, so verändert. Und jetzt ist er so bei sich und so souverän. Das habe ich noch nie so erlebt."

Sein neues Mantra "In der Ruhe liegt die Kraft" zog Raimund bis ins Finale durch, wo er trotz des enormen Drucks durch die 107 Meter des Polen Kacper Tomasiak cool blieb und mit 106,5 Metern die Gold-Medaille souverän nach Hause brachte.

Im Video: Stefan Horngacher emotional nach Raimund-Gold

Stefan Horngacher umarmt Sven Hannawald nach dem Gold-Coup von Philipp Raimund
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Stefan Horngacher umarmt Sven Hannawald

Raimund über Entwicklung: "Hat wirklich gekracht"

Die Entstehung des "neuen" Philipp Raimund geschah aber keineswegs über Nacht, wie Bundestrainer Stefan Horngacher im Sportschau-Interview berichtete: "Wir haben mit ihm daran gearbeitet und darüber gesprochen, dass er seine Kräfte sparen und seine Emotionen ein bisschen zurückhalten soll, weil es noch einen zweiten Durchgang gibt."

Ganz so entspannt, wie die Arbeit an Raimunds Herangehensweise bei dem Österreicher klang, war der Prozess aber offenbar nicht. So erklärte Raimund selbst, dass es auf dem Weg durchaus zu Reibereien gekommen sei: "Es hat wirklich gekracht vor der WM in Trondheim (Nordische Ski-WM 2025, Anm. d. Red.), danach hat man sich ausgesprochen."

Raimund peilt Großschanzen-Medaille an

Was den Ärger mit Horngacher verursacht hatte, ließ der DSV-Springer ebenfalls durchblicken: "Ich bin ein Mensch, der immer sehr euphorisch ist. Daher kommt es manchmal so rüber, dass ich einiges larifari nehme."

Die Skepsis an Raimunds Ernsthaftigkeit dürfte durch das Normalschanzen-Gold stark gesunken sein. Wenn es nach dem Sportsoldaten geht, wird der weitere Verlauf der Winterspiele auch die letzten Zweifel an seiner Person ausräumen. Denn der Deutsche peilt auch von der Großschanze Edelmetall an.

Raimund: "Werde Vollgas geben"

"Im Sommer war ich auf der Kleinen tatsächlich schlechter als auf der Großschanze. Von daher bin ich voll motiviert für die Große. Es werden ein paar andere ein Wörtchen mitreden, aber ich werde Vollgas geben", gab er sich gegenüber der Sportschau selbstbewusst.

Druck fühlt Raimund nach seinem Triumph vom Montag keinen. Vielmehr fühlt er sich durch den Olympiasieg auf dem Weg zu weiteren Erfolgen beflügelt: "Wenn das Gold etwas mit mir macht, dann nur Positives. Ich habe schon im Mixed gemerkt, dass ich entspannter bin. Ich nehme es, wie es kommt, und bin hochmotiviert."

Im Video: Philipp Raimund legt Grundstein für Gold-Coup

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