12.02.2026, Bayern, Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Ein zerstörter PKW steht nach einem Unfall vor einem S-Bahn-Zug in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
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Kleinwagen mehrere hundert Meter mitgeschleift: Frau stirbt bei Unfall mit S-Bahn
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Kleinwagen mehrere hundert Meter mitgeschleift: Frau stirbt bei Unfall mit S-Bahn

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S-Bahn zerdrückt Pkw: Frau stirbt an unbeschranktem Bahnübergang

S-Bahn zerdrückt Pkw: Frau stirbt an unbeschranktem Bahnübergang

Am Donnerstagabend hat sich bei Höhenkirchen-Siegertsbrunn ein schwerer Unfall ereignet. Eine S-Bahn hat ein Auto nach dem Zusammenstoß an einem unbeschrankten Bahnübergang mehrere hundert Meter mitgeschleift. Für die Fahrerin kam jede Hilfe zu spät.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Bei einem Zusammenstoß mit einer S-Bahn ist eine 53-jährige Frau am Donnerstagabend in Höhenkirchen-Siegertsbrunn in Oberbayern ums Leben gekommen. Sie starb noch am Unfallort, wie die Polizei mitteilte. Ihr Auto wurde mehrere hundert Meter mitgeschleift und zum Teil zerdrückt, bevor die S-Bahn zum Stillstand kam.

Frau hat vermutlich Warnsignal am Bahnübergang übersehen

Der Unfall ereignete sich an einem unbeschrankten Bahnübergang auf der Staatsstraße 2078. Die Polizei vermutet, dass die Frau das rote Blinklicht des Bahnübergangs übersehen hat. Trotz einer Schnellbremsung erfasste die S-Bahn das Fahrzeug frontal. Der Lokführer und alle Fahrgäste der S-Bahn blieben unverletzt. Im Auto befand sich neben der Frau ein Hund, der leicht verletzt wurde und in eine Tierklinik gebracht wurde.

Die S-Bahn wurde nur leicht beschädigt, der zerstörte Pkw musste dagegen von Feuerwehr und Abschleppdienst geborgen werden. Die Bergungsarbeiten dauerten mehr als drei Stunden. Die danebenliegende Staatsstraße war entsprechend lange gesperrt. Die Polizei bittet nun um Hinweise von Zeugen.

DB: Nirgendwo so viele Unfälle an Bahnübergängen wie in Bayern

Laut der Deutschen Bahn ist Bayern bundesweit trauriger Spitzenreiter bei Unfällen an Bahnübergängen. 46 Unfälle hat es 2023 im Freistaat gegeben. Aktuellere Zahlen gibt es nicht. Aber zur ganzen Wahrheit gehört auch: In Bayern gibt es im deutschlandweiten Vergleich auch mit Abstand die meisten Bahnübergänge: rund 3.000. Die Hälfte davon ist unbeschrankt.

Die Ursachen für Bahnübergangsunfälle sind unterschiedlich. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre zeichnet sich jedoch ab, so die Deutsche Bahn, dass über 95 Prozent der Kollisionen aufgrund von Unaufmerksamkeit, Leichtsinn oder Unkenntnis passieren. Deswegen klärt die Bahn seit Jahren über die geltenden Verkehrsregeln am Bahnübergang auf [externer Link]. Die DB appelliert an die Straßenteilnehmer, aufmerksam zu sein und die Verkehrsregeln zu beachten.

Immer weniger Bahnübergänge

Seit 1950 habe die Deutsche Bahn zusammen mit Gemeinden und Straßeneigentümern die Anzahl der Bahnübergänge halbiert. 2024 habe es laut Bahn in Deutschland noch insgesamt 15.729 Anlagen gegeben. 37 Prozent (5.819 Anlagen) seien technisch nicht gesichert. Dies sei die niedrigste Zahl an Bahnübergängen in der Geschichte der DB, daher gebe es immer weniger Unfälle. 1995 habe es noch 603 Kollisionen gegeben, 2024 seien es 152 Unfälle gewesen.

Die Bahn weist in einem Schreiben an den Bayerischen Rundfunk darauf hin, dass Bahnübergänge sowohl Schienen als auch Straßen betreffen. Das bedeute, dass für die Beseitigung der Bahnübergänge neben der DB auch die Gemeinden zuständig seien.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn will Übergang für Feuerwehr erhalten

Der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn hatte sich 2023 einstimmig gegen verschiedene Umbaupläne des unbeschrankten Bahnübergangs entschieden. Die SPD-Bürgermeisterin des Ortes Mindy Konwitschny war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der CSU-Fraktionsvorsitzende Roland Spingler sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Vorschläge der DB seien nicht befriedigend gewesen. Ziel sei es, den Bahnübergang zumindest für die Feuerwehr und die Landwirtschaft zu erhalten. Man warte seitdem auf weitere Vorschläge der DB, "der Ball liegt jetzt im Feld der Bahn", sagte Spingler. Die allermeisten Unfälle an den Bahnübergängen passierten seiner Erfahrung nach Menschen, die nicht aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn stammen und sich deswegen nicht auskennen.

Die Bahn weist in ihrem Schreiben darauf hin, dass die Zukunft des Bahnübergangs in der Gemeinde Teil der Planungen sei; die Abstimmungen zwischen Gemeinde und Bahn liefen weiter. Umbauten und Erneuerungen seien aber planungsintensiv und technisch anspruchsvoll, vor allem, wenn auch Straßenverläufe geändert werden müssten. Je nach Fortschritt der Planungen könnte ein Bahnübergang mit Schranken Anfang der 2030er-Jahre erfolgen, so der Bahnsprecher.

Mit Informationen von dpa.

12.02.2026, Bayern, Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Ein zerstörter PKW steht nach einem Unfall vor einem S-Bahn-Zug in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
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