München will Olympia 20XX. Das hatten die Bürger in einer Befragung im vergangenen Oktober klargemacht. Doch ob München auch Olympia bekommt, liegt nicht mehr in der Hand der Landeshauptstadt. Zunächst entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), welche deutsche Stadt er ins Rennen schickt. Die Münchner Vertreter um Oberbürgermeister Dominik Krause und Bayerns Ministerpräsident legten sich bei einem Treffen mit Vertretern der größten deutschen Sportverbände in München mächtig ins Zeug.
Hamburg zieht zurück: Münchens Olympia-Konkurrenz wird kleiner
Ursprünglich waren neben München noch die Köln-Rhein-Ruhr-Region, Berlin und Hamburg an den Start gegangen. Doch die Hamburgerinnen und Hamburger entschieden sich am 31. Mai gegen eine Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen Spiele. 54,9 Prozent stimmten gegen Olympische Spiele in Hamburg. In München hatte die Zustimmung bei 66,4 Prozent für die zweiten Spiele nach 1972 gelegen.
München setzt auf Tradition und Moderne
Auch deshalb versuchte sich München, von seiner besten Seite zu zeigen. Für die Delegation ging es in den historischen Bussen von 1972 zu Schloss Nymphenburg. Dort fanden damals die Reitwettbewerbe statt und sollen es auch bei einer möglichen Neuauflage. Für die Gäste öffnete die Bayerische Staatsregierung außerdem das Antiquarium in der Münchner Residenz. Im prunkvollen Saal kamen Politik und Sport zusammen.
Doch die Gäste bekamen auch noch moderne Schauplätze zu sehen wie den SAP Garden in München. Die 2024 eröffnete Halle gilt als eine der modernsten weltweit. Hier stellten Forscher der TU München autonome Fahrradtaxis vor, die die Besucher von einem Austragungsort zum nächsten bringen soll.
Söder will "Sommermärchen" 2.0 und gibt Versprechen
Die Wege zwischen den einzelnen Sportstätten sollen möglichst kurz sein. Den Kern der Bewerbung bildet - wie schon 1972 - der Olympiapark mit dem Olympiastadion. Ministerpräsident Markus Söder betonte am Donnerstag erneut die Vorteile der Landeshauptstadt: "Wir bauen keine neuen supermonströsen Sportstätten. Alles ist da, alles kann genutzt werden; neues wie altes." Gleichzeitig versprach er zusätzliche finanzielle Unterstützung vom Freistaat Bayern. Dieser stehe "ganz dahinter, um das finanziell zu schultern und das ein oder andere zusätzlich zu finanzieren". Der Ministerpräsident träumt von der Idee, "ein weiteres Sommermärchen zu kreieren. Olympische Spiele, Paralympics".
München gibt "starkes Bild" ab - Olympia-Entscheidung im September
Bei den Teilnehmern scheint München Eindruck hinterlassen zu haben. "Sie haben ein sehr starkes Bild abgegeben", lobte der Präsident des Deutschen Tennis-Bunds (DTB) Dietloff von Arnim. Man könne sich "sehr, sehr gut" vorstellen, "die Olympischen Spiele in München zu haben". Der Sprecher der Spitzenverbände im DOSB Alfons Hölzl bewertete den Münchner Vortrag als "sehr authentisch, sehr ehrlich". Es sei "ein eindrucksvoller Tag" gewesen.
Am Freitag wird nach München Berlin versuchen, für sich Werbung zu machen. In der nächsten Woche ist dann Köln-Rhein-Ruhr dran. Ende September entscheidet sich schließlich, wer für Deutschland ins Rennen geht - und ob sich die Münchner Aufwände an diesem Tag gelohnt haben.
